voheriger Begriff

Masseunzulänglichkeit

nächster Begriff

Eine Masseunzulänglichkeit liegt dann vor, wenn keine Massearmut gegeben ist, jedoch die sog. Masseschulden nicht mehr gedeckt sind. Sobald der Insolvenzverwalter die Masseunzulänglichkeit angezeigt hat, wird diese öffentlich bekannt gemacht. Das Verfahren läuft weiter, die Massegläubiger erhalten jedoch nur noch eine Quote. Alle anderen Gläubiger, z. B. die Insolvenzgläubiger erhalten nichts mehr.

Begriffe mit dem Buchstaben

» M «

Mahnbescheid

Der Mahnbescheid markiert den Beginn des gerichtlichen Mahnverfahrens. Bei Gericht beantragt der Gläubiger den Mahnbescheid unter Angabe der gesamten Forderung, aufgeschlüsselt in Zinsen, Kosten und Hauptforderung. Der Schuldner hat jetzt die Möglichkeit, die Forderung zu prüfen und gegebenenfalls Widerspruch gegen Teile oder die gesamte Forderung einzulegen. Ein Widerspruchsgrund wäre z. B. Verjährung der Forderung.

 

Widerspruch gegen den Mahnbescheid:

Gegen einen Mahnbescheid kann man innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung Widerspruch einlegen. Der Widerspruch gegen den gesamten Mahnbescheid oder einzelne Teile  muss schriftlich beim Gericht, das den Mahnbescheid erlassen hat, hinterlegt werden. Spätere Einsprüche werden als Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid behandelt. Das Gericht setzt den Antragsteller (Gläubiger) über den Widerspruch in Kenntnis. Auf Antrag einer Streitpartei entscheidet dann das Gericht in der Sache durch ein Urteil.

Mahnkosten

In einem Mahn- und Pfändungsverfahren können Gerichts-, Anwalts-, Mahn- und Inkassokosten anfallen. In welcher Höhe der Schuldner Inkassogebühren erstatten muss, ist rechtlich nicht geklärt, Anwaltsgebühren markieren hierbei die Leitlinie.

Mahnung

Erhält ein Schuldner eine Mahnung vom Gläubiger, befindet er sich ab diesem Zeitpunkt mit seiner Zahlung im Verzug. Bei Geldforderungen ist eine Mahnung nicht notwendig, wenn durch ein Kalenderdatum (z. B. in einem Vertrag oder auf einer Rechnung) festgelegt ist, bis wann die Forderung vom Schuldner zu begleichen ist.

Mahnverfahren

Vollstreckung einer Geldforderung ohne Klageerhebung. Formalisiertes und automatisiertes Verfahren ohne Prüfung des Zahlungsanspruchs.

So beantragen Sie das Mahnverfahren.

Managerhaftpflichtversicherung

Siehe D&O-Versicherung.

Vgl. Insolvenzmasse

Massearmut

Massearmut liegt dann vor, wenn in einem eröffneten Verfahren die Kosten des Verfahrens (z. B. Gerichtskosten, Kosten der Insolvenzverwaltung) nicht mehr durch die Insolvenzmasse gedeckt sind (auch sog. Masseinsuffizienz). Das Insolvenzgericht stellt das Verfahren von Amts wegen ein.

Lesen Sie mehr zum Thema Massearmut.

Massegläubiger

Die Massegläubiger sind gegenüber den Insolvenzgläubigern privilegiert. Die Forderungen der Massegläubiger werden aus Sicht des Schuldners als Masseverbindlichkeiten bezeichnet. Hierunter fallen die Kosten des Insolvenzverfahrens und alle Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter eingegangen ist. Dazu zählen auch Verträge, die der Insolvenzverwalter aufrechterhalten hat. Zu den Masseverbindlichkeiten gehören außerdem die Verbindlichkeiten, die ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingegangen ist.

Massekosten

Massekosten sind die Kosten des Insolvenzverfahrens, d. h. die Gerichtskosten, die Vergütung und die Auslagen des vorläufigen Insolvenzverwalters, des Insolvenzverwalters und der Mitglieder des Gläubigerausschusses.

Massekostenvorschuss

Vorschuss eines Gläubigers zur Deckung der Verfahrenskosten, damit ein Insolvenzverfahren durchgeführt werden kann. Dieser Gläubiger wird bei einer Verteilung bevorzugt berücksichtigt.

Massekredit

Ein Massekredit ist ein von einer oder mehreren Banken gewährter Kredit für ein Unternehmen, dass sich kurz vor bzw. bereits in der Insolvenz befindet. Die Sicherheit der Kreditgeber ist dadurch gewährleistet, dass der Kredit aus der Insolvenzmasse vorrangig vor allen anderen Forderungen bedient wird.

Masseschulden

Masseschulden sind die Verbindlichkeiten aus gegenseitigen Verträgen (z. B. Arbeitsverträge, Mietverträge, Pacht), aber auch die Ansprüche der Sozialplangläubiger gem. § 123 InsO.

Masseunzulänglichkeit

Eine Masseunzulänglichkeit liegt dann vor, wenn keine Massearmut gegeben ist, jedoch die sog. Masseschulden nicht mehr gedeckt sind. Sobald der Insolvenzverwalter die Masseunzulänglichkeit angezeigt hat, wird diese öffentlich bekannt gemacht. Das Verfahren läuft weiter, die Massegläubiger erhalten jedoch nur noch eine Quote. Alle anderen Gläubiger, z. B. die Insolvenzgläubiger erhalten nichts mehr.

Masseverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter im Rahmen des Insolvenzverfahrens eingeht oder aufrechterhält. Solche Verbindlichkeiten sind beispielsweise Löhne, Mietkosten oder neue Verträge, z. B. zur vorübergehenden Weiterführung des schuldnerischen Unternehmens, die der Verwalter abschließt. Diese sind grundsätzlich vollständig zu bezahlen.

Verfahrenskosten sind weitere Masseverbindlichkeiten. 

Ist der vorläufige Insolvenzverwalter zur Vornahme bestimmter Handlungen vom Insolvenzgericht ermächtigt worden und sind daraus Verpflichtungen entstanden, kann auch er Masseverbindlichkeiten begründen.

Masseverbindlichkeiten sind vorneweg zu befriedigen (§ 55 InsO). 

Im Falle einer Masseunzulänglichkeit erfolgt auch hier nur eine quotale Befriedigung.