Insolvenzlexikon

In unserem Insolvenzlexikon finden Sie die wichtigsten Begriffe zur Insolvenz und einem Insolvenzverfahren. Wenn Sie zu einem Begriff keine Erklärung oder nur eine unzureichende Erläuterung finden, lassen Sie es uns wissen: redaktion@stp-portal.de.

 

Massekosten sind die Kosten des Insolvenzverfahrens, d. h. die Gerichtskosten, die Vergütung und die Auslagen des vorläufigen Insolvenzverwalters, des Insolvenzverwalters und der Mitglieder des Gläubigerausschusses.

Begriffe mit dem Buchstaben

» M «

Vgl. Insolvenzmasse

Massearmut

Massearmut liegt dann vor, wenn in einem eröffneten Verfahren die Kosten des Verfahrens (z. B. Gerichtskosten, Kosten der Insolvenzverwaltung) nicht mehr durch die Insolvenzmasse gedeckt sind (auch sog. Masseinsuffizienz). Das Insolvenzgericht stellt das Verfahren von Amts wegen ein.

Massegläubiger

Die Massegläubiger sind gegenüber den Insolvenzgläubigern privilegiert. Die Forderungen der Massegläubiger werden aus Sicht des Schuldners als Masseverbindlichkeiten bezeichnet. Hierunter fallen die Kosten des Insolvenzverfahrens und alle Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter eingegangen ist. Dazu zählen auch Verträge, die der Insolvenzverwalter aufrechterhalten hat. Zu den Masseverbindlichkeiten gehören außerdem die Verbindlichkeiten, die ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingegangen ist.

Massekosten

Massekosten sind die Kosten des Insolvenzverfahrens, d. h. die Gerichtskosten, die Vergütung und die Auslagen des vorläufigen Insolvenzverwalters, des Insolvenzverwalters und der Mitglieder des Gläubigerausschusses.

Massekredit

Ein Massekredit ist ein von einer oder mehreren Banken gewährter Kredit für ein Unternehmen, dass sich kurz vor bzw. bereits in der Insolvenz befindet. Die Sicherheit der Kreditgeber ist dadurch gewährleistet, dass der Kredit aus der Insolvenzmasse vorrangig vor allen anderen Forderungen bedient wird.

Masseschulden

Masseschulden sind die Verbindlichkeiten aus gegenseitigen Verträgen (z. B. Arbeitsverträge, Mietverträge, Pacht), aber auch die Ansprüche der Sozialplangläubiger gem. § 123 InsO.

Masseunzulänglichkeit

Eine Masseunzulänglichkeit liegt dann vor, wenn keine Massearmut gegeben ist, jedoch die sog. Masseschulden nicht mehr gedeckt sind. Sobald der Insolvenzverwalter die Masseunzulänglichkeit angezeigt hat, wird diese öffentlich bekannt gemacht. Das Verfahren läuft weiter, die Massegläubiger erhalten jedoch nur noch eine Quote. Alle anderen Gläubiger, z. B. die Insolvenzgläubiger erhalten nichts mehr.

Masseverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter im Rahmen des Insolvenzverfahrens eingeht oder aufrechterhält. Solche Verbindlichkeiten sind beispielsweise Löhne, Mietkosten oder neue Verträge, z. B. zur vorübergehenden Weiterführung des schuldnerischen Unternehmens, die der Verwalter abschließt. Diese sind grundsätzlich vollständig zu bezahlen.

Verfahrenskosten sind weitere Masseverbindlichkeiten. 

Ist der vorläufige Insolvenzverwalter zur Vornahme bestimmter Handlungen vom Insolvenzgericht ermächtigt worden und sind daraus Verpflichtungen entstanden, kann auch er Masseverbindlichkeiten begründen.

Masseverbindlichkeiten sind vorneweg zu befriedigen (§ 55 InsO). 

Im Falle einer Masseunzulänglichkeit erfolgt auch hier nur eine quotale Befriedigung.

Escada-Insolvenz