Ein Beispielschicksal

Eines Tages sehe ich im Fernsehen einen Bericht über Schuldner und weiß nun endlich, an wen ich mich wenden muß. Mir ist inzwischen klar geworden, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Alles dreht sich nur noch um meine Schulden. Ich kann nicht mehr ruhig schlafen, wage mich kaum noch unter Leute und fühle mich wie eine Gefangene. Die Adresse der Schuldnerberatung in meiner Nähe ist schnell ausfindig gemacht und schon 3 Wochen später habe ich einen Beratungstermin. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Zum ersten Mal seit langem habe ich Hoffnung.

 

Die Schuldnerberaterin will meine Lebens- und Schuldensituation ganz genau erfassen und macht sich ausführliche Notizen während des Gesprächs. Sie erklärt mir, dass der Weg der Verbraucherinsolvenz nicht ganz einfach sei und gewisse Härten mit sich bringe. Ich bin bereit, dies durchzustehen. Den unendlichen Druck und die Angst vor den Gläubigern und deren Post kann ich so nicht weiter ertragen. Da ich keinen exakten Überblick über meine Finanzsituation und die Schulden habe, bekomme ich die Aufgabe für den nächsten Beratungstermin alle Schulden, Adressen und Finanzunterlagen zusammen zu stellen. Zu Hause sammle ich alle Unterlagen in Ordnern und sortiere sie nach Gläubigern.

Nach einigen Wochen sind die Unterlagen vollständig. Die tatsächlichen Schulden liegen  bei 21.000 Euro. Allerdings kann die Schuldenberaterin auch einige Forderungen als verjährt zurückweisen. Ich bin froh eine so kompetente Ansprechpartnerin zu haben, denn auf die Idee, dass Forderungen nicht mehr gültig sein können, wäre ich nicht gekommen. Unser erster Schritt ist der Versuch uns außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen. Zusammen stellen wir einen Plan auf, in dem alle Forderungen der sieben Gläubiger  aufnehmen. Wir bieten den Gläubigern monatliche Ratenzahlung von je 25 Euro für die Dauer von 5 Jahren an. Dafür sollen sie mir nach dieser Zeit die Restschulden erlassen.


Sechs Gläubiger sind mit dem Vorschlag einverstanden, einer verweigert leider die Zustimmung. Die Schuldenberaterin stellt nun die Bescheinigung über die erfolglose außergerichtliche Einigung aus und beantragt mit mir beim zuständigen Insolvenzgericht das Verbraucherinsolvenzverfahren. Auch hier bin ich wieder über die Hilfe der Schuldenberaterin froh, da der Antrag 48 Seiten hat und fehlerfrei ausgefüllt werden muss. Ich gebe bei Gericht alle erforderlichen Anträge und Listen ab und lege eine ausführliche Schilderung bei, warum die außergerichtliche Einigung scheiterte. So kann sich das Gericht einen besseren Überblick verschaffen.
In meinem Fall beurteilt das Gericht die Chancen eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans als durchführbar und informiert alle Gläubiger. Diese haben jetzt einen Monat Zeit sich zu äußern.

 

 

zurück  | 1 | 2 | 3 | ... hier bitte weiterblättern

..................................................................................................................................................................


zurück zur Übersicht "Private Insolvenz"