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07.02.11 Insolvenzverwalter Tobias Hoefer findet Investor für letzten AKsys- Standort

Insolvenzverfahren

Kategorie: Insolvenzverfahren


Nach der erfolgreichen Sanierung der deutschen Standorte der AKsys-Gruppe, hat Insolvenzverwalter Tobias Hoefer auch für den letzten noch verbliebenen ausländischen Standort des international tätigen Automobilzulieferers einen Investor gefunden.

 

Zum 1. Februar 2011 hat die FPK Lightweight Technologies (integriert in BATZ als BATZ Lightweight Technologies Gruppe) das brasilianische Werk der AKsys in São José dos Pinhais übernommen. Das Unternehmen gehört zur international tätigen MONDRAGON-Gruppe und ist bereits seit Juli 2010 neuer Eigentümer des Standortes Peine der AKsys. Dort hatte BATZ Lightweight Technologies mehr als 100 Mitarbeiter übernommen. In Brasilien wurden rund 100 Arbeitsplätze gesichert.

 

Durch den neuen Investor bleiben aber nicht nur die Arbeitsplätze im brasilianischen Werk erhalten. „So fließt mehr Geld in die Insolvenzmasse, als wenn wir den Standort abgewickelt und die Maschinen und Materialien verkauft hätten“, sagt Hoefer. „Die Verhandlungen waren intensiv und haben lange gedauert, haben sich aber letztendlich gelohnt.“

 

„Mit BATZ Lightweight Technologies haben wir für das brasilianische Werk von AKsys einen strategischen Investor gefunden“, sagt Insolvenzverwalter Tobias Hoefer. „Das Unternehmen hat bereits in Peine gezeigt, dass es langfristig mit dem Standort und den Mitarbeitern plant. Ich sehe für das Werk in Brasilien eine gute Zukunftsperspektive.“

 

 

Rund 2.000 Arbeitsplätzen durch sinnvolle Entflechtung erhalten

Insgesamt konnte Hoefer in den drei Geschäftsbereichen Kunststoffe, Isolation und Entdröhnung der ehemaligen AKsys weltweit rund 2.000 Arbeitsplätze und acht Standorte in Deutschland sowie die Standorte in den USA, Spanien, Polen, Mexiko und Brasilien erhalten. Darunter sind auch Standorte, die nach dem Restrukturierungsprogramm der AKsys vor dem Insolvenzantrag geschlossen werden sollten.

 

„Wir haben die Gruppe in sinnvolle Einheiten aufgeteilt und in eigenständige Geschäftsbereiche überführt“, erklärt der Insolvenzverwalter seinen besonderen Sanierungsansatz. „Die einzelnen Einheiten können sich nun auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sind mit dem jeweiligen neuen Investor gut im Markt positioniert.“

 

Das spiegelt auch die aktuelle Situation der Standorte der ehemaligen AKsys wieder:

 

Standort Peine, BATZ Lightweight Technologies, FPK Deutschland (Übernahme 6. Juli 2010)

Oscar Pérez, Business Director der BATZ Lightweight Technologies: „Wir betrachten wir das Jahr 2011 als eine Herausforderung. Mit dem Ziel, eine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, welche eine entsprechende Entwicklung unseres Business garantiert, schließen wir weitere Maßnahmen, zusätzlich zu denen, die wir bereits in diesem Betrieb begonnen haben, nicht aus.“

 

Standort Ziemetshausen, Geiger Automotive GmbH (Übernahme 1. Juli 2010)

Geiger Automotive wächst nach eigenen Angaben mittlerweile rasant und arbeitet profitabel. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 100 Mio. Euro.

 

Standorte Krumbach und Ellzee (jetzt Borgers Süd), Borgers AG (Übernahme 1. Mai 2010)

Vor dem Hintergrund bestehender Aufträge und der guten Konjunktur haben sich die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen von Borgers Süd nach eigenen Angaben positiv entwickelt. Bislang wurden mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt. „Durch die reibungslose Integration der Standorte konnten wir unsere Marktstellung bei Produkten und Technologien ausbauen“, sagt Werner Borgers, CEO der Borgers AG. „Die große Herausforderung ist nun, die notwendigen Anschlussaufträge für die langfristige Auslastung der Werke zu generieren. Dabei werden uns die innovativen Produkte und die starke Motivation der Mitarbeiter sehr helfen.“

 

Standort Bielefeld, Dr. Freist Automotive GmbH (DFA) (Übernahme 1. Mai 2010)

Bei DFA Bielefeld läuft die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten seit der Übernahme nach eigenen Angaben gut, es konnten bereits mehrere Aufträge akquiriert werden. „Wir profitieren von der guten Autokonjunktur und haben bereits zusätzliche Mitarbeiter eingestellt“, sagt Dr. Christoph Freist, der Mehrheitsgesellschafter der DFA.

 

Standorte Worms, Frankfurt/M., Polen, Spanien, USA; FAIST ChemTec GmbH (Übernahme 1. Mai 2010)

Die Umsatzzahlen der FAIST ChemTec GmbH haben sich nach eigenen Angaben positiv entwickelt. „Wir konnten bereits mehrere Neu- und Folgeaufträge generieren und rechnen damit, dass wir unsere Umsatz-Planung für 2011 erreichen werden“, sagt Michael Faist, geschäftsführender Gesellschafter der FAIST ChemTec GmbH. „In der näheren Zukunft wollen wir in ein neues Entwicklungszentrum und eine Erweiterung unserer Standorte im Ausland investieren.“

 

 

 

Bild: v.Hujer

 

Von: M. Braun; Deekeling Arndt Advisors in Communications

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