Ehrensache! In der Schuldnerberatung

Rund sieben Millionen Verbraucher in Deutschland sind hoffnungslos überschuldet. Hilfe finden sie bei den Schuldnerberatungsstellen.  Peter Paul Bogner ist einer der Ehrenamtlichen, die bei der Caritas Karlsruhe Hilfe anbieten.

IR: Erzählen Sie uns etwas zu Ihrer Person und Arbeit.

Gearbeitet habe als Bankkaufmann in verschiedenen Bereichen dieses Berufs. Mit dem Vorruhestand drängte es mich der Gesellschaft etwas zurückzugeben, in dem ich mich engagiere. Erfahrung hatte ich schon mit der Gründung und Leitung einer gesundheitlichen Selbsthilfegruppe gesammelt. Kurz:  Ich ging aktiv auf die Caritas in Karlsruhe zu und bin nun als ehrenamtlicher MitarbeiterTeil des Schuldnerberatungsteams.

 

IR: wie wurden Sie auf Ihre Aufgabe vorbereitet?
Es war natürlich eine Herausforderung. Ich besuchte zahlreiche Seminare, lernte viel und hospitierte bei erfahrenen Schuldnerberatern.

 

IR: Mit welchen Problemen kommen die Menschen in den Gesprächskreis?

Zum überwiegenden Teil sind es dieselben Probleme, die auch in der klassischen Schuldnerberatung auftauchen.  Menschen, die am Gesprächskreis teilnehmen haben erkannt, wie wichtig und befreiend es für sie ist das Gespräch zu suchen. 
Oft münden die Besuche im Gesprächskreis in einer individuellen Beratung- bei diesem Schritt kann ich die Teilnehmer unterstützen.
 

IR: Wann kommen Menschen zu Ihnen?

Immer dann, wenn sie ihre Probleme unter Gleichgesinnten besprechen wollen. Sehr motivierend für den Gesprächskreis ist, dass Schuldner und Angehörige vor, während oder auch nach erfolgreich durchlaufenem Verbraucherinsolvenzverfahren bei uns sind.

 

IR: Gibt es die typische Schuldnerkarriere?

Es ist so, dass der größte Teil der Schuldner durch Arbeitslosigkeit in die Insolvenz geraten. Dann folgen Schuldnerschiksale, die auf Beziehungsprobleme zurückzuführen sind. Alleinerziehende stellen leider eine sehr große Gruppe der Hilfesuchenden. Erst an dritter Stelle folgen Schuldner, die durch unkontrollierten Konsum in die Überschuldung gerieten. Diese Gruppe ist meiner Erfahrung nach eher bei den 20-30-jährigen zu suchen.

 

IR: Kann jeder kommen?

Nein und ja. Nein auf Grund der territorialen Begrenzung der Caritas-Beratungsstelle. Wir vermitteln alle, die zu uns kommen, selbstverständlich an die örtlich zuständigen Stellen weiter.
Ja, kommen kann jeder. Egal ob Schuldner/-in, Kind, Oma oder betroffener Partner. Man muss nur den Willen zur Mitarbeit haben, denn wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Wir zeigen Hilfeansätze auf und können die Schuldner begleiten – Entscheidungen können wir aber nicht abnehmen.
   

IR: Wie sieht Ihre Arbeit praktisch aus?

Der Gesprächskreis ist anonym. Niemand muss sich vorstellen. Manche Teilnehmer wollen unbedingt erzählen, manche hören nur zu.  Oft wir sehr "offenherzig" erzählt.

 

IR: Sie begegnen vielen Menschen in Not. Wie gehen Sie damit um?

Das Schuldnerberatungsteam bespricht sich. Wir unterstützen und beraten uns gegenseitig.
  

IR:  Die Teamarbeit scheint wichtig zu sein.
Individuelle Lösungsansätze für Schuldner können so gefunden werden. Einen großen Vorteil der Caritas sehe ich darin, dass wir bereichsübergreifende Hilfestellung anbieten können. Oft sind Schulden nur ein Teil der Probleme.

 

IR: Mit welchen Schwierigkeiten kämpfen Sie?

(Denkt nach.) Das Nichterscheinen bei individuellen Terminen. Das sind Momente in denen ich mich regelmäßig Frage, ob ich dem Hilfesuchenden (´mal wieder) eine zweite Chance geben soll.
Doch wir arbeiten daran eine Terminerinnerung per SMS einzuführen, um die Termintreue zu  verbessern.

 

IR: Was motiviert Sie?

Viele bemerkenswerte Menschen, denen ich bei meiner Arbeit begegne. Menschen die trotz widrigen Umständen oder Schiksalsschlägen ihre Chance ergreifen

  

Vielen Dank.

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