Bei nachgewiesenem erhöhten Bedarf, z.B. durch Krankheit, berufliche Werbungskosten, Schwangerschaft, mehr als 5 Unterhaltspflichtigen oder wenn Sie durch die Pfändung sozialhilfebedürftig würden, kann das  Amtsgericht auf Antrag die Pfändungsfreigrenze erhöhen.
Zur Antragstellung legen Sie alle Belege, wie z.B. Mietvertrag, Rechnungen für Diätprodukte, Stromrechnungen, Zusatzkosten etc. vor. Für Rentner und Bezieher von Leistungen der Arbeitsagentur wird die Berechnung beim Arbeitsamt durchgeführt.

Zur Bedarfsberechnung werden die Regelleistungen und das Sozialgeld gem. SGB  für alle im Haushalt lebenden Personen, die Kosten für Ihre Warmmiete und ggf. Mehrbedarfspauschalen (z.B. für Schwangere, Behinderte usw.) zusammengerechnet. Außerdem können Ihnen  Versicherungsbeiträge, Kosten für die Anfahrten zum Arbeitsplatz, für Arbeitsmittel oder Kinderbetreuungskosten, sowie Unterhaltszahlungen angerechnet werden.

 

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TIPP: Sie können den erhöhten Pfändungsfreibetrag auch mit Hilfe der Schuldnerberatung beantragen.

 

Hinweis: Wird der Bedarf vom Gericht nicht in voller Höhe anerkannt, lassen Sie unbedingt prüfen, ob Sie Anspruch auf soziale Hilfen haben.

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Pfändungsschutz des Sozialeinkommens

Für Sozialleistungen gelten zwar besondere Vorschriften, grundsätzlich sind aber viele dieser Leistungen pfändbar.

 

  • Pfändung direkt bei der auszahlenden Stelle

Nicht pfändbar sind Sozialhilfe, Erziehungsgeld, Mutterschaftsgeld und Sozialleistungen zum Ausgleich von Mehraufwendungen durch Körper- und Gesundheitsschäden Z.B. Diät bei Diabetes

 

Wohn- und Kindergeld sind nur unter besonderen Umständen pfändbar.

 

Alle anderen Sozialleistungen mit Lohnersatzfunktion – wie Arbeitslosengeld, ALGII, Krankengeld, Renten, Übergangsgeld oder Unterhaltsgeld können wie Arbeitseinkommen gepfändet werden. Der pfändbare Betrag richtet sich nach der Höhe der Sozialleistung und der Anzahl der unterhaltsberechtigten Angehörigen.

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