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08.07.14 Verbraucherinsolvenz: Schneller schuldenfrei

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die Reform des Verbraucher - Insolvenzrechts

Nach nur drei Jahren schuldenfrei

Seit dem 1. Juli ist die zweite Stufe der Reform des Insolvenzrechtes für das Verbraucherinsolvenzverfahren in Kraft.

Die wichtigsten Neuerungen kurz erklärt:

 

 

Vorgerichtliche Beratung

 

Die Bescheinigung  einer "geeigneten Person oder Stelle"  über einen erfolgten vorgerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern darf nur noch ausgestellt werden, wenn eine persönliche Beratung mit eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners vorausgegangen ist.
Eine rein telefonische oder schriftliche Beratung ist nicht zulässig.

 

 

Restschuldbefreiung nach drei Jahren

Dies ist möglich, wenn sämtlichen Gläubigern jeweils 35 Prozent von deren Forderungen und die Kosten des Insolvenzverfahrens bezahlt werden können

 

Restschuldbefreiung nach fünf Jahren

Nach fünf Jahren kann das Verfahren um ein Jahr verkürzt werden, wenn der Betroffene in dieser Zeit die Kosten für Gericht und Insolvenzverwalter decken kann.

 

Verbraucher-Insolvenzplanverfahren

Das Insolvenzplanverfahren hat sich im Unternehmensinsolvenzrecht bereits seit 15 Jahren bewährt. Nun kann es auch von insolventen Verbrauchern genutzt werden.

Sind Gericht und Gläubiger einverstanden, so kann ein individueller Rückzahlungsplan (Insolvenzplan) Plan erstellt werden. Er regelt, wann und in welcher Höhe die Rückzahlung der Schulden erfolgt.  Das Verfahren kann dadurch verkürzt werden.

Die Quote des Insolvenzplans muss höher liegen als im Regelinsolvenzverfahren. Außerdem muss der Schuldner die Verfahrenskosten bezahlen, diese betragen (verfahrensabhängig) zwischen 1 500 und 2 500 Euro.

 

Dieses Verfahren ist auch für die Gläubiger von Vorteil, da sie damit früher einen Teil ihrer Forderungen erhalten – im Idealfall schon nach  Monaten.

 

 

 

Lohnabtretungen ungültig

Eine weitere Neuerung ist, dass künftig eine Lohnabtretung oder freiwillige Pfändung mit Verfahrenseröffnung ungültig wird.  Bisher hatten Banken noch zwei Jahre nach Verfahrenseröffnung  Zugriff auf den Lohn des Schuldners.

 

Nicht bezahlter Unterhalt

Neu ist, dass  Forderungen aus Verletzungen von gesetzlichen Unterhaltspflichten und aus Steuerstraftaten nicht mehr von der Restschuldbefreiung erfasst werden.

Wichtig ist, dass die betroffene Person den Insolvenzverwalter über diesen Forderungsgrund möglichst schnell informiert.

 

Schutz  für Mitglieder von Wohnungsbaugenossenschaften

Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften sind im Insolvenzfall durch die Reform besser geschützt. Sie müssen nun nicht mehr befürchten, ihre Wohnung zu verlieren, weil der Treuhänder die Genossenschaftsanteile gekündigt hat.

 

Antrag  auf Versagung der Restschuldbefreiung

Hat ein Gläubiger seine Forderungen beim Insolvenzverwalter angemeldet, so kann er einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellen, wenn der Schuldner gegen seine Pflichten (Obliegenheiten) verstößt.

Dieser Antrag muss jetzt nicht mehr im Schlusstermin geschehen, sondern kann jederzeit im Zeitraum bis zum Schlusstermin erfolgen.

 

 

 

Weiterhin gilt:

Nach erteilter Restschuldbefreiung kann man das nächste Verfahren erst nach 10 Jahren beantragen.

 

 

Bild: van Straelen

Von: mb

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