Der Beratungshilfeschein

Wer eine Privatinsolvenz durchführen möchte, muss vorher zwingend ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren von einer nach § 305 Insolvenzordnung (InsO) geeigneten Stelle durchführen lassen. Rechtsanwälte sind eine solche Stelle.

 

Die anwaltliche Tätigkeit kann, bei entsprechender Bedürftigkeit, durch staatliche Beratungshilfe - mit einem überschaubaren Eigenanteil von 15 Euro - finanziert werden.

 

Beratungshilfeantrag persönlich beim Gericht stellen

Ist Ihre wirtschaftliche Situation als Privatperson so angespannt, dass Sie sich nicht in der Lage sehen, die Gebühren für eine anwaltliche Beratung darüber, welche Schritte zu einer Befreiung von Ihren Schulden notwendig sind, aufzubringen? Dann sollten Sie bei dem für Ihren Wohnbezirk zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Gewährung von Beratungshilfe stellen.

 

Sie begeben sich dazu während der Sprechzeiten persönlich zum Gericht und nehmen aussagekräftige Unterlagen über Ihre persönliche und wirtschaftliche Situation zur Vorlage beim Rechtspfleger mit. Bewilligungsbescheide über Arbeitslosengeld oder Sozialleistungsbezüge sind dabei sehr wichtig.

 

Bedürftigkeit, Erfolgsaussicht und Notwendigkeit nachweisen

Dem bearbeitenden Rechtspfleger müssen Sie nicht nur anhand von Unterlagen Ihre persönliche Bedarfslage nachweisen, Sie müssen auch schildern, warum Sie glauben, rechtsanwaltlichen Rat in Anspruch nehmen zu müssen. Bei Überschuldung ist die Inanspruchnahme fachlich kompetenter Beratung nicht aussichtslos. Trotzdem könnte Ihr Antrag bei einigen deutschen Amtsgerichten abgelehnt werden, wenn es am Ort auch Möglichkeiten gibt, kostenlose Beratungstermine bei verschiedenen gemeinnützigen Anbietern oder Verbraucherorganisationen wahrzunehmen.

 

 

Autor: Rechtsanwalt Dr. Jochen Flegl

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