10.01.12 Privatinsolvenz: Weniger Zwangsversteigerungen von Immobilien |
Kategorie: News private Insolvenz |
Die Zwangsversteigerung von Immobilien gehen in Deutschland zurück. Häufiger kommt vor der Auktion ein Verkauf zustande. Der rückläufige Trend dürfte sich auch im laufenden Jahr fortsetzen.
In Deutschland kommen deutlich weniger Immobilien unter den Hammer - dank niedriger Arbeitslosigkeit und einer hohen Nachfrage. Im abgelaufenen Jahr brach die Gesamtzahl der Termine für Zwangsversteigerungen an den deutschen Amtsgerichten auf den niedrigsten Stand seit 2001 ein. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Ratinger Fachverlages Argetra hervor. Auch der Gesamtwert der zu versteigernden Immobilien ist in Deutschland so niedrig wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.
73.000 Zwangsversteigerungs-Termine
Bundesweit gut 73 000 Gerichtstermine für Zwangsversteigerungen von Immobilien listet der Verlag für 2011 auf. Das sind gut 11 Prozent weniger als 2010. In allen Bundesländern wurde ein Rückgang beobachtet. «Die hohe Nachfrage nach Immobilien aufgrund der Finanzmarktkrise erlaubt es so manchem Eigentümer, im freihändigen Verkauf die Zwangsversteigerung abzuwehren», sagte Geschäftsführer Axel Mohr in dem Bericht. Dies dürfte zum Rückgang beigetragen haben. Das Niveau der Zwangsversteigerungen sei aber insgesamt weiter hoch.
Die Zwangsversteigerungen hatten ihren bisherigen Höhepunkt im Jahr 2005 mit bundesweit über 92 500 Terminen. Der Rückgang 2011 ist bereits der vierte in Folge. Für 2012 rechnet der Verlag mit einem leichten Rückgang der Zwangsversteigerungstermine, da zunehmend im Vorfeld der Gerichtstermine Verkäufe stattfänden. Außerdem wechselten in guten Lagen Immobilien bereits im ersten Anlauf den Besitzer. Die Zweit- und Dritttermine nähmen deutlich ab.
Immobilien im Wert von 11,6 Milliarden versteigert
Die Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte sank 2011 gegenüber 2010 um fast 15 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Damit wurde der langjährige Tiefstand aus dem Jahr 2000 unterschritten: Damals wurden Zwangsversteigerungen für 57 600 Immobilien mit einem Gesamtverkehrswert von umgerechnet 12,99 Milliarden Euro anberaumt.
Gegen den bundesweiten Trend stieg die Summe der Verkehrswerte 2011 lediglich in Bremen (0,2 Prozent) und im Saarland (3,5 Prozent).
Bei gut einem Drittel der anberaumten Zwangsversteigerungen kamen 2011 Ein- und Zweifamilienhäuser unter den Hammer. Bei knapp einem Drittel handelte es sich um Eigentumswohnungen. Bei einem weiteren Drittel geht es um Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke.
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Bild: creationc


