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Insolvenzverfahren

Opel in der Krise - Informationen und aktuelle Meldungen

Nachrichtenüberblick und Informationen über die Situation von Opel aufgrund der drohenden Insolvenz von General Motors

 

  

30.06.2009 Poker um Opel: RHJ International wieder im Spiel

Im Poker um den Autobauer Opel ist der Finanz-Investor RHJ International laut einem Zeitungsbericht mit einem verbesserten Angebot wieder voll im Spiel.

 

Damit wächst der Druck auf den bisherigen Favoriten um den Einstieg bei Opel, den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna. Magna-Chef Siegfried Wolf drängte am Dienstag auf einem Automobil-Branchentag in Erfurt auf eine schnelle Einigung: «Wir wollen am 15. Juli zum Abschluss kommen.» An jedem Tag ohne Entscheidung werde «Geld verbrannt».

 

Die «Financial Times» (Dienstag) berichtete unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Person, dass der insolvente US-Autobauer General Motors (GM) noch in dieser Woche mit der europäischen Tochter des US-Finanzinvestors Ripplewood ein «Memorandum of Understanding»  (unverbindliche Absichtserklärung) unterzeichnen könne. GM nehme das überarbeitete Angebot sehr ernst, denn der US-Autobauer sei daran interessiert, zwei feste Angebote zu haben.

 

Der insolvente Hersteller will seine Verhandlungsposition gegenüber Magna stärken. Auch der chinesische Autobauer Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) könnte bald ein überarbeitetes Angebot einreichen, schreibt das Blatt.

 

Opel wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren. GM Europa hatte aber bereits mehrfach betont, dass außer mit Magna auch mit anderen Interessenten verhandelt werde.

 

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte am Dienstag hingegen, es gebe keinen Bieterwettbewerb um Opel. «Wir haben uns Ende Mai für das Geschäftskonzept von Magna entschieden. Es gibt derzeit keine weiteren Bieter.» Wenn der österreichisch-kanadische Automobilzulieferer Magna seine Zusagen erfülle, stehe «die Treuhandbrücke fest». Derzeit gebe es noch «drei bis vier offene Fragen». Die Aussicht, dass es zu einem Vertragsabschluss mit Magna komme, sei aber groß.

 

In seiner neuen Offerte habe RHJ International den «politischen Empfindlichkeiten» in Deutschland bezüglich des geplanten Jobabbaus Die erste Offerte war in Berlin durchgefallen. Die Regierung bevorzugte das gemeinsame Konzept von Magna und russischen Partnern.

 

Zwar hat GM das letzte Wort. Als Geldgeber haben Bund und Länder mit Opel-Standorten aber Einfluss. Bisher wurde Opel ein öffentlicher Brückenkredit von 1,5 Milliarden Euro zugesagt, mit dem der Autobauer sein Geschäft bis zur angestrebten Übernahme durch einen Investor weiterführen kann. Sollten die Verhandlungen mit Magna scheitern, droht der deutschen Politik eine herber Image-Verlust - und der Steuerzahler könnte auf den Kosten sitzen bleiben.

 

Dazu wird es laut Wolf aber nicht kommen. Er sei «guter Hoffnung»,bei Opel zum Zuge zu kommen. Er machte aber auch deutlich, dass seine Kompromissbereitschaft Grenzen hat. «Wir wissen ziemlich genau, was wir zusagen können und was nicht.» Magna dürften keine Hürden auferlegt werden, die nicht umsetzbar seien. Einem Rückkaufsrecht von Opel-Anteilen durch GM beispielsweise würde er «sicher nicht zustimmen». Aus Verhandlungskreisen hieß es am Dienstag, die Gespräche kämen gut voran. Magna habe Verständnis dafür, dass GM weitere Angebote einhole.

 

Die «Financial Times» berichtete hingegen, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten seien, weil man sich über den künftigen Zugang zur GM-Technologie uneinig sei. Magna will mit dem russischen Autobauer GAZ und der staatlichen Sberbank künftig in Russland auf Opel-Technologie basierende Autos bauen.

 

Um den Verkauf an einen Investor vorzubereiten, gehört Opel derzeit zu 65 Prozent einer Treuhandgesellschaft, 35 Prozent hält die bisherige Mutter GM. Der Vorsitzende des Treuhandbeirats, Fred Irwin, hatte GM am Montag aufgefordert, sich alle ernsthaften Investoren anzuschauen und mit ihnen gleichberechtigt zu sprechen. Ein frühzeitiger Zuschlag für einen Interessenten schmälere den Verhandlungsspielraum und sei deshalb schlecht für den Verkäufer und die Opel-Mitarbeiter.

 

Unterdessen kämpfen die europäischen Opel-Händler weiter um eine Beteiligung an der angestrebten neuen Opel-Gesellschaft. Ihre Vereinigung Euroda werde erneut mit Magna verhandeln, teilten die Händler am Dienstag in München mit. Zwar habe Magna bei einem ersten Treffen wenig Interesse an einer Händlerbeteiligung an den Werken gezeigt. Gleichzeitig habe der Zulieferer aber signalisiert, dass eine Beteiligung im Vertriebsbereich durchaus vorstellbar sei. Der Vorsitzende der Vereinigung, Jaap Timmer, sagte: «Es geht um eine Beteiligung an der Vertriebsorganisation.» Aus Verhandlungskreisen
hieß es, denkbar sei die Ausgliederung einer Vertriebstochter, an der sich die Händler beteiligen könnten. Ursprünglich hatten die Händler einen Firmenanteil von 10 bis 15 Prozent angestrebt.


dpa

 

 

 

29.06.2009 Im Bieter-Wettstreit um den Kauf des angeschlagenen Autobauers Opel lehnt der Treuhandbeirat eine Vorfestlegung auf einen Investor ab.

 

"Wir ermutigen (die einstige Opel-Mutter) General Motors (GM),  sich alle ernsthaften Investoren anzuschauen und mit ihnen gleichberechtigt zu sprechen", sagte der Gremiumsvorsitzende Fred Irwin am Montag in Frankfurt. Ein frühzeitiger Zuschlag für einen Interessenten belaste den Verhandlungsspielraum und sei deshalb schlecht für den Verkäufer und die Opel-Mitarbeiter.

 

Damit kritisierte Irwin indirekt die Bundesregierung, die sich für Magna International als Investor bei Opel ausgesprochen hatte. Der Zuschlag für das Konsortium um den kanadisch-österreichischen Zulieferer sei im Treuhandvertrag nicht verbindlich festgelegt worden. General Motors müsse entscheiden, wer ein ernsthafter Investor ist, sagte Irwin. Der Treuhandbeirat fordere, dass GM allen Bietern dieselben Informationen zur Verfügung stellt, damit jeder einen Geschäftsplan ausarbeiten kann.

 

 

Auf Grundlage dieser Pläne müsse GM dann eine Empfehlung abgeben. Bund und Länder müssten als Geldgeber dem künftigen Mehrheitseigner zustimmen.

 

AUSREICHEND LIQUIDITÄT VORHANDEN

 

Bei dem Verfahren sieht Irwin keinen Grund zur Eile. Zwar strebe auch die Treuhand, die zur Zeit 65 Prozent der Opel-Anteile hält, "so schnell wie möglich" einen Vertragsabschluss an. "Aber das ist kein Feuerverkauf. Opel ist nicht in einer Notsituation." Sein Ziel sei, das vor einem Monat begonnene Verfahren in seiner sechsmonatigen Amtszeit abzuschließen. Wichtiger als ein Datum sei aber eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung. Der derzeit wahrscheinlichste Investor Magna hatte den September als Datum für das sogenannte Closing genannt, ein verbindlicher Vorvertrag solle am 15. Juli unterzeichnet werden.

 

Dank des staatlichen Überbrückungskredits habe Opel ausreichend Liquidität. "Ich weiß, dass derzeit ein neunstelliger Cash vorhanden ist", sagte Irwin. Alle Lieferanten seien bezahlt. Zu angeblichen täglichen Millionenverlusten wollte sich der Präsident der AmCham (Amerikanische Handelskammer in Deutschland) nicht äußern. "Wir als Treuhandbeirat interessieren uns nicht für Gewinn und Verlust, sondern für die Liquidität. Das ist das, was zählt." Irwin stellte aber klar, dass Opel derzeit kein Geld "verbrenne". "Opel gibt Geld aus für Löhne und Gehälter, aber es wird nichts weggeschmissen."

 

'HB': FINANZIELLE RESERVEN GRÖSSER ALS GEDACHT

 

Bund und Länder werden Opel einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro geben, die erste Tranche von 300 Millionen Euro ist bereits ausgezahlt worden. Mit dem Darlehen konnte Opel aus dem Mutterkonzern General Motors (GM) herausgelöst werden. GM hält seither nur noch 35 Prozent an Opel, den Rest hält die Opel-Treuhandgesellschaft, die den Verkauf der Anteile an einen Investor überwacht. Das "Handelsblatt" berichtete am Montag, Opel habe einen größeren finanziellen Spielraum als bisher gedacht. Das Unternehmen wolle den zugesagten staatlichen Überbrückungskredit nicht vollständig ausschöpfen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Nach einer internen Finanzplanung sollten nur rund 1,2 Milliarden Euro der staatlichen Finanzhilfe in Anspruch genommen werden. Rund 300 Millionen Euro sollen demnach als Sicherheitspolster dienen.

 

Unterdessen droht der geplante Einstieg bei Opel für die Russen langsam zu teuer zu werden, wie die Moskauer Wirtschaftszeitung "Kommersant" schreibt. GM fordere in den kommenden Jahren mehr als 7 Milliarden Euro an Investitionen. Die Sberbank hatte bislang 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Nach russischen Schätzungen kostet es bis zu 700 Millionen Euro, um Opel-Wagen im GAZ-Werk in Nischni Nowgorod - das frühere Gorki östlich von Moskau an der Wolga - vom Band rollen zu lassen. Für das Geld könne man in Russland aber auch selbst eine neue Autofabrik bauen. Die Sberbank- Führung hatte zuletzt nicht ausgeschlossen, dass das Vorhaben von Magna und seinen
russischen Partnern noch scheitern könnte.

 

dpa

25.06.2009 Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer General Motors (GM) hat grünes Licht für die weitere Finanzierung seines Rettungsplans bekommen.

 

Das Insolvenzgericht in New York gab am Donnerstag auch den Rest der insgesamt beantragten 33,3 Milliarden Dollar (23,9 Mrd Euro) an Regierungskrediten frei. Zuvor war davon bereits knapp die Hälfte an die bisherige Mutter des deutschen Autobauers Opel geflossen.

 

GM will sein Anfang Juni gestartetes Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz binnen 60 bis 90 Tagen beenden. Zur Rettung ist vorerst eine weitgehende Verstaatlichung des größten US-Herstellers geplant. Eine entscheidende Anhörung dazu ist für kommenden Dienstag (30. Juni) angesetzt.

