Verfahrenskosten

 

Ich habe kein Geld für die Gerichts- und Treuhänderkosten. Kann ich trotzdem in die Verbraucherinsolvenz gehen?

 

Um allen Verbrauchern die Möglichkeit zu geben am Verbraucherinsolvenzverfahren teilzunehmen, können mittellosen Schuldnern die Verfahrenskosten bis zu Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet werden. Stundung  ist ein Zahlungsaufschub. Dies bedeutet für Sie, dass die Bezahlung des Verfahrens zunächst ruht, um nach Erteilung der Restschuldbefreiung in maximal 48 Monatsraten beglichen zu werden.

Gestundet werden die gesamten Kosten des Verfahrens einschließlich der Treuhändervergütung während des Insolvenzverfahrens und in der Wohlverhaltensperiode. Die Stundung erfolgt nur, wenn Ihr Vermögen, oder das Ihres Ehepartners, voraussichtlich nicht ausreicht, die Verfahrenskosten zu decken. Die Stundung müssen Sie für jeden Verfahrensabschnitt gesondert beantragen. Sie endet mit Erteilung der Restschuldbefreiung. Dies bedeutet, dass zunächst die Verfahrenskosten aus den pfändbaren Beträgen bezahlt werden, dann erst erhalten Ihre Gläubiger Geld.
Sind Sie nach Erteilung der Restschuldbefreiung nicht in der Lage den gestundeten Betrag zu zahlen, kann das Gericht (auf Antrag!) Ratenzahlung für maximal vier Jahre gewähren. Sie verpflichten sich dann während dieser Zeit eine angemessene Tätigkeit auszuüben und das Gericht über persönliche und wirtschaftliche Änderungen zu informieren. Sollte nach diesen vier Jahren noch ein Rest verbleiben, trägt diesen die Staatskasse.

 

Ich habe eine Lohnabtretung unterschrieben. Wie wirkt sich das aus?
Banken lassen sich oft zur Sicherung eines Kredits Lohnabtretungen unterschreiben. Für den Fall, dass Raten nicht bezahlt werden, muss der Arbeitgeber die pfändbaren Beträge direkt an die Bank überweisen, man bezeichnet dies als vorrangigen Abtretungsgläubiger.

 

Dessen Rechte gelten auch noch in den ersten zwei Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter. So gehen alle pfändbaren Beträge Ihres Einkommens an diesen Gläubiger- erst danach erhalten Gericht, Treuhänder und andere Gläubiger ihren Anteil.
Können Sie dadurch das Verfahren nicht mehr bezahlen, beantragen Sie eine Stundung.

 

 

[ Diagramm Verteilung mit vorrangigem  Abtretungsgläubiger]

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Lassen Sie von der Schuldnerberatung, der Verbraucherzentrale oder Ihrem Anwalt die Rechtmäßigkeit  Ihrer Lohnabtretungen überprüfen. Viele sind veraltet und darum rechtlich unwirksam.