Insolvenzlexikon

In unserem Insolvenzlexikon finden Sie die wichtigsten Begriffe zur Insolvenz und einem Insolvenzverfahren. Wenn Sie zu einem Begriff keine Erklärung oder nur eine unzureichende Erläuterung finden, lassen Sie es uns wissen: redaktion@stp-portal.de.

 

Ein Insolvenzverfahren kann auch ohne Einsetzung eines Insolvenzverwalters  eröffnet und durchgeführt werden. Dies kommt dann in Betracht, wenn das Insolvenzgericht der Ansicht ist, dass der Schuldner selbst am besten die Verfahrensabwicklung führen kann. Dann ordnet das Gericht nach § 270 InsO die Eigenverwaltung an. Um den ordnungsgemäßen Lauf des Verfahrens sicherzustellen, wird dem Schuldner ein Sachwalter zugeordnet. Dieser prüft die wirtschaftliche Lage des Schuldners und überwacht dessen Geschäftsführung.

Wesentliche Verstöße teilt er sofort den Insolvenzgläubigern und dem Insolvenzgericht mit. Nach § 275 InsO darf der Schuldner Verbindlichkeiten, die nicht zum gewöhnlichen Geschäftsbetrieb gehören, nur mit Zustimmung des Sachwalters eingehen. 

Begriffe mit dem Buchstaben

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Sachwalter

Ein Insolvenzverfahren kann auch ohne Einsetzung eines Insolvenzverwalters  eröffnet und durchgeführt werden. Dies kommt dann in Betracht, wenn das Insolvenzgericht der Ansicht ist, dass der Schuldner selbst am besten die Verfahrensabwicklung führen kann. Dann ordnet das Gericht nach § 270 InsO die Eigenverwaltung an. Um den ordnungsgemäßen Lauf des Verfahrens sicherzustellen, wird dem Schuldner ein Sachwalter zugeordnet. Dieser prüft die wirtschaftliche Lage des Schuldners und überwacht dessen Geschäftsführung.

Wesentliche Verstöße teilt er sofort den Insolvenzgläubigern und dem Insolvenzgericht mit. Nach § 275 InsO darf der Schuldner Verbindlichkeiten, die nicht zum gewöhnlichen Geschäftsbetrieb gehören, nur mit Zustimmung des Sachwalters eingehen. 

Sanierung

Mit einer Sanierung soll das insolvente Unternehmen erhalten werden. Gerade durch die Fortführung eines Unternehmens kann nämlich ein Teil der bedrohten Arbeitsplätze gerettet und dem Wettbewerb ein wieder genesener Marktteilnehmer erhalten werden.

Schuldner

Schuldner haben in der Regel vom Gläubiger eine Leistung erhalten und schulden die Gegenleistung.

Sicherheit

Die Bestellung einer Sicherheit dient zur vorläufigen Durchsetzung von Rechten oder zur Abwehr von Gegenrechten. Eine Sicherheit kann geleistet werden durch Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren, Verpfändung von Gegenständen, Forderungen. Neben vertraglich vereinbarten Pfandrechten gibt es auch gesetzliche Pfandrechte zur Sicherung von Ansprüchen, wie z. B. das Vermieterpfandrecht. Auch für Immobilien können Sicherheiten bestellt werden, z. B. Hypothek, Grundschuld. Der Inhaber einer Sicherheit hat in der Insolvenz ein Recht auf abgesonderte Befriedigung.

Sicherungsabtretung

Der Schuldner tritt an einen Gläubiger Forderungen, die er gegen Dritte hat, als Sicherheit ab.

Sicherungsmaßnahmen

Maßnahmen im vorläufigen Insolvenzverfahren, die das Insolvenzgericht anordnet, um bereits im Eröffnungsverfahren das schuldnerische Vermögen für die künftige Insolvenzmasse zu sichern.

Sicherungsrecht

vgl. Sicherheit

Sicherungsübereignung

Bei der Sicherungsübereignung übereignet ein Sicherungsgeber dem Sicherungsnehmer eine oder mehrere Sachen zur Sicherung von Forderungen. Ähnlich wie beim Eigentumsvorbehalt kann der Sicherungsgeber die Sache jedoch weiterhin im Besitz behalten und nutzen.

Sozialauswahl

Wenn einzelnen Arbeitnehmern betriebsbedingt gekündigt werden soll, muss der Arbeitgeber/Insolvenzverwalter die Kriterien einer Sozialauswahl berücksichtigen, d. h. er muss die zu kündigenden Arbeitnehmer aufgrund ihres Alters, ihrer Betriebszugehörigkeit und der unterhaltspflichtigen Personen vergleichen und danach eine soziale Auswahl treffen.  Die Sozialauswahl muss bei Betrieben, die dem Kündigungsschutzgesetz unterliegen, berücksichtigt werden.

 

Sozialplan

Der Sozialplan ist eine Einigung über den Ausgleich oder die Milderung der wirtschaftlichen Nachteile, die den Arbeitnehmern infolge geplanter Betriebsänderungen entstehen. Der Umgang mit den Forderungen von Sozialplangläubigern (Sozialplan nach Eröffnung eines Verfahrens) ist gesondert geregelt.

Sozialplangläubiger

Ein Sozialplangläubiger ist ein Arbeitnehmer des Schuldners, der im Rahmen eines Sozialplans einen Betrag aus der Insolvenzmasse des Schuldners erhält.

Sozialversicherungsbeitrag

Beitrag zur Sozialversicherung, den sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer (jeweils 50 %) zu leisten haben. Zu den Sozialversicherungen zählen die gesetzliche Rentenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die gesetzliche Pflegeversicherung, die gesetzliche Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Krankenversicherung. Sofern der Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber nicht abgeführt wird, stellt dies einen Straftatbestand (§ 266a StGB) dar.

Stimmrecht

Umfang des Rechts eines Gläubigers, in der Gläubigerversammlung seine Stimme abzugeben. Das Stimmrecht bestimmt sich in der Standardabstimmung nach der Höhe der angemeldeten und nicht bestrittenen Forderung.

Escada-Insolvenz