Woolworth-Insolvenz: Nachrichtenüberblick

Woolworth in der Krise. Hier der Nachrichtenüberblick

 

03.06.2009 Insolvenzverwalter mit Plan zur Woolworth-Rettung

 

 

Frankfurt/Main (dpa) - Zur Rettung der insolventen Kaufhauskette Woolworth Deutschland gibt es ein erstes grobes Konzept. Allerdings ist weiterhin kein Investor in Sicht und die Gefahr von Filialschließungen und Kündigungen nicht gebannt, wie ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt sagte.

 

Hermann schlägt von Juli an eine Transfergesellschaft für die bundesweit 9700 Mitarbeiter vor, will das Sortiment entrümpeln und die Ladengrößen vereinheitlichen. Dies würde das Unternehmen «durchaus attraktiv für mögliche Investoren machen», sagte der Sprecher. Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Mitte April Insolvenzantrag gestellt. 

 

20.04.2009 Wenige Tage nach der Insolvenz von Woolworth Deutschland gibt es erste Interessenten für Filialen der Billigkaufhauskette.

 

Wenige Tage nach der Insolvenz von Woolworth Deutschland gibt es erste Interessenten für Filialen der Billigkaufhauskette. «Woolworth hat sicher einige Standorte, die für uns sehr gut denkbar wären», sagte der Chef der Drogeriekette dm, Erich Harsch, der «Financial Times Deutschland» (Freitag). «Wir sind jederzeit offen für Gespräche.» Auch dm-Konkurrent Rossmann soll Interesse an Woolworth-Filialen angemeldet haben.

 

Ein Sprecher des vorläufigen Woolworth-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, bestätigte am Freitag auf Anfrage: «Es gibt Interessenten, es gibt auch konkrete Anfragen.» Namen wollte er nicht nennen. Mit Lieferanten habe es erste «positive Gespräche» gegeben, auch mit den Eigentümern der Immobilien, die Woolworth angemietet hat, wolle Hermann in Verhandlungen treten.

 

Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Ostersamstag Insolvenzantrag gestellt. Betroffen davon sind laut Hermann 9700 Mitarbeiter in bundesweit 311 Filialen. Hermann hatte versichert, der laufende Betrieb könne zunächst aus eigenen Mitteln aufrechterhalten werden.

 

[DWW Woolworth Deutschland]: Lyoner Strasse 52, Frankfurt am Main
[dm-drogerie markt GmbH + Co. KG]: Carl-Metz-Straße 1, Karlsruhe

 

 

15.04.2009 Woolworth verfügt noch über flüssige Mittel

 

Die insolvente Kaufhauskette Woolworth hat nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters noch flüssige Mittel. «Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir über Mittel verfügen, dass die Arbeit weitergehen kann», sagte der Anwalt Ottmar Hermann am Mittwoch in Frankfurt.

 

Wie lange das Geld noch reichen wird, wollte Hermann nicht beziffern. Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Ostersamstag Insolvenzantrag gestellt. Betroffen davon sind laut Hermann 9700 Mitarbeiter, davon etwa 6000 sind Teilzeit- oder Aushilfskräfte. Löhne und Gehälter seien bis einschließlich März 2009 in vollem Umfang gezahlt worden, auch alle Verbindlichkeiten habe das Unternehmen bis zuletzt erfüllt.

 

«Wir streben die Fortführung des Unternehmens an und wollen die kurzfristige Liquidität mit allen Beteiligten sichern, dazu stehen wir in Gesprächen mit Lieferanten und Vermietern», sagte Hermann. Wie die wirtschaftliche Situation des fast 83 Jahre alten Unternehmens genau aussieht wollte Hermann nicht sagen.

 

Auch Aussagen zur Zukunft der Mitarbeiter und der 311 Filialen in Deutschland machte er nicht. Das wolle er zunächst mit Mitarbeitern und Betriebsrat besprechen. Er betonte: «Es sind keine Kündigungen ausgesprochen worden.» Auf die Frage, wie groß er die Chance für eine Rettung der Kaufhauskette mit Hauptsitz in Frankfurt am Main sieht, antwortete Hermann: «Ich denke, es gibt gute Chancen, dass es weitergeht.»

 

 

14.04.2009 Betrieb bei Woolworth Deutschland geht weiter

 

Knapp drei Stunden nach der öffentlichen Bekanntmachung durch das Frankfurter Amtsgericht, um kurz vor 14.00 Uhr, fährt Ottmar Hermann, der vorläufige Insolvenzverwalter an der Woolworth-Zentrale in Frankfurt am Main vor: Er will sich bei einem ersten Gespräch mit der Unternehmensführung selbst ein Bild von der Lage des Unternehmens machen.

 

Mit dabei hat der Frankfurter Anwalt etwa ein halbes Dutzend Experten. Noch während das Gespräch läuft, lässt Hermann per Pressemitteilung versichern: "Wir möchten in dieser außerordentlich schwierigen Situation alles versuchen, Arbeitsplätze zu sichern und möglichst viele Standorte zu erhalten." Der Betrieb laufe zunächst uneingeschränkt weiter.

 

 

DWLogistics GmbH & Co. KG von Insolvenzantrag nicht betroffen

 

Die Schwestergesellschaft DWLogistics GmbH & Co. KG mit Sitz in Bönen (Nordrhein-Westfalen) und die österreichischen Gesellschaften sind nach Angaben Hermanns nicht von dem Insolvenzantrag betroffen. Das Amtsgericht stellte klar, seine Entscheidung stelle noch keine Eröffnung eines Insolvenzverfahrens dar, hierüber werde noch entschieden.

 

 

Woolworth Deutschland stellt Insolvenzantrag

 

Wie das Amtsgericht Frankfurt am Main heute mitteilte, hat die Billigkaufhauskette Woolworth Deutschland am vergangenen Samstag aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag eingereicht. Bereits am Karfreitag hatte das Manager-Magazin über einen Mangel an flüssigem Kapital berichtet. Der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

 

Woolworth insolventDie DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG beschäftigt ca. 11.000 Arbeitnehmer und betreibt 323 Fillialen (311 in Deutschland, 12 in Österreich). Das operative Geschäft von Woolworth Deutschland gehört dem britischen Finanzinverstor Argyll Partners, der dieses erst im Oktober 2007 erworben hatte.

 

 

Noch im Februar erklärte der damalige Woolworth-Chef Robert Brech, dass man  "trotz trister Großwetterlage im Handel gut aufgestellt" sei und hatte die Unternehmenssituation als stabil bezeichnet.

 

In der Zwischenzeit gab es einen Wechsel in der Führungsposition zu Stefan Rohrer, der diese jedoch Anfang April nach nur 4 Wochen ohne Nennung von Gründen wieder aufgab.

 

 

Historie

 

Im November 1926 war Woolworth in Deutschland an den Start gegangen. Im Oktober 2007 übernahm der britische Finanzinvestor Argyll Partners das operative Geschäft. «Woolworth hat ab sofort einen neuen Eigentümer mit viel Erfahrung im Einzelhandelsgeschäft», heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Im Zuge einer Sanierung 2007/2008 waren etwa 1.000 Stellen gestrichen und rund 800 Beschäftigte entlassen worden. Für das laufende Geschäftsjahr (31. Oktober) hatte Woolworth 900 Millionen Euro Umsatz als Ziel genannt.

 

Quelle: dpa

 

Weitere Informationen:

 

Informationen für Arbeitnehmer - Lohnforderungen in der Insolvenz