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21.08.09 Opel: Fällt heute die Entscheidung ?

Insolvenzverfahren

Kategorie: Insolvenzverfahren, Opel


Berlin/Rüsselsheim (dpa) - Nach einer monatelangen Hängepartie können die 25 000 deutschen Opel-Mitarbeiter endlich auf eine Entscheidung zum Verkauf des Autobauers hoffen. Der Ex-Mutterkonzern General Motors (GM) will an diesem Freitag voraussichtlich verkünden, wer den Zuschlag erhält.

 

Im Rennen sind der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI. Das letzte Wort hat dann die Opel Treuhand, in der Bund, Länder und GM sitzen. Die Bundesregierung fordert nach dpa-Informationen von GM, mehr Auflagen zu erfüllen. Der US-Autokonzern soll sich stärker an künftigen Risiken des neuen Opel-Unternehmens beteiligen und sich keine Hintertüren für einen späteren Zugriff auf «New Opel» offenhalten können.

 

Bund und Länder versuchen, die Position ihres Favoriten Magna weiter zu verbessern. Deutschland ist bereit, den staatlich garantierten Kredit für Magna von 4,5 Milliarden Euro vorerst alleine zu stemmen - ohne Beteiligung der anderen europäischen Opel-Länder. Dieses Angebot wurde der Ex-Opel-Mutter General Motors übermittelt. Die 3 Milliarden Euro Kredit - ebenso wie die bereits ausgezahlten 1,5 Milliarden Euro für Opel - sollen im Verhältnis 50:50 auf Bund und Länder verteilt werden.

 

Regierung: Enger Kontakt der "Opel-Länder"

Die Bundesregierung betonte, es handele sich nicht um einen deutschen Alleingang. Mit dem Vorstoß solle eine möglichst schnelle Umsetzung von Bürgschaften und Garantien gesichert werden. Berlin stehe weiterhin in engem Kontakt mit den Regierungen in London, Madrid und den anderen europäischen Opel-Ländern. «Es gilt unverändert, dass wir an einer gemeinsamen Lösung arbeiten und auch die Bürgschaften und Garantien am Ende gemeinsam tragen wollen», sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Opel beschäftigt in Europa 50 000 Mitarbeiter, davon die Hälfte in Deutschland.

 

Die Bedingungen

Bund und Länder wollen GM harte Auflagen machen. Dies geht aus einem Schreiben der Berliner Opel-Task-Force an GM-Verhandlungsführer John Smith hervor, das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Darin wird festgehalten, dass GM in den Verhandlungen eine Kapitallücke der Adam Opel GmbH von 1,2 Milliarden Euro für Ende 2010 prognostiziert hat. Die deutsche Seite erwartet deshalb einen weiteren Beitrag von GM bei der Übernahme künftiger Risiken, erfuhr die dpa aus Kreisen der beteiligten Länder. Falls nach einem Opel-Verkauf an Magna die Rückzahlung der deutschen Kredite von 4,5 Milliarden Euro später einmal gefährdet sein sollten, soll GM Opel einen Aufschub für die Zahlung fälliger Lizenzgebühren gewähren. In dem Schreiben verlangt die Regierung, dass sich GM bei einer möglichen späteren Insolvenz oder einem Eigentümerwechsel bei «New Opel» im Lizenzabkommen keine Sonderrechte sichern können soll. Befürchtet wird, dass GM nach einer Opel- Sanierung mit deutschem Steuergeld sich seine frühere Konzerntochter wieder einverleibt. Dividenden an die Anteilseigner sollen erst nach vollständiger Rückzahlung der Kredite ausgezahlt werden. General Motors erklärte, man werde den Vorschlag prüfen.

 

Beugt sich GM dem politischen Druck?

Hatte das GM-Management zunächst RHJI bevorzugt, wird nun - auch wegen des politischen Drucks aus Deutschland - eine Entscheidung für Magna wahrscheinlicher. Bereits am Donnerstag hatte es in den USA ein erneutes Spitzentreffen von General Motors und Magna gegeben. Dabei wollten GM-Vorstandschef Fritz Henderson, Magna-Vizechef Siegfried Wolf und erstmals auch der Vorstandschef der russischen Sberbank, German Gref, offene Fragen klären. Die Sberbank ist Partner im Magna- Konsortium.

 

 

Bieter muss Eigenkapitalquote von 10 Prozent nachweisen

Auch von den Bietern verlangen Bund und Länder mehr als bisher: Im Falle eines Einstiegs muss der Käufer eine Eigenkapitalquote von zehn Prozent gemessen an den beantragten Bürgschaften bieten. Nach den vorliegenden unterschriftsreifen Angeboten erfüllen weder Magna noch RHJI diese Vorgabe, haben aber bereits Spielraum signalisiert.

 

 

Magna weiterhin Favorit der Deutschen

Die GM-Manager bevorzugten bislang RHJI, weil der Investor eine enge Zusammenarbeit von Opel mit der Ex-Konzernmutter plant und ein späterer Rückverkauf an GM möglich wäre. Bund, Länder und die Opel-Belegschaft wünschen sich Magna als Opel-Käufer, weil der Autozulieferer weniger Stellen in Deutschland abbauen will und ein industrielles Konzept für Opel hat.

 

 

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