10.02.12 Q-Cells-Gläubiger pocht auf Auszahlung |
Kategorie: News Forderungsausfall |
Der schwer angeschlagene Solarkonzern Q-Cells stößt bei seiner Neuaufstellung auf Widerstand aus den Reihen der Gläubiger.
Ein Anleihenbesitzer erklärte die Vergleichsverhandlungen für gescheitert und pocht auf die Rückzahlung seines Geldes, wie dessen Anwalt Peter Dreier am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Dabei gehe es um knapp eine Million Euro.
Q-Cells erklärte, man sehe sich von der eingereichten Klage nicht bedroht. «Wir verfolgen unseren eingeschlagenen Weg weiter», sagte Sprecherin Ina von Spies. Im Februar wird eine Anleihe von rund 200 Millionen Euro fällig, wenn es keine Einigung gibt.
Unklar ist bislang, wie viele der Gläubiger den geplanten Weg zur Neuaufstellung von Q-Cells stützen. Das Unternehmen betonte, man habe sich mit der allergrößten Mehrheit der Gläubiger geeinigt. Anwalt Dreier erklärte hingegen, er habe auch noch weitere Mandanten, die den Kurs nicht akzeptierten. «Wir fordern von Q-Cells die vollständige Rückzahlung der im Februar fälligen Anleihe für all diejenigen Anleihegläubiger, die nicht individuell mittels Einzelvereinbarungen auf Ansprüche verzichtet haben», hieß es in einer Mitteilung.
Q-Cells hatte Anfang Februar mitgeteilt, man wolle mit einer neuen Eigentümerstruktur den Neustart wagen. Künftig soll den Gläubigern 95 Prozent des Unternehmens gehören, der Rest von 5 Prozent würde sich dann auf die bisherigen Aktionäre verteilen. Die Altaktionäre, deren Papiere seit 2007 mehr als 99 Prozent ihres Wertes verloren hatten, würden damit weitgehend aus der Gesellschaft herausgedrängt. Q-Cells kündigte an, für den 27. Februar zu einer Gläubigerversammlung nach Frankfurt/Main zu laden. Dort solle die Mehrheit den Weg für den Neustart frei machen. Die Q-Cells-Aktie büßte am Donnerstagmittag kurzzeitig deutlich mehr als zehn Prozent ein, baute den Verlust dann aber auf rund drei Prozent ab.


