Factoring Einführung

Factoring - Eine Einführung

Wie Factoring funktioniert und wie der konkrete Ablauf aussieht, erfahren Sie hier. Lernen Sie zudem die Vorteile des Factoring und die unterschiedlichen Arten des Factorings kennen.

Factoring Einführung Definition
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Factoring hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr als innovatives Finanzierungsmittel etabliert, um maßgeblich die Liquidität eines Unternehmens zu verbessern. Factoring wird in Deutschland seit Ende der fünfziger Jahre angeboten und hat sich somit neben klassischen Bankkrediten und dem Leasing als weitere Unternehmensfinanzierung durchgesetzt. 

 

Ablauf des Factorings

 

Ein Factoring-Kunde verkauft seine Geldforderungen gegen seine Kunden (Debitor) an den Factoringanbieter. Als Gegenleistung für den Verkauf zahlt der Factoringanbieter dem Factoring-Kunde ohne Verzug den Kaufpreis in Höhe von ca. 80 % der verkauften Forderung aus. Der Factoring-Anbieter zieht die Forderung jetzt vom Debitor des Factoring-Kunden ein. Bei Zahlung durch den Debitor zahlt der Factoring-Anbieter auch die verbliebenen 20 % an den Factoring-Kunden aus.

 

Dieser Ablauf wird durch eine Prüfung des Debitoren durch den Factor (Factoring-Anbieter) ergänzt. Hierzu prüft der Factor vor einem Vertragsschluss die Bonität des Abnehmers (Debitors) und übernimmt im Rahmen des zwischen Factor und Factoring-Kunde vereinbarten Limits das volle Ausfallrisiko.

 

 

Arten des Factorings

 

Das Factoring wird mit unterschiedlichem Leistungsumfang angeboten:

 

Echtes Factoring

Als echtes Factoring wird gesprochen, wenn der Factor (Factoring-Anbieter) auch das Delkredererisiko (Forderungsausfall-Risiko) übernimmt. Hierfür verlängt dieser vom Factoring-Kunde allerdings einen gewissen Aufschlag als Sicherungsentgelt. In Deutschland ist fast ausschließlich das echte Factoring angeboten. 

 

Unechtes Factoring

Im Gegensatz dazu wird von einem unechten Factoring gesprochen, wenn der Factor das Forderungsausfall-Risiko nicht übernimmt. In dieser Konstruktion kann das Factoring eher als Darlehen mit sicherungshalber Abtretung der Forderung gegen den Debitoren gesehen werden.

 

Full-Service-Factoring

Diese Art des Factoring umfasst den oben beschrieben Ablauf. Der Factoring-Kunde nimmt die Finanzierung des Kaufpreises, sowie die Forderungsausfallsicherheit und die Unterstützung beim Debitorenmanagement in Anspruch.

 

Bulk-Factoring (auch Inhouse- oder Eigenservice-Factoring)

Hier nutzt der Factoring-Kunde die Vorteile der Ausfallsicherheit und der Finanzierung, verzichtet aber auf die Unterstützung beim Debitorenmanagement. Dieses führt er für den Factoring-Anbieter selbst durch. 

 

Fälligkeits-Factoring

Hier verzichtet der Factoring-Kunde auf die sofortige Finanzierung und  Regulierung des Kaufpreises, nimmt aber die geringeren Aufwände beim Forderungsmanagement und die Vorteile der Risikoabsicherung wahr. Die Zahlung erfolgt am Tag der Fälligkeit der Forderung.

 

Offenes und stilles Factoring

Unterschieden wird auch, ob die Abtretung der Forderung des Factoring-Kunden an den Factor offen nach außen kommuniziert wird. Beim stillen Factoring weiß der Debitor nichts von der Abtretung und leistet weiterhin an den Factoring-Kunden. Beim offenen Factoring wiederum wird der Debitor über die Abtretung informiert. Die Aufforderung zur Zahlung erfolgt auch vom Factor gegenüber dem Debitor.

 

 

Vorteile und Nutzen des Factorings

 

Durch das Factoring erreicht der Factoring-Kunde einen größeren zeitlichen und finanziellen Spielraum. Der Unternehmer erhält sofortige Liquidität und schützt sich überdies vor Forderungsausfällen. Die Liquidität ist nicht länger durch Zahlungsverzug und -ausfällen belastet. Zudem trägt das Factoring zu einer wesentlichen Reduzierung des eigenen Verwaltungsaufwands beim Debitorenmanagement bei.

 

Insgesamt kann dies zu Rating- und damit Zinsvorteilen bei der eigenen Bank führen, da durch das Factoring die Eigenkapitalquote verbessert wird.