 

dpa

18.06.2009 Der Autozulieferer Magna bekommt möglicherweise doch noch ernsthafte Konkurrenz bei der Übernahme von Opel.

 

 

Der staatliche chinesische Autohersteller Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) habe die Erlaubnis zur Prüfung der Bücher erhalten, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag) unter Berufung auf Kreise der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM).

 

 

Das Unternehmen aus Peking wolle schon in den kommenden Tagen mit der sogenannten Due Diligence im elektronischen Datenraum beginnen. Der nächste Schritt wäre eine verbindliche Offerte an die mit dem Verkauf beauftragte Bank Dresdner Kleinwort.

 

Magna will zusammen mit der staatlichen russischen Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen, hat dafür aber hohe Staatshilfen gefordert. Momentan wird an den Details des Verkaufs gefeilt. Laut Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt es parallel Kontakt zu mehreren anderen Interessenten. Im Bieterverfahren waren neben Magna und BAIC noch der US-Finanzinvestor Ripplewood und der italienische Autohersteller Fiat aufgetreten.

 

 

Laut «FAZ» ist für die nächsten zwei Wochen der Besuch einer Delegation aus China geplant. BAIC-Chairman Xu Heyi wolle dann bei Betriebsräten, Gewerkschaften und Politikern um Vertrauen für seinen Plan werben. In einem ersten Grobkonzept von Ende Mai hätten die Chinesen in allen relevanten Punkten etwas größere Zugeständnisse gemacht als Rivale Magna. Das Angebot sei aber sehr spät eingegangen.

 

 

Für die Bundesregierung und für GM sei der Einstieg der Chinesen in den Bieterprozess ein willkommenes Mittel, den Druck in den Verhandlungen mit Magna zu erhöhen, erläuterte die «FAZ». Derzeit gehört Opel noch zu 65 Prozent einer vom deutschen Staat kontrollierten Treuhandgesellschaft und zu 35 Prozent GM. Mit dieser Lösung war Opel vor dem Strudel der Insolvenz seines Mutterkonzerns geschützt worden.

 

09.06.09 Einstieg von Magna, aber noch nicht alle Fragen geklärt

 

 

 

Trotz der Grundsatzentscheidung für den Einstieg des Zulieferers Magna beim Autobauer Opel sind noch viele Fragen ungeklärt. Der Co-Vorstandsvorsitzende von Magna, Siegfried Wolf, rechnet für Ende September mit dem Vertragsabschluss.

 

In den kommenden vier Wochen will er die offenen Details klären. Der designierte Chef der künftigen Opel-AG, Carl-Peter Forster, betont: «Wir haben noch viel zu tun und auf dem Weg zum Ziel könnte noch viel passieren.» Einige wichtige Fragen und zentrale Punkte:

 

Ist die Opel-Übernahme durch Magna schon sicher?

 

Nein.

Bislang wurde nur eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das kurze Papier ist nicht bindend. Magna hat deutlich gemacht, dass die Übernahme noch nicht gewährleistet sei. Deshalb lauern der italienische Autohersteller Fiat und sein chinesischer Rivale BAIC
weiter auf ihre Chance.

 

 

Welche Risiken bestehen?

Bei den Verhandlungen müssen viele Details geklärt werden. Und zwar mit mehreren Seiten, vor allem mit General Motors (GM) und der US-Regierung. Eine Opel-Insolvenz ist zwar zunächst vom Tisch, sie würde mit dem Scheitern der Gespräche aber wieder wahrscheinlicher. In diesem Fall müssten die Steuerzahler für den staatlich verbürgten
Überbrückungskredit geradestehen.

 

 

Wird die neue Opel AG weltweit aktiv?

Über den Zugang der geplanten neuen Opel-Gesellschaft zu Märkten, die Opel bisher weitgehend versperrt sind, wird noch verhandelt. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz prophezeit: «Die Marke Opel wird am Ende des Tages eine globale Marke sein auf allen Märkten in dieser Welt.» Vorerst wird Opel aber in den USA auch künftig nicht verkauft, bei Kanada ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.


In China hatte GM Opel bisher nur ein kleines Händlernetz gestattet, das Opel auch weiter nutzen möchte. Um größere Stückzahlen zu erzielen, wollen Magna und seine russischen Partner Opel vor allem in Russland stärken. Außerdem hat Magna Interesse am Russland-Geschäft von GM. Auch über dieses Thema wird noch verhandelt. GM verkauft rund 450 000 Chevrolets in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

 

Kann Deutschland noch Forderungen stellen?

Da Opel Staatsbürgschaften von 3,3 Milliarden Euro anstrebt, die zum großen Teil aus Deutschland kommen sollen, können Berlin und die Bundesländer mit Opel-Standorten weiter Einfluss ausüben. Mit dem Zuschlag für Magna hat sich die Bundesregierung aber möglicherweise schon zu früh aus der Defensive gewagt. Das «Handelsblatt» zitierte den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschafts-ministerium, Hartmut Schauerte (CDU): «Magna wird uns bis zum bitteren Ende Nachforderungen stellen, weil wir uns ja alternativlos gestellt haben.»

 

Wie lange reicht die Liquidität von Opel?

Opel/GM Europa geht davon aus, dass der staatliche Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro die Liquidität bis zum Vertragsabschluss mit Magna sichert.

 

 

Wohin fließt das Geld aus dem Überbrückungskredit?

 

Mit dem Geld will die Adam Opel GmbH, zu der inzwischen auch die europäischen Opel-Standorte gehören, unter anderem in neue Modelle wie den Astra und den Meriva investieren. Der neue Meriva wird im spanischen Saragossa gebaut. Die Regionalregierung von Aragón wird den Serienanlauf nach Opel-Angaben mit 200 Millionen Euro unterstützen. Der von Bund und Bundesländern mit Opel-Standorten verbürgte Kredit über 1,5 Milliarden Euro sichert zudem laufende Zahlungen etwa an Zulieferer.

 

Muss der Investor für mehr als 5 Milliarden Euro Pensionslasten aufkommen?

Opel bezeichnet diese Spekulationen als «abwegig». Bei Opel bestehe die betriebliche Altersversorgung aus verschiedenen Bausteinen wie Direktversicherung, Riestersparplänen, Metallrente und direkt zugesagten Versorgungsansprüchen. Für die direkt zugesagten Versorgungsansprüche habe die Adam Opel GmbH einen durch Rückstellungen gesicherten Pensionsplan. Aufwendungen für die Zahlung der direkt zugesagten Versorgungsansprüche seien Bestandteil des jährlichen Geschäftsplans der Adam Opel GmbH.

 

Was passiert mit dem GM-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim?

Magna will erreichen, dass das Entwicklungszentrum künftig sowohl von GM und Opel gemeinsam als auch von jedem Autobauer in Eigenverantwortung genutzt werden kann. Für ersteres müsste Opel vermutlich weiter Lizenzgebühren an die einstige US-Mutter bezahlen, Patente für eigene Entwicklungen wären davon nicht betroffen. Nach Betriebsratsangaben wird Opel die globale Verantwortung für die Entwicklung der Kompaktklasse haben sowie für alle Fahrzeuge für Europa und alle weiteren Märkte, die Opel künftig bedient.

dpa

01.06.2009 Sanierungsexperte Alfred Hagebusch wird Opel-Treuhänder

 

 

Die neue Treuhandgesellschaft für Opel soll von dem Sanierungsexperten Alfred Hagebusch geführt werden.

 

 

 

Dem Frankfurter Anwalt zu Seite stehe als Co-Geschäftsführer der Europa- Vizechef des bisherigen Mutterkonzerns General Motors, Eric Stevens, bestätigten Regierungskreise in Berlin. Hagebusch ist Partner einer auf Insolvenzen und Sanierungen spezialisierten Kanzlei.

 

 

 

Mit dem neuen Treuhandmodell werden die europäischen GM-Teile aus General Motors herausgelöst und unter einem eigenen Dach zusammengefasst.

 

 

 

dpa-afx

27.05.2009 Zur Rettung von Opel sind fünf Konzepte im Gespräch

 

Die fünf Konzepte in der Übersicht:

 

 

MAGNA: Der österreichisch-kanadischen Zulieferer will Opel mit russischer Hilfe zu einem Massenhersteller mit einer Jahresproduktion von bis zu fünf Millionen Autos formen, davon allein eine Million Opel für den russischen Markt. Magna strebt eine 20-prozentige Beteiligung an, jeweils 35 Prozent sollen GM und die russische Sberbank halten. Zudem sitzt der russische Hersteller Gaz als industrieller Partner im Boot. Zehn Prozent würde die Opel-Belegschaft halten. Das Magna-Konzept sieht den Abbau von 2600 Arbeitsplätzen in Deutschland vor, davon die weitaus meisten in Bochum. Der Staat soll für mindestens 4,5 Milliarden Euro bürgen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will Magna zusätzliche 200 Millionen Euro über staatliche Bürgschaften finanzieren, weitere 500 Millionen sollen über Schuldtitel "vorrangig abgesichert" werden. Offen ist die Frage der Opel-Pensionsverpflichtungen.

 

 

FIAT: Der italienische Autobauer will mit dem GM-Europageschäft und einem Einstieg bei Chrysler zum zweitgrößten Autohersteller der Welt aufsteigen. Die GM-Marken Opel, Vauxhall und Saab sollen erhalten bleiben. Fiat verlangt 6 Milliarden Euro an Staatsgarantien und will dem Vernehmen nach keine eigenen Finanzmittel, sondern Unternehmenswerte einbringen. Im neuen Konzern Fiat/Opel sollen rund 10 000 Stellen abgebaut werden, davon weniger als 2000 in Deutschland.

 

 

RIPPLEWOOD: Der US-Finanzinvestor will über seinen europäischen Ableger RHJ vorrangig als Finanzierer mitmischen. Das Konzept soll den Abbau von bis zu 10 000 Arbeitsplätzen in Europa beinhalten. Nach Medien-Informationen verlangt RHJ Bürgschaften von bis zu rund 5 Milliarden Euro. RHJ will Opel im GM-Verbund belassen, der US-Konzern solle aber nur einen Minderheitsanteil von bis zu 40 Prozent behalten, berichtet der "Tagesspiegel". Danach sollen auch die Mitarbeiter mit rund 10 Prozent beteiligt sein.

 

 

BAIC: Kurzfristig hat die Beijing Automotive Industry Corp. ein Angebot gemacht, berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Danach will Chinas fünftgrößter Autobauer bei den Rüsselsheimern einsteigen und auf einen Abbau von Stellen in Deutschland verzichten. Zumindest die ersten zwei Jahre soll es eine Bestandsgarantie für die deutschen Werke geben. Auch sollen die geforderten Staatsgarantien unter 5 Milliarden Euro liegen.

 

 

ARBEITNEHMER UND HÄNDLER: Die Beschäftigten des angeschlagenen Autobauers arbeiten an einer Notlösung. Sollte die Übernahme scheitern, wollen Arbeitnehmer und Händler von Opel eine gemeinsame Offerte vorlegen. Die Summe könnte nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Online-Ausgabe) bei 1,5 Milliarden Euro liegen. Davon entfielen 1 Milliarde Euro auf einen Lohnverzicht der Beschäftigten und weitere 500 Millionen Euro auf einen Rettungsfonds, den die 4000 Opel-Händler beschlossen haben. Die europäischen Opel-Händler streben einen Firmenanteil von 10 bis 15 Prozent an.

 

 

dpa

 

27.05.2009 Regierung will Überbrückung für Opel beschließen

 

Die Bundesregierung will bei den Opel-Verhandlungen an diesem Mittwochabend endgültig eine Überbrückungsfinanzierung für den Autobauer beschließen.

 

Das sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Außerdem sollen letzte Details des Treuhandmodells geklärt werden, mit dem Opel aus der drohenden General-Motors-Insolvenz herausgehalten werden soll.

 

Er ließ aber offen, ob nach den Gesprächen im Kanzleramt eine Präferenz für einen bestimmten Opel-Interessenten geäußert wird. Es sei wahrscheinlicher, dass die Gespräche mit mindestens zwei Interessenten fortgesetzt würden. Der chinesische Interessent für Opel sei mit seinem Konzept für das Spitzentreffen zu spät gekommen. Er werde aber bei den Verhandlungen in den nächsten Tagen berücksichtigt.

 

dpa

26.05.2009 Opel-Betriebsrat: Vor Trennung von GM

 

 

Die Trennung von Opel und dem Mutterkonzern General Motors ist nach Aussage von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz unterschriftsreif.

 

Er habe das Dokument selbst gesehen, sagte Franz am Abend im ZDF. Das sehe sehr gut aus und laufe alles in die richtige Richtung. Wichtig sei, dass die Hängepartie bei Opel beendet werde. Die Bundesregierung will sich heute entscheiden, welchen der Interessenten sie favorisiert: Fiat, Magna, Ripplewood oder den neuen Interessenten aus China

 

dpa

 

 

 

 

26.05.2009 Kurz vor dem Super-Gipfel morgen in Berlin zur Zukunft Opels hat kurzfristig ein vierter Bieter ein Angebot für eine Übernahme des Autobauers abgegeben.

 

Nach Informationen der «Welt» will der chinesische Automobilkonzern BAIC bei den Rüsselsheimern einsteigen und dabei auf einen Abbau von Stellen in Deutschland verzichten. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bestätigt, dass es sich bei dem vierten Bieter um einen chinesischen Interessenten handelt, ohne jedoch genauere Angaben zu machen.

dpa

 

26.05.2009 Im Kampf um die Rettung von Opel wird bis zur letzten Minute weiter gefeilscht. Vor dem richtungsweisenden Spitzentreffen zur Zukunft des deutschen Autobauers an diesem Mittwoch hält sich die Bundesregierung alle Optionen offen.

 

Dies wurde am Dienstag am Rande der Gespräche über den Einstieg eines Investors bei Opel deutlich. Berlin will sich nicht endgültig auf ein Konzept festlegen, um angemessen auf die ausschlaggebende Entscheidung des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) und der US- Regierung zu reagieren.

  

Der existenzbedrohte GM-Konzern steht kurz vor der Entscheidung über eine Insolvenz. Sein Schicksal liegt in der Hand der Gläubiger, die spätestens in der Nacht zum Mittwoch ihre Zustimmung zu einem milliardenschweren Schuldenverzicht geben müssen. GM steht bei den Gläubigern mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide.

 

Unterdessen hält in der großen Koalition der Streit darüber an, ob bei Opel eine"geordnete Insolvenz" weiterhin als Möglichkeit infrage kommt.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die amerikanische Seite das letzte Wort habe. Merkel sagte, Opel gehöre im wesentlichen der amerikanischen Regierung. "Deshalb versteht es sich von selbst, dass eine Bundesregierung in den Gesprächen mit der amerikanischen Regierung sich mehr kümmern muss als in all den ganz normalen Fällen."

 

Es wird erwartet, dass die deutsche Seite bei ihrem Spitzentreffen den Amerikanern zwar ihre Präferenzen deutlich macht, aber keines der Konzepte für Opel ausschließt. Die Bundesregierung und die Bundesländer mit Opel-Standorten wollen den deutschen Autobauer vor einer GM-Insolvenz aus dem Konzern herauslösen. Dafür sollen eine Brückenfinanzierung über 1,5 Milliarden Euro sowie ein Treuhandmodell endgültig festgezurrt werden.

 

An dem Spitzentreffen nehmen neben Merkel und Guttenberg auch die Regierungschefs der vier Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen teil. Auch GM-Europachef Carl-Peter Forster, ein Repräsentant von GM-Chef Fritz Henderson sowie ein Vertreter des US-Finanzministeriums werden am Abend erwartet. Bei den Gesprächen sollen zudem die Manager des italienischen Autobauers Fiat und des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna getrennt voneinander Rede und Antwort stehen. Ob der Finanzinvestor Ripplewood, der ebenfalls ein Angebot für Opel vorgelegt hatte, teilnimmt, blieb zunächst offen. Laut Guttenberg gibt es möglicherweise auch einen vierten Interessenten aus China für Opel.

 

Die CSU warnte derweil vor zu kostspieliger staatlicher Hilfe. "Wir sind nicht bereit, unverantwortliche Risiken auf den Steuerzahler beziehungsweise die öffentlichen Haushalte abzuwälzen", bekräftigte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer. Guttenberg hatte die Konzepte der drei Interessenten als unzureichend bezeichnet. Merkel und Guttenberg trafen sich am Dienstagvormittag erneut mit Fiat-Chef Sergio Marchionne. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

 

Guttenberg schließt eine "geordnete Insolvenz" für Opel nicht aus. Das Wirtschafts-ministerium wies jedoch die Darstellung der "Bild"- Zeitung (Dienstag) zurück, er habe eine Zerschlagung von Opel ins Gespräch gebracht. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf einen internen Vermerk des Ministers, er halte die drei Investorenangebote für "wirtschaftlich nicht belastbar". In dem Vermerk heißt es laut "Bild"-Zeitung: "Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung." Allerdings sei "die Liquidation ... nicht vermittelbar. Alternativ könnte eine geordnete Insolvenz angestrebt werden."

 

Guttenbergs Sprecher Steffen Moritz sagte, ein solches Papier des Wirtschafts-ministeriums gebe es nicht. "Ein Papier ähnlicher Art stammt von einer externen Beratungsfirma." Daher könne das in der "Bild"-Zeitung angeführte Zitat nicht dem Minister zugeordnet werden. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach sich deutlich gegen eine Insolvenz von Opel aus. "Die Insolvenz ist praktisch eine Liquidation", sagte er der "Financial Times Deutschland" (Mittwoch). Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) warnte vor einer Fortsetzung der Insolvenz-Debatte.

 

SPD-Fraktionschef Peter Struck bekräftigte, dass Magna aus Sicht der SPD im Bieterkampf vorne liege. Er rechne mit einem Zuschlag für Magna. Der Zulieferer habe das "realistischere und beste Konzept", sagte Struck vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Er verwies darauf, dass Magna inzwischen auch bei den Plänen für das Bochumer Werk nachgebessert habe. Details nannte er nicht. Zunächst hatte der Zulieferer geplant, in Bochum 2200 der rund 5000 Jobs zu streichen und die Astra-Produktion nach Rüsselsheim zu verlagern.

 

Auch auf die Unterstützung der Arbeitnehmer kann Magna zählen. "Magna ist derzeit in der Pole Position", sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, nachdem er Einblick in das nachgebesserte Konzept genommen hatte. Neben Magna hatte auch der Finanzinvestor Ripplewood den Opel-Mitarbeitern sein Übernahmekonzept vorgestellt. Nicht nach Rüsselsheim gekommen waren Vertreter des italienischen Autokonzerns Fiat. Darauf reagierte Franz empört.

 

dpa

   

23.05.2009 Magna Konzept : Bund soll Milliarden für Opel-Pensionen zahlen

 

Das will der Spiegel erfahren haben. Demnach fordert Magna in dem Konzept, das das Unternehmen bei der Bundesregierung eingereicht hat, diese drei Milliarden Euro zusätzlich zu einer Bürgschaft von 4,5 Milliarden Euro als Hilfe vom Bund.

 

Magna werde mit dem amerikanischen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM), der Bundesregierung und dem Pensionssicherungsverein zusammenarbeiten, "um eine akzeptable Lösung zu finden und einzuführen", berichtet das Magazin weiter. Magna stelle zudem in Aussicht, jedes Jahr zwei Prozent seines Nettogewinns für wohltätige Zwecke zu spenden.

 

Aus Regierungskreisen hieß es jedoch inzwischen, Magna beharre nicht auf der staatlichen Beteiligung und zeige sich in der Frage der Pensionslasten flexibel.



Obwohl in den deutschen Opel-Werken Personal abgebaut werden soll, um Kosten zu sparen, sollen gleichzeitig mehr Autos hergestellt werden. In Rüsselsheim sind künftig 250.000 Autos anvisiert statt derzeit 160.000. In Bochum solle die Produktion um 58.000 Einheiten steigen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dem Magazinl: "Eine Risikoanalyse, die keine Zweifel lässt, steht noch aus." Die Insolvenz bleibe immer noch eine Option.

 

Dass im Dreikampf um die Zukunft des deutschen Autobauers Opel mit der amerikanischen Mutter General Motors der Autozulieferer Magna die besten Karten hat, wurde am Freitag nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung mit den vier Regierungschefs der Bundesländer mit Opel-Standorten deutlich. Nur der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) machte klar, er stimme dem Magna-Konzept nicht zu, weil Nordrhein-Westfalen überproportional belastet werde. Auch das Management von Opel und GM würde den Einstieg von Magna bevorzugen, hieß es.

 

Damit gerät Fiat im Übernahmekampf zwar ins Hintertreffen, hat aber noch nicht aufgegeben. Der italienische Konzern hat in den vergangenen Stunden sein Konzept nachgebessert, wie Guttenberg am Rande einer Unions-Fraktionssitzung vor der Bundesversammlung sagte.  Der Wirtschaftsminister deutete an, dass Fiat nun bereit sei, mehr Risiken selbst zu tragen und sich mit höherem Eigenkapital an Opel zu beteiligen.

 

Dritter Bieter im Bunde ist der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood, dem wenig Chancen eingeräumt werden, obwohl sein Konzept ein Bonbon für die US-Mutter General Motors (GM) beinhaltet: Der Finanzinvestor will sich dem Vernehmen nach zwar beteiligen, das Geschäft aber weiter in Detroit führen lassen. Bei der Opel-Belegschaft stößt diese Vorstellung auf wenig Gegenliebe, da sie sich ohnehin an dem autoritären Führungsstil von GM reibt. Opel-Betriebsrat und die Bundesregierung sähen es außerdem lieber, wenn der neue Opel-Eigner nicht aus der Finanz- sondern selbst aus der Industrie käme.

 

Zeit online /  dpa

 

 

 

 

 

22.05.2009 Der Opel-Rettungsplan des internationalen Autozulieferers Magna sieht vor, dass im Opel-Werk Bochum künftig jährlich 190.000 Autos vom Typ Zafira gebaut werden.

 

Dies teilte der Co-Vorstandschef von Magna, Siegfried Wolf, am Freitagabend in der europäischen Magna-Zentrale in Oberwaltersdorf bei Wien mit. Wolf kündigte an, dass im Rahmen des von Magna am Freitag in Berlin erläuterten Konzepts die Opel-Werke in Kaiserslautern und Eisenach weitgehend unangetastet bleiben. Magna hat in seinem Konzept vorgesehen, dass das Opel-Hauptquartier und die Entwicklung weiterhin in Rüsselsheim bleiben.

 

Wolf begründete, warum Magna die Muttergesellschaft von Opel, General Motors mit 35 Prozent an dem neuen Konsortium beteiligen wolle: "Wir brauchen GM dabei. Wer glaubt, Opel kann man über Nacht von GM abschneiden, der hat sich nicht wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt."

 

dpa-AFX

 

20.05.2009 NRW zahlt 150 Millionen Euro für Opel-Hilfe

 

Nordrhein-Westfalen wird sich mit 150 Millionen Euro an der Überbrückungsfinanzierung für Opel beteiligen. Das sieht der zwischen Bund und Ländern ausgehandelte Rettungsplan vor.

 

Freitag werde der Vertrag unterschriftsreif sein, sagte ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums am Mittwoch. Am nächsten Mittwoch werde sich der Haushalts- und Finanzausschuss des NRW- Landtags in einer Sondersitzung mit der Finanzhilfe für Opel beschäftigen. Insgesamt wollen der Bund sowie die Länder mit Opel- Standorten dem angeschlagenen Autobauer 1,5 Milliarden Euro zur Liquiditätssicherung zur Verfügung stellen.

 

Noch am Mittwochabend sei eine Schaltkonferenz zwischen Bund und den Opel-Standortländern geplant, bei der auch die NRW- Landesregierung hochrangig vertreten sein werde, sagte der Sprecher weiter. Zugleich wies er Informationen zurück, wonach das Treffen im Kanzleramt, bei dem am Dienstag das Rettungskonzept vereinbart worden war, ohne Vertreter Nordrhein-Westfalens verlaufen sei. An dem Treffen hätten Vorstände der WestLB und der landeseigenen NRW Bank teilgenommen, betonte der Sprecher.

 

Die Brückenfinanzierung wollen Bund und Länder jeweils zur Hälfte schultern. Der Länderanteil in Höhe von 750 Millionen Euro soll entsprechend der Zahl der Opel-Beschäftigten im jeweiligen Land aufgeteilt werden. Auf Nordrhein-Westfalen entfielen nach diesem Schlüssel 150 Millionen Euro. Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen haben ihre Zustimmung zu diesem Modell signalisiert. Der rheinland- pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sagte am Mittwoch im Südwestrundfunk, sein Land werde 100 Millionen Euro übernehmen.

 

dpa

 

19.05.09 Eine Treuhandlösung für Opel

 

Ein Treuhänder ist eine natürlich oder juristische Person, die über Vermögen oder Rechte eines anderen verfügt.

 

Ein Treuhandmodell wird als vorübergehende Lösung für den angeschlagenen Autobauer Opel diskutiert, um zu verhindern, dass Gläubiger bei einer Insolvenz der Opel-Mutter General Motors (GM) in den USA Zugriff auf das Vermögen der deutschen Tochter haben. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schlug das Modell vor.

 

Treugeber ist GM. Guttenberg schloss aus, dass der Staat oder die staatliche Bankengruppe KfW Treuhänder sind. Das Modell soll vielmehr privat ausgestaltet werden. Treuhänder soll ein unabhängiger Dritter sein, beispielsweise eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder fachlich versierte Anwaltskanzleien.

 

Da Opel kurzfristig einen Finanzbedarf von ein bis zwei Milliarde Euro hat, soll ein Bankenkonsortium das Treuhandmodell begleiten, um eine Brücken-finanzierung zu gewährleisten. Dabei könnte die KfW als Kreditgeberin ins Spiel kommen. Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie gehört zu vier Fünfteln dem Bund und zu einem Fünftel den Bundesländern.

 

Als Teil der von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturmaßnahmen vergibt die KfW Kredite an Unternehmen, ohne dass diese gleich als staatliche Beteiligung gesehen werden könnten. Auch Opel könnte einen Kredit beantragen. Grundsätzlich liegt die Obergrenze aber bei 300 Millionen Euro. Über die Gewährung entscheidet ein Lenkungsausschuss, in dem Vertreter des Wirtschafts-, des Finanzministeriums und des Kanzleramtes sitzen.

 

Die Landesbanken in den Bundesländern mit Opel-Standorten sollen weitere Kredite bereitstellen. Hier kommt eigentlich nur die hessische Helaba infrage, denn die WestLB (NRW) hat von der EU-Kommission wegen ihrer Schieflage inzwischen scharfe Auflagen bekommen. Wenn der Bund oder die Länder bürgen, könnten auch Kredite bei privaten Banken aufgetan werden, denen das Geschäft ohne staatliches Engagement als zu risikoreich erscheint. Werden
staatliche Bürgschaften gewährt, steigt die Bonität des Kreditnehmers. Diese Garantien übernehmen entweder die Bürgschaftsbanken, die bei den Ländern angesiedelt sind, oder der Staat über die Ministerien.

 

Guttenberg will mit dem Modell mehr Zeit für Verhandlungen mit möglichen Investoren für Opel gewinnen. Eine spätere Insolvenz von Opel ist dennoch nicht ausgeschlossen. Sollten die Verhandlungen mit Investoren doch scheitern, sieht der Minister nur eine Insolvenz als Möglichkeit, um Opel auf ganz neue Füße zu stellen. Das Geld, das bis dahin über das Treuhandmodell Opel zufließt, wäre dann verloren - der Steuerzahler müsste dafür aufkommen.


dpa

18.05.2009 Der Chef des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, lehnt eine Beteiligung der Bundesregierung an dem angeschlagenen Autobauer Opel ab.

 

"Jede Subvention oder Unterstützung für ein Unternehmen der Realwirtschaft wirkt grundsätzlich wettbewerbschädigend auf andere Unternehmen desselben Wirtschaftszweiges", sagt Heitzer der "Süddeutschen Zeitung"  (SZ/Montagausgabe).

 

Opel und auch Schaeffler seien sicher keine "systemrelevanten Unternehmen" und eine staatliche Beteiligung an Opel wäre deshalb kein wünschenswertes Ergebnis.

 

In der vergangenen Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mitgeteilt, die Bundesregierung plane ein vorübergehendes Treuhandmodell für Opel. Dies gelte insbesondere für den Fall, dass der Mutterkonzern General Motors (GM) in Insolvenz geht. Heitzer fordert hingegen, dass immer auch die Erhaltung des Wettbewerbs berücksichtigt werden muss.
"Wichtig erscheint mir vor allem, dass ein Investor für Opel gefunden wird, der Marktchancen für das Unternehmen sieht. Eine wettbewerbliche Prüfung muss immer vorgenommen werden."

 

Die staatlichen Milliardenhilfen für angeschlagene Geldinstitute befürwortet Heitzer hingegen: "Der Bankenbereich ist anders zu bewerten als die Realwirtschaft." Es sei richtig gewesen, dass die Bundesregierung hier schnell gehandelt habe. "Für die Realwirtschaft sehen wir das anders. Derartige Eingriffe wie in der Finanzwirtschaft brauchen wir in der Realwirtschaft nicht."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18.05.2009 Merkel hält an Treuhand-Lösung für Opel fest

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält an einem Treuhandkonzept für den angeschlagenen Autobauer Opel fest.

 

Es gehe jetzt in die «entscheidende Phase» der Verhandlungen, sagte sie am Sonntag in einer RTL-Sendung auf die Frage eines Bürgers. Deutschland werde seine Interessen dabei wahren. Das Konzept sieht vor, Opel-Anteile befristet von einem Treuhänder verwalten zu lassen, um dem Autobauer mehr Zeit für die Verhandlungen mit potenziellen Investoren geben. Diese müssen bis zum Mittwoch dem Bundeswirtschafts-ministerium in Berlin ihre Ideen vorlegen.

 

Die Konzepte würden umgehend geprüft, sagte Merkel. Letztlich entschieden aber der US-Mutterkonzern von Opel, General Motors (GM), und die US-Regierung. Die Frage werde sein, wie GM-Europe und damit Opel Deutschland aus dem Gesamtkonzern herausgelöst werden könnten und wie dieser Prozess für die Investoren überbrückt werden könne.

 

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verwies auf eine möglichen Insolvenz von Opel als Ausweg, wenn andere Rettungsversuche scheiterten. «Sollten die Konzepte nicht taugen und stünde Opel vor der Illiquidität, sähe ich kaum eine andere Option als eine geordnete Insolvenz», sagte er der «Welt am Sonntag».

 

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung (Montag) sicherte Fiat-Chef Sergio Marchionne bei einem Treffen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) am Wochenende in Köln zu, alle Opel-Standorte in Deutschland halten zu wollen, auch den in Bochum mit 5000 Arbeitsplätzen. Die Staatskanzlei in Düsseldorf bestätigte am Sonntagabend der dpa das Treffen. «Über den Inhalt des Gesprächs wurde Vertraulichkeit vereinbart», sagte ein Sprecher.

 

Als wichtigste Interessenten für Opel gelten der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und der italienische Autokonzern Fiat. Daneben soll es weitere namentlich nicht genannte Interessenten geben. Magna will im Falle eines Einstieges bei Opel laut einem Magazinbericht in den Werken auch Autos anderer Marken produzieren. «Die Idee bei Magna ist, eine offene Plattform für eine Vielzahl von Autoherstellern zu schaffen, auf der kleinere Modellreihen
kosteneffizient über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg produziert werden können», berichtet die «Automobilwoche» unter Berufung auf einen Vertrauten von Magna-Chef Siegfried Wolf. Die Autohersteller PSA und Ford hätten bereits Interesse an einer Beteiligung geäußert.

 

Unter anderem wegen diesen Plänen wolle Magna alle Opel-Standorte in Deutschland erhalten, berichtet die «Welt am Sonntag». Bochum, Rüsselsheim und Eisenach seien für Magna interessante und effiziente Werke, heißt es unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Auch das Opel-Werk Kaiserslautern solle nicht geschlossen werden. An den Werken in Antwerpen in Belgien und Luton in Großbritannien festzuhalten, werde jedoch schwer. Zudem beinhaltet das Magna-Konzept laut «Automobilwoche» die Erschließung des russischen Marktes.

 

Der Opel-Interessent Fiat hat mit einer weltweiten Automobilgruppe aus Fiat, Opel und Chrysler dagegen komplett andere Pläne mit dem deutschen Traditionshersteller. «Lancia soll dem Konzept zufolge zugunsten von Opel wegfallen», sagte ein Vertrauter von Fiat-Chef Marchionne der «Automobilwoche». Saab solle mit Chrysler verschmolzen werden und sportlich ausgerichtete Modelle und Cabrios bauen, Alfa Romeo könnte von der Opel-Technik profitieren und ein weiteres großes Modell bekommen. Der neue Großkonzern solle mehr als fünf Millionen Autos pro Jahr produzieren und neue Märkte über das bisherige GM-Geschäft in Asien und Südamerika erschließen.

 

«Wir werden in den vorgeschlagenen Zusammenschluss unsere dann effektiv schuldenfreie Autosparte einbringen. Und deren Cashflow wird Opel helfen, mit den eigenen Verbindlichkeiten fertig zu werden,» sagte Marchionne der «Bild am Sonntag». Für Fiat sei es entscheidend, dass Opel als starke Marke am Markt erhalten bleibe. «Die Präsenz von und, noch wichtiger, in Nord- und Lateinamerika wird eine Schlüsselrolle für die künftige Entwicklung von Opel spielen.» Ziel sei es, Kräfte zu bündeln, um einen starken gesamteuropäischen Player zu schaffen.

 

Ein Treuhand-Modell solle nicht unter Führung des Staates entstehen, betonte Guttenberg in der «Welt am Sonntag». Auch die staatliche Bankengruppe KfW käme nicht als Treuhänder infrage. «Bei der privat ausgestalteten Treuhänderkonstruktion kann ich mir eine Beteiligung von GM und Vertretern der Gläubiger vorstellen», sagte der Minister. Das Treuhandmodell kann nach seiner Ansicht auch im Interesse der US-Regierung liegen. Nach Medienberichten stößt die Idee in den USA jedoch auf Widerstand. General-Motors-Chef Fritz Henderson trete die Eigentumsrechte nicht ab und auch die US-Regierung stelle sich quer, berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus»
unter Berufung auf deutsche Regierungskreise.


dpa

 

15.05.2009 Opel-Händler: Beteiligung von Investor unabhängig

 

Europas Opel-Händler wollen ihren Beitrag zur Rettung des angeschlagenen Rüsselsheimer Autobauers unabhängig vom möglichen Haupt-Investor treffen.

 

Das sagte der Vize-Präsident der Europäischen Vereinigung der Opel/Vauxhall-Händler (Euroda), Albert Still, am Donnerstag der dpa in Frankfurt. Der deutsche Verband hatte sich zu einem möglichen Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns zuletzt skeptisch geäußert. Die Euroda-Mitglieder aus 25 Ländern wollen an diesem Freitag (15. Mai) in Wien über eine Beteiligung abstimmen.

 

Zuvor hatten alle nationalen Verbände dem Konzept zugestimmt, wonach jeder Händler in den kommenden drei Jahren 150 Euro pro verkauften Neuwagen in einen Rettungsfonds einzahlt. Mit den angestrebten mehr als 400 Millionen Euro wollen sich die Vertriebspartner mit bis zu 20 Prozent an einer neuen europäischen Opel AG beteiligen. Das Geld soll helfen, die Tochter des Insolvenz gefährdeten US-Riesen General Motors (GM) aus der Krise zu führen und 35 000 Arbeitsplätze allein im deutschen Handel zu sichern. Wie der
Plan im Detail umgesetzt wird, solle in Wien beschlossen werden, sagte Still. Geklärt werden müsse auch, wie das Kapital nicht erst in drei Jahren, sondern vorab ausgeschüttet werden kann.

 

Sollten die europäischen Händler dem Plan zustimmen, werde das
Modell allen möglichen Investoren und den beteiligten Regierungen
präsentiert, sagte Still. «Dort muss dann entschieden werden, ob
unser Beitrag erwünscht ist.»

 

Das Konsortium um den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna hatte bereits angekündigt, die Händler bei einer Opel-Übernahme mit ins Boot nehmen zu wollen. Nach dem vorläufigen Plan strebt Magna 19,9 Prozent an dem neuen Unternehmen an, der russische Autohersteller GAZ zusammen mit Russlands größtem Geldhaus Sberbank 30,1 Prozent. GM soll demnach bis zu 40 Prozent halten, den Rest das Opel-Management und die Händler.


dpa

 

14.05.09 Zeitgewinn für Opel - Regierung will Treuhandmodell

 

 

Es war wohl doch nicht das «sehr unaufgeregte Treffen», wie es Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch am Vormittag angekündigt hatte.

 

Eine halbe Stunde sollte das Spitzengespräch mit vier Kabinettskollegen und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über den angeschlagenen deutschen Autobauer Opel dauern.

 


Doch dann verschanzte sich die Runde anderthalb Stunden hinter der großen blauen Tür des Kanzlerzimmers im Bundestag. Man verständigte sich letztlich darauf, dass es ein Treuhandmodell als Zwischenlösung geben kann - vorausgesetzt, die Opel-Interessenten, der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna, legen endlich zukunftsträchtige Konzepte vor.

 

Guttenberg hatte das Treuhandmodell am Wochenende vorgeschlagen. Doch beim Spitzentreffen machte sich nicht nur beim Koalitionspartner SPD, sondern auch bei der Kanzlerin Ernüchterung breit, dass der Wirtschaftsminister keinen fertigen Plan aus der Tasche zog. Wegen des Zeitdrucks wurde vereinbart, dass die Staatssekretäre die Arbeit vorantreiben sollen. Spätestens Ende kommender Woche müsse das Konzept stehen, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Opel und der um Arbeitsplätze und deutsche Standorte ringenden Bundes-regierung läuft die Zeit davon. Bis Ende Mai müsste die Opel-Mutter General Motors (GM) der US-Regierung eigentlich einen erfolgversprechenden Rettungsplan vorlegen. Doch die Insolvenz der Mutter wird immer wahrscheinlicher, räumt selbst GM-Chef Frederick (Fritz) Henderson inzwischen unumwunden ein.

 

Mit einem Treuhandmodell als Zwischenlösung will die Bundesregierung nun sich und dem Unternehmen Luft für weitere Verhandlungen verschaffen. Obwohl Guttenberg offenlassen musste, wie ein solches Modell aussehen könnte, sind zumindest erste Konturen erkennbar. Denkbar ist nach den bisherigen Angaben, dass ein Treuhänder die Opel- beziehungsweise GM-Europe-Anteile aus dem Mutterkonzern übernimmt und ein Bankenkonsortium das nötige Geld zuschießt. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» geht von kurzfristig einer Milliarde Euro aus, mittelfristig dürfte dies aber schon nicht
mehr ausreichen.

 

Dieses Konsortium in der jetzigen Lage der Kreditinstitute aus privaten Banken zusammenzusetzen, scheint schwierig, auch wenn staatliche Garantien winken. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass sich Bund und Länder mit Opel-Standorten über Landesbanken und staatlicher KfW Bankengruppe beteiligen. Angesichts der ebenfalls schwierigen Situation der Landesbanken könnte die KfW-Bank als Finanzier übrigbleiben. Die KfW kann ein Unternehmen in der Größenordnung von Opel grundsätzlich nur mit einem maximalen Kredit von 300 Millionen
Euro unterstützen.

 

Egal, wie es schließlich laufen wird: Diese Schwierigkeiten könnten ein Grund sein, weshalb sich Guttenberg zum jetzigen Zeitpunkt mit einer Festlegung bei dem Treuhandmodell schwertut. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat sich letztlich zumindest indirekt beteiligen muss, wächst mit näherkommendem Stichtag. Denn wäre die KfW-Bank beteiligt, wäre der Staat zumindest indirekt mit im Boot. Für die Union, daran ließ Guttenberg keinen Zweifel, wäre eine
Verstaatlichung eines Unternehmens der Realwirtschaft ein ordnungspolitischer Gau.

 

Am Vortag hatte ein Regierungssprecher vehement dementiert, dass die Runde bereits eine «vorübergehende Verstaatlichung» von Opel beschließen wolle. Guttenberg sitzen Wirtschaft und Wirtschaftsflügel der Union im Nacken. Diese stehen einem Treuhandmodell äußerst reserviert gegenüber, vermuten sie dahinter doch den Staatseinstieg in ein Unternehmen. Der Vorsitzendes des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, sagte «Bild.de» direkt nach dem
Spitzengespräch: «Ich warne vor dem Treuhandmodell. Ich befürchte, dass wir Opel nicht mehr loswerden.» Mit Blick auf die Milliarden-Subvention im deutschen Kohlebergbau bemerkte er: «Das wäre dann die zweite Steinkohle.»

 

dpa 

   

14.05.2009 Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge, plant der Staat nun doch bei Opel einzusteigen.

 

Bund und Länder wollen den angeschlagenen Autobauer Opel vorübergehend über ihre staatlichen Banken finanzieren.

 

Damit würde die Politik vorübergehend das Sagen beim Autohersteller haben.

 

Im Gespräch ist ein Engagement der KfW und der Landesbanken der Länder, in denen Opel Standorte hat. Dies erfuhr die FTD am Mittwoch aus Regierungs-kreisen. Im Rahmen der geplanten Treuhandlösung für Opel würden die Banken dem Autobauer Kredite zur Verfügung stellen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Über den Plan will am Donnerstag in Berlin eine hochrangige Ministerrunde beraten.

 

Mit der Lösung würde der Staat vorübergehend entscheidenden Einfluss bei Opel gewinnen. Als Treuhänder kommt nach Angaben aus der Regierung entweder eine Beratungsgesellschaft wie PwC oder die KfW selbst infrage. Die Regierung steht unter Zeitdruck, weil ab Ende Mai mit einer Insolvenz der Opel-Muttergesellschaft GM gerechnet werden muss.

 

Financial Times Bericht

   

13.05.2009 Russen stützen Magna bei Opel - Magna strebt Mehrheit an

 

Im Bieterstreit um Opel strebt der Zulieferkonzern Magna nach einem Pressebericht nun nach dem Konkurrenten Fiat ebenfalls die Mehrheit an der General Motors-Tochter an (GM).

 

Das berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmens- und Regierungskreise. Das neue Konzept soll möglicherweise bereits diese Woche in Berlin vorgelegt werden. Während Manager der Opel-Mutter sich von eigenen Aktien ihres Unternehmens trennten, verlangte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Dienstag schnelle und konkrete Konzepte. 

 

Bisher hatte Magna, das selbst weiterhin weniger als 20 Prozent übernehmen will, sich gemeinsam mit der russischen Sberbank nur einen Anteil von bis zu 50 Prozent zum Ziel gesetzt. Nun peile die staatlich kontrollierte Bank an, ihren bislang vorgesehenen Anteil von rund 30 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft aufzustocken, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Zeitung.

 

In Regierungskreisen hieß es indes einschränkend, die Halbwertszeit von Vorschlägen diverser Investoren "sei nicht besonders hoch". Noch sei der neue Plan nicht endgültig fixiert, hieß es auch in Unternehmenskreisen. Sprecher von Opel und Magna wollten die Informationen nicht kommentieren. Die Sberbank äußerst sich bislang überhaupt nicht zu dem Thema.

 

dpa

 

 

12.05.2009 Treuhand und Buick neue Hoffnungsträger bei Opel

 

 

Der reiche Scheich als Retter ist nicht gekommen, dennoch haben sie zu Wochenbeginn beim angeschlagenen Autobauer Opel wieder Hoffnung geschöpft.

 

Die Gründe heißen «Buick LaCrosse» und Treuhandlösung, mit deren Hilfe Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die europäische Tochter durch die immer wahrscheinlichere Insolvenz der Konzernmutter General Motors (GM) in den USA steuern will. Die Zeit wird knapp, wie GM-Chef Fritz Henderson in Detroit deutlich machte.

 

Während GM einem Medienbericht zufolge langfristig Produktionen für den US-Markt von Hochlohnländern wie Deutschland nach Südamerika oder Asien verlagern will, profitiert Opel zumindest kurzfristig von den GM-Engpässen. Auf der im Stammwerk Rüsselsheim entwickelten Epsilon-Plattform steht nicht nur der aktuelle Mittelklasse-Opel Insignia, sondern auch der zum Verwechseln ähnliche «Buick LaCrosse», der nun zur Einführung auf dem US-Markt in großen Stückzahlen in Deutschland montiert werden soll.

 

Dem Vernehmen nach soll es Kapitalmangel sein, der eine rechtzeitige Umrüstung des US-Werks in Fairfax verhindert hat. In Rüsselsheim brummt es derzeit schon wegen der europäischen Nachfrage, rund 5600 Leute können hier im Zweischichtbetrieb pro Jahr 180 000 Autos zusammenschrauben, drei Zusatzschichten für den Mai sind fest vereinbart. Eine zusätzliche Nachtschicht könnte über das Jahr die Kapazität des noch nie voll ausgelasteten Werks sogar auf 270 000 erhöhen.

 

Dennoch sind 70 000 Buick-Fahrzeuge, von denen Betriebsratschef Klaus Franz für einen Zeitraum von zwei Jahren spricht, natürlich schon eine Größenordnung von Gewicht. In Unternehmenskreisen ist aber auch von niedrigeren Stück-zahlen von um die 40 000 Buicks die Rede.

 
Die Produktion für den US-Markt ist Balsam für gekränkte Rüsselsheimer Ingenieursseelen. In der Vergangenheit sind selten Opels nach Übersee verschifft worden und unter der zum Verkauf stehenden GM-Marke Saturn führt der Astra in den USA ein kümmerliches Nischendasein.

 

In den Augen von Betriebsrat Franz hat sich Guttenberg auf seiner Arabienreise deutlich auf ein öffentliches Engagement zur Opel-Rettung zubewegt. «Mir wäre zwar der direkte Einstieg des Staates lieber, aber bei einem zu großen Widerstand ist auch das ein guter Vorschlag», sagte Franz. Wenn die Treuhand die notwendige Zeit bringe, um zu einer juristisch sauberen Lösung mit einem neuen Investor zu kommen, sei ihm das recht. Bis zu einem Gang von GM in die US-Insolvenz müsse eine grundsätzliche Übereinkunft mit einem neuen Investor unter Dach und Fach sein, betonte Franz.  Auch Henderson machte in Detroit erneut klar, dass die Galgenfrist abläuft. «Ein Insolvenzverfahren ist heute wahrscheinlicher», sagte er mit Blick auf das von US-Präsident Barack Obama gesetzte Ultimatum zum Monatsende. Bis dahin müsse ein Partner für das Europa-Geschäft her.

 

Eine der größten Hürden für GM ist der Streit mit den Gläubigern über einen milliardenschweren Schuldenverzicht im Tausch für zehn Prozent am Konzern. Da werde nicht nachgebessert, beharrte Henderson. Die Mehrheit soll die US-Regierung bekommen, den großen Rest die Autogewerkschaft UAW. Der Gläubiger-Streit hatte letztlich auch den Rivalen Chrysler in die Insolvenz getrieben.

 

Wer letztlich den Zuschlag für das europäische GM-Geschäft erhält, ist weiter unklar - der italienische Fiat-Konzern, der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna oder ein ganz anderer Investor? Im Ende April geöffneten Datenraum schauen laut Unternehmenskreisen mehrere, öffentlich noch nicht genannte Interessenten in die GM-Zahlen. Indigniert hatte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) festgestellt, dass der besonders laute Interessent Fiat sich bislang noch nicht habe blicken lassen.


dpa

 

11.05.2009 Berlin denkt an Zwischenfinanzierung bei Opel


Die Bundesregierung denkt angesichts der langwierigen Neustrukturierung des deutschen Autobauers Opel über eine Zwischenfinanzierung nach.

 

 

Wie es in Regierungskreisen hieß, wäre eine Möglichkeit, die Opel-Anteile aus dem General-Motors-Konzern treuhänderisch zu verwalten, bis sich die Opel-Mutter und ein künftiger Investor endgültig über ein neues Konzept geeinigt hätten.

 

 
Sollte Opel in dieser Zeit Liquiditätsprobleme haben, könnte ein Banken-konsortium - möglicherweise mit der staatseigenen KfW-Gruppe - Geld zuschießen. Eine Neuaufstellung des Unternehmens werde auf alle Fälle mit einem Kapazitäts- und damit mit einem Arbeitsplatzabbau verbunden sein, machte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) während seiner Reise in die Golfregion deutlich.

 

Nach seiner Darstellung haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) derzeit kein Interesse an einem Einstieg bei Opel. Zuerst müsse der Umbau des Unternehmens erfolgreich abgeschlossen sein, bevor an einen Einstieg zu denken sei, sagte der deutsche Wirtschaftsminister nach ersten Gesprächen am Samstag in Abu Dhabi. Grundsätzlich zeigten die Emirate aber Interesse an Investitionen in Deutschland. Der VAE-Staatsfonds umfasst nach Angaben aus Abu Dhabi 600 bis 700 Milliarden Euro. Guttenberg warb unter anderem bei der Eröffnung einer deutsch-emiratischen Außenhandelskammer für gegenseitige Investitionen und sprach sich gegen Protektionismus in der derzeitigen Krise aus. Die VAE zeigten auch Interesse am deutschen Autobauer Porsche.

 

Aus Berliner Regierungskreisen verlautete, wäre für Opel eine Überbrückungs-finanzierung durch ein Konsortium möglich. Als Mitglieder dieses Konsortiums seien neben Banken auch einzelne Bundesländer und die staatseigene KfW-Bankengruppe denkbar. Es wird nicht erwartet, dass die beiden Haupt-interessenten an Opel, der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der italienische Autokonzern Fiat in der Lage sind, noch bis Ende Mai ein tragfähiges
Konzept vorzulegen.

 

Guttenberg sagte dem Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», es sei nicht auszuschließen, dass General Motors (GM) in den USA Anfang Juni Insolvenz anmelden müsse. Dies könne genau in jener Zeit sein, in der sich Interessenten mit GM über Opel einigen könnten. «Dann geht es darum, Vermögen von Opel vor den Zugriff der Gläubiger zu retten. Auf diesen Fall bereiten wir uns vor.»

 

Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern GM will an diesem Montag über den neuesten Stand seiner Sanierungspläne informieren. GM muss nach einem Ultimatum von US-Präsident Barack Obama bis Ende Mai einen erfolgversprechenden Rettungsplan vorlegen. Sonst droht wie beim Wettbewerber Chrysler die Insolvenz.

 

Guttenberg ist am Samstag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gereist. Weitere Station auf der dreitägigen Reise, bei der es vor allem um bilaterale Investitionen geht, ist Saudi-Arabien.

 

Der Minister sagte auf seiner Reise in die Golfregion zu Opel: «Wir setzen alles daran, für Opel so viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten, wie irgend möglich. Aber es wäre unredlich und würde die Mitarbeiter und ihre Familien weiter verunsichern, wenn man ihnen vorgaukelte, bei Opel könne alles so bleiben, wie es ist. Opel wird bei jeder denkbaren Lösung um einen Kapazitätsabbau ebenso schwer herumkommen wie der gesamte Rest der weltweiten Automobilindustrie. Und: Je stärker der Staat sich engagieren muss,
desto stärker wird der Druck aus Brüssel, in erheblichem Umfang Kapazitäten abzubauen.»

 

Grundsätzlich verlangt die EU, dass bei solchen Rettungs- oder Umstruk-turierungshilfen bis zu 30 Prozent konsolidiert werden muss, also auch Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

 

dpa

 

08.05.2009 Der US-Autobauer General Motors (GM) will für sein Europa-Geschäft rund um Opel noch in diesem Monat Mai einen Partner finden.

 

GM hoffe, noch im Laufe des Mai eine Vereinbarung zu haben,
sagte Finanzchef Ray Young am Donnerstag in Detroit in einer
Telefonkonferenz. Er machte zudem klar, dass GM wegen der in den USA
erhaltenen milliardenschweren Staatshilfen kein Geld zur
Unterstützung des Europa-Geschäfts geben könne.

 

dpa

 

07.05.2009 Neues Milliardenminus bei GM sorgt für Streit

 

Die Opel-Mutter General Motors ist mit einem erneuten Verlust von sechs Milliarden Dollar dem Abgrund noch näher gerückt.

 

Im Europa-Geschäft um die Marke Opel gab es ein Vorsteuerminus von zwei Milliarden Dollar, das für neue Spannungen sorgte. Betriebsratschef Klaus Franz warf dem Mutterkonzern vor, Verluste in Europa abzuladen. Unterdessen könnte die Opel-Übernahme die Gewichte in der Automobilindustrie noch stärker verschieben als bisher bekannt: Fiat bot GM als Gegenleistung für Opel eine Beteiligung an dem neuen Autokonzern mit Chrysler an.

 

Fiat erhofft sich unterdessen bei neuen Welt-Autokonzern zusammen mit Chrysler und Opel jährliche Einsparungen von bis zu 1,4 Milliarden Euro. Dieser angestrebte Synergieeffekt vom Jahr 2015 an geht aus dem Konzept Fiats für einen Einstieg beim angeschlagenen Autobauer Opel und für den neuen Unternehmensverbund hervor.

 

In dem 46-seitigen Konzept «Project Phoenix», das der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag vorlag, wird das Opel-Werk in Kaiserslautern als ein Standort aufgeführt, der «von einer möglichen Schließung betroffen sein könnte». Verkleinert werden sollen die Opel-Werke in Rüsselsheim und Bochum. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte am Dienstag allerdings den Erhalt aller vier deutschen Werke zugesagt, nachdem Kaiserslautern als Wackelkandidat genannt worden war. Die Opel-Zentrale soll in Rüsselsheim bleiben.

 

Nach dem Fiat-Konzept könnten insgesamt sechs Fabriken in Europa geschlossen werden. Bei weiteren sechs Werken sind Kürzungen geplant. Derzeit gibt es in Europa 23 Werke von Fiat und GM-Europe, die zusammen rund vier Millionen Autos herstellen.

 

Die US-Mutter will einen Partner für das Europa-Geschäft noch im Mai finden - also vor Ablauf des Ultimatums der US-Regierung, nach dem GM wie der Konkurrent Chrysler in die Insolvenz gehen könnte.

 

Der erneute Riesenverlust im ersten Quartal ist bereits der achte in Folge. Seit Anfang 2005 hat der größte US-Autobauers damit ein Minus von insgesamt 88 Milliarden Dollar eingefahren. Der Quartalsumsatz halbierte sich fast auf 22,4 Milliarden Dollar.

 

Von dem Europa-Verlust entfielen 800 Millionen Dollar allein auf Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung der schwedischen Tochter Saab. Franz kritisierte, GM habe auch weltweite Entwicklungsaufwendungen nachträglich mit 400 Millionen Dollar sowie Währungsverluste mit weiteren 400 Millionen Dollar bei der Europa-Tochter geltend gemacht. «GM poliert so die eigene Bilanz auf Kosten von Opel und GM Europa auf», beschwerte sich der Betriebsratschef im «Handelsblatt». GM Europe hatte bereits im Vorquartal ein Vorsteuerminus von 1,9 Milliarden Dollar verbucht.

 

Ein Einstieg von GM bei der künftigen Fiat-Gruppe würde den neuen Konzern noch mehr Gewicht geben. Allerdings sei noch nichts ausgemacht, schrieb die «New York Times». Fiat-Chef Marchionne habe den Amerikanern einen Anteil von bis zu 10 Prozent angeboten, sie wollten mindestens 30 Prozent haben. Fiat will neben dem europäischen auch das GM-Geschäft in Lateinamerika und laut einigen Berichten auch das in Südafrika übernehmen - dafür aber wie schon bei Chrysler kein Geld bezahlen.

 

Bei der US-Mutter blieb die Lage im ersten Quartal düster: GM verbrannte weitere mehr als zehn Milliarden Dollar seiner Barreserven. Ende März waren noch knapp zwölf Milliarden Dollar in der Kasse. Den letzten Jahresgewinn hatte GM im Jahr 2004 erzielt. Aktueller Plan von GM ist eine mehrheitliche Verstaatlichung. Heutige Aktionäre würden praktisch mit leeren Händen dastehen.

 

Opel denkt unterdessen über die Produktion eines «preiswerten Autos mit einfachster Corsa-Technik» am ehemaligen Standort der Ostmarke Wartburg in Eisenach nach. Das sagte ein Sprecher der Opel-Mutter General Motors Europe (GME) am Donnerstag in Rüsselsheim. «Auto Bild» berichtet in seiner neuen Ausgabe (Freitag), dass auch die Marke Wartburg wiederbelebt werden solle. Nach Angaben des GME-Sprechers ist die Entscheidung über den Namen des Billigautos jedoch noch nicht gefallen. Zudem meldete sich der Wirtschafts-betrieb der Wartburg-Stiftung zu Wort, der sich nach eigenen Angaben die Namensrechte an der Marke Wartburg auch im Automobilbereich gesichert hat. Es habe noch keine Anfrage von Opel gegeben, hieß es.

 


dpa

  

 

06.05.2009 GM plant Verstaatlichung durch Aktienausgabe

 

Der existenzbedrohte US-Autobauer General Motors (GM) will für seine zur Rettung geplante Verstaatlichung bis zu 60 Milliarden neuen Aktien ausgeben.

 

Für die Anteile sollen die US-Regierung, die Gewerkschaft und die Gläubiger dem Opel-Mutterkonzern Schulden in Milliardenhöhe erlassen. Die bisherigen Aktionäre würden am Ende mit leeren Händen dastehen.

 

Unterdessen wird zur Vorlage der Quartalszahlen von GM an diesem Donnerstag erneut ein enormer Verlust von rund sieben Milliarden Dollar erwartet. Es wäre der achte Quartalsverlust in Folge.

 

Der Staat soll künftig als Mehrheitseigner mindestens 50 Prozent am Konzern halten, die Autogewerkschaft UAW knapp 40 Prozent und die privaten Gläubiger zehn Prozent. Zu den bereits vergangene Woche vorgestellten Plänen reichte GM nun die Details der Aktienausgabe am Dienstagabend (Ortszeit) bei der US-Börsenaufsicht SEC ein.

 

Große Kreditgeber-Gruppen lehnen den Plan aber bisher ab. Ein solcher Streit mit den Gläubigern hatte den Wettbewerber Chrysler vergangene Woche in die Insolvenz gezwungen.

 

Insgesamt will GM mit dem bereits dritten Sanierungsplan Schulden von rund 44 Milliarden Dollar abbauen. Ein Ultimatum von US-Präsident Barack Obama für den Autobauer läuft Ende Mai ab.

 

dpa fd

 

04.05.2009 Fiat: Opel-Montagewerke und Marke bleiben

 

Fiat will die drei deutschen Opel-Montagewerke sowie die Marke bei einer Übernahme erhalten. Allerdings könnte das Teile-Werk in Kaiserslautern von «Konsolidierungsmaßnahmen» betroffen sein, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Montag nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchionne. Fiat will mit Opel und dem US-Hersteller Chrysler den zweitgrößten Autokonzern der Welt schmieden. In der globalen Branchenkrise ist das ein Plan mit vielen Risiken.

 

Fiat plane die eine oder andere Werksschließung in Europa, es solle aber nicht zu «Schließungen in der Breite» kommen, betonte Guttenberg. Es gebe Bedarf an Einsparungen bei Personal und Standorten, das Opel-Werk Kaiserslautern könne davon betroffen sein.

 


Der Betriebsrat des Werks kündigte Widerstand an. Auch Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sieht einen möglichen Einstieg der Italiener bei Opel weiter kritisch. «Wesentliche Fragen sind offen geblieben», sagte Franz dem Nachrichten-magazin «Spiegel».

 

Der Fiat-Chef legte in dem Gespräch einen Masterplan vor. Er will die Autosparte seines Konzerns ausgliedern und mit Chrysler sowie Opel zusammenlegen. Es gehe um alle europäischen Partner des US-Mutterkonzerns General Motors (GM), sagte Guttenberg. Die Bundesregierung macht Hilfen für einen Opel-Investor von Bedingungen abhängig. Die drei Endmontagewerke von Opel, die erhalten bleiben sollen, sind Rüsselsheim, Eisenach und Bochum.

 

Die Italiener wollen laut Guttenberg ohne eigene Schulden bei Opel einsteigen und dafür ein entsprechendes Modell schaffen. Der «finanzielle Überbrückungs-bedarf» würde sich dann aus Schulden und Pensionsverbindlichkeiten der Opel-Mutter ergeben. Dieser Bedarf werde nach bisherigen Schätzungen von Fiat europaweit auf fünf bis sieben Milliarden Euro veranschlagt. Hier könnten staatliche Garantien oder Bürgschaften der europäischen Länder ins Spiel kommen.

 

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer betonte erhebliche Gefahren für Opel bei einem Zusammengehen mit Fiat. «Opel passt nicht in einen Verbund mit Fiat und Chrysler. Man würde Opel aushöhlen», sagte er der dpa. Die Weltkonzern-Pläne von Marchionne kritisierte Dudenhöffer: «Ich halte dieses Spiel für sehr gefährlich. Marchionne handelt ähnlich wie ein Hedge-Fonds: Er will mit geringem Hebel eine große Wirkung erzielen. Die Chance, dass das schiefgeht, halte ich für sehr hoch.»

 

In Nordamerika stehen bei dem künftigen Fiat-Partner Chrysler die Bänder zunächst bis auf weiteres komplett still. Unterdessen laufen die Verhandlungen vor dem New Yorker Insolvenzgericht auf Hochtouren. Der US-Autobauer, an dem Fiat zunächst 20 Prozent übernehmen will, soll das vergangene Woche gestartete Insolvenz-Verfahren nach 30 bis maximal 60 Tagen verlassen. Einige der zehn Werke in Nordamerika werden dichtgemacht.

 

Bei der Opel-Mutter General Motors steigt unterdessen der Druck in den Verhandlungen mit Gläubigern und Gewerkschaft. Der geplante Verkauf der US-Marke Saturn soll zudem noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Wie bereits bekannt, gehört eine Investorengruppe zusammen mit Saturn-Händlern zu den möglichen Käufern. Unter der Marke Saturn wird in den USA unter anderem das in Europa gefertigte Opel-Modell Astra vertrieben.

 

Guttenberg warnte mit Blick auf den Widerstand gegen Fiat auch in der Koalition, Investoren durch Vorfestlegungen zu verprellen. Er kündigte an, auch das Detailkonzept des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna prüfen zu wollen. Vor einer Entscheidung sei aber eine Einigung von potenziellen Investoren mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors abzuwarten. Nach dem Gespräch mit Guttenberg wollte Marchionne mit Kanzleramtschef Thomas de Maizière sowie SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sprechen.

 

Franz sagte, Marchionne komme es offenbar vor allem auf einen Technologie-transfer von Opel zu Fiat an. Der Fiat-Chef habe nicht die Frage beantworten können, wie die Marke Opel innerhalb eines möglichen Fiat-Chrysler-Opel-Konzerns positioniert werden solle. Zudem sei das Finanzierungskonzept von Fiat «nicht klar». Franz hat nach seinen Worten den Eindruck, dass der Fiat-Chef vor allem «beseelt ist von dem Gedanken, einen neuen Autokonzern zu schaffen, der zu den größten der Welt gehört.» Die Unternehmensgröße sei aber, wie die Krise der Opel-Mutter General Motors zeige, nicht das entscheidende Erfolgskriterium.

 

Vor den Gesprächen in Berlin hatte Marchionne der «Financial Times» (Montag) gesagt, Ziel sei eine neue Aktiengesellschaft, die den Namen «Fiat/Opel» tragen könnte. Der Konzern solle sechs bis sieben Millionen Autos jährlich herstellen. General Motors würde dann Minderheitseigner des neuen Unternehmens. Bis Ende Mai solle die Fusion beschlossen werden.
Berlin (dpa)

 

  

02.05.09 Fiat-Chef wirbt in Berlin um Opel 

 

Fiat-Chef Sergio Marchionne will heute (Montag) in Berlinder Bundesregierung den Einstieg der Italiener beim angeschlagenen Autobauer Opel schmackhaft machen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat vor dem Treffen allerdings Bedingungen gestellt und ein belastbares Konzept eingefordert, das eine langfristige Sicherung des Unternehmens und der Arbeitsplätze verspricht.

 

Fiat hält Opel nach dem Einstieg der Italiener beim insolventen US-Auto Chrysler für einen idealen Partner, um eine neue große Autogruppe zu bilden. Medienberichten zufolge wollen die Italiener den Erhalt aller deutschen Werke zusichern, allerdings nicht in der bisherigen Größe. Opel-Betriebsrat und IG Metall sind seit längerem gegen den Einstieg von Fiat und halten ein Zusammengehen mit dem Autozulieferer Magna für sinnvoller.

 

Marchionne will auch mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Opel-Betriebsratschef Klaus Franz zusammenkommen. Nach «Spiegel»-Informationen hat Steinmeier einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Neben dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es da auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern. SPD- Kanzlerkandidat Steinmeier wird am Montag auch zu einem Besuch im Opel-Werk in Eisenach erwartet.

 

Guttenberg sagte dazu der «Thüringer Allgemeinen» (Montag): «Ich kann aber nur davor warnen, mit dem Thema Opel Wahlkampf zu machen.» Gleichzeitig warf er Steinmeier «marginale Detailkenntnis» und «unreflektierte Vorfestlegungen für oder gegen einen möglichen Investor» vor. Dies schwäche die Position von Opel.

 

Gewerkschafter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild sieht einen wachsenden Zeitdruck für eine Opel-Lösung. Er geht davon aus, dass die Opel-Mutter General Motors (GM) bis Mitte Mai Insolvenz anmelden wird. Spätestens dann müssten Verträge zwischen GM und Opel vorliegen, die den Zugriff auf Technologien sowie die künftigen gemeinsamen Aktivitäten von GM und Opel regelten, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter dem Berliner «Tagesspiegel»



Berlin (dpa)

 

 

 

29.04.2009 GM-Insolvenz hätte keine Auswirkung auf Opel-Betrieb 

 

Die drohende Insolvenz der angeschlagenen US-Mutter General Motors (GM) hätte keine direkten Auswirkungen auf die deutsche Tochter Opel. «Von einem Insolvenzantrag nach "Chapter Eleven" wäre das operative Geschäft der Adam Opel GmbH nicht betroffen», sagte der Leiter der Rechtsabteilung des Autobauers, Michael Sarnecki, am Dienstag in Frankfurt. Allerdings sei es wichtig, etwa den Zulieferern deutlich zu machen, dass sie auch im Falle einer Insolvenz von GM weiter ihr Geld von Opel bekämen.

 

Allerdings könnte Opel bei einer Insolvenz der Mutter seine Milliarden-Forderungen zunächst nicht länger geltend machen, die vor allem aus dem Verkauf von Patenten stammen. Opel und GM hatten sich zwar auf die Rückgabe der Patente geeinigt. Die Zustimmung der US- Regierung steht aber noch aus, an die die Patente im Gegenzug für Milliardenhilfen verpfändet sind.

 

GM-Chef Fritz Henderson hatte am Montag in Detroit gesagt, das Risiko einer Insolvenz sei gewachsen. Wenn die Auto-Gewerkschaft UAW und die privaten Gläubiger nicht im Gegenzug für eine Beteiligung an GM auf ihre Forderungen verzichteten, sei ein Insolvenzverfahren sicher.


Das Verfahren nach «Chapter Eleven» (Kapitel Elf) des US-Konkursrechts wird häufig von großen US-Gesellschaften angewendet. Während eines solchen Verfahrens kann ein Unternehmen seine Geschäfte unter dem temporären Schutz des Gerichts vor den Gläubigern weiter führen, sich reorganisieren und sanieren. Das zahlungsunfähige Unternehmen behält also die Kontrolle über das Geschäft. Die zwangsweise Eintreibung von Forderungen durch Gläubiger ist während des Verfahrens untersagt. (Teil-) Verkäufe von Konzernteilen sind
möglich.


Frankfurt/Main (dpa)

 

 

 

 

28.04.2009 Entscheidung über Opel-Patente weiter offen

 

Die von Opel erhoffte Entscheidung über eine Rückgabe von Patenten, die der US-Mutterkonzern General Motors an das amerikanische Finanzministerium verpfändet hat, bleibt offen. «Ich habe heute nicht von der US-Regierung gehört, wie sie das Thema entscheiden wird», sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann am Freitag in Washington nach Gesprächen im US-Finanzministerium.

 

Homann ist Leiter der von der Bundesregierung eingesetzten Opel-Verhandlungsgruppe, die am Freitag zu mehrstündigen Gesprächen in Washington weilte. Dabei war auch Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, der ebenfalls zur sogenannten Opel-Task-Force gehört. Ziel sei es, auf den aktuellen Sachstand gebracht zu werden, hieß es. Zu möglichen Investoren für Opel wollte sich Homann nicht äußern.

 

Die Rückgabe von Patenten ist ein wichtiger Teil der von Opel angestrebten größeren Unabhängigkeit vom Mutterkonzern GM, dem die Insolvenz droht. Es geht um Vermögensgegenstände sowie Bargeld im Wert von zusammen rund 3 Milliarden Dollar, die GM Opel schuldet. GM hatte diese Werte als Besicherung für Milliardenkredite an die US-Regierung verpfändet.

 

Nach Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag) ist mit einem Ergebnis der Verhandlungen an diesem Montag zu rechnen. Es gebe Anzeichen für einen positiven Ausgang, schrieb das Blatt. Opel sucht für einen neuen europäischen Verbund einen Partner. Ein Investor gilt als eine Voraussetzung für die von Opel erhoffte Milliarden-Staatsbürgschaft.

 

Unterdessen hat sich GM von der US-Regierung weitere zwei Milliarden Dollar geliehen. GM hat bis Ende Mai Zeit, um ein überzeugendes Konzept für eine langfristige Überlebensfähigkeit vorzulegen. Andernfalls droht ein Insolvenzverfahren. Homann sagte, er habe wissen wollen, was die Amerikaner nach Ablauf der 60-Tage-Frist Ende Mai vorhaben. Zu möglichen Opel-Partnern sagte Homann, er habe in Washington weder den Fiat-Chef noch andere
potenzielle Investoren gesprochen. Eine Entscheidung über Investoren sei auch Sache der Unternehmen.

 

Washington und Berlin pochen weiter darauf, dass Staatshilfen auch im Land bleiben. Homann: «Es ist ganz deutlich geworden, dass auf beiden Seiten (...) die Neigung gering ist, Mittel von Steuerzahlern über den Atlantik in die jeweils andere Richtung zu schicken.»


Washington (dpa)

 

28.04.2009 GM will Verstaatlichung - Lösung für Opel bis Mitte Mai?

 

Der ums Überleben kämpfende Opel- Mutterkonzern General Motors sucht sein Heil in einer weitgehenden Verstaatlichung. Der Staat soll als neuer Mehrheitsaktionär mindestens 50 Prozent an dem Autobauer bekommen und dafür die Hälfte seiner milliardenschweren Regierungskredite erlassen. Das sieht ein nochmals verschärfter Sanierungsplan vor, den GM-Chef Fritz Henderson am Montag in Detroit präsentierte. Die Auto-Gewerkschaft UAW soll ebenfalls für einen Schuldenerlass 40 Prozent an GM bekommen, die
privaten Gläubiger zehn Prozent. Andernfalls sei ein Insolvenzverfahren nicht abzuwenden, warnte Henderson.

 

 

Die Verhandlungen mit mehreren Interessenten über das Europa- Geschäft rund um die Tochter Opel will GM in wenigen Wochen abschließen. Die Gespräche würden mindestens noch in die erste Maihälfte hinein andauern, sagte Henderson. Namen möglicher Käufer wollte er nicht nennen. GM plane keinen Komplettausstieg aus dem Europa-Geschäft. «Wir werden uns nicht aus Europa verabschieden, wir werden nur andere Strukturen haben», bekräftigte Henderson.

  

 

Zuletzt hatte der GM-Chef von mehr als sechs potenziellen Käufern gesprochen. Genannt wurden bisher der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna. Die Bundesregierung fordert von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze. Bei Opel befürchtet unter anderem der Betriebsrat, der italienische Konkurrent Fiat könnte nach einer Mehrheitsübernahme massive Einschnitte in Deutschland in Gang setzen.

 

Fiat will nach Informationen von «Spiegel Online» im Falle eines Einstiegs alle vier Opel-Produktionsstandorte in Deutschland erhalten. Das hätten die Italiener in den Verhandlungen garantiert. Das bedeute allerdings nicht, dass auch die aktuellen Kapazitäten der Werke garantiert werden könnten, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf einen «Insider» in Turin. Dazu sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): «Ich bestätige erst etwas, wenn ich das Konzept zu Opel vorliegen habe, das ich dieser Tage erwarte.»

 

Als weiterer Kandidat für die Übernahme von Opel gilt der Autozulieferer Magna. Wirtschaftsminister Guttenberg will sich an diesem Dienstag mit Magna-Vertretern treffen. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (Montag) hat sich auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier in die Gespräche über einen Magna-Einstieg bei Opel eingeschaltet. Steinmeier halte Magna für eine interessante Option für Opel. Er habe mehrfach mit Magna-Europachef Siegfried Wolf und dem Magna-Aufsichtsrat und früheren österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky geredet. Auch der Opel-Betriebsrat könnte einem Einstieg von Magna Positives abgewinnen.

 

 Die Auto-Kommission der US-Regierung nannte den GM-Tauschplan einen «wichtigen Schritt». Die Regierung selbst habe aber noch nicht endgültig über Umwandlung ihrer Kredite entschieden. Die Annahmefrist für die Gläubiger läuft nun bis 26. Mai, mindestens 90 Prozent müssen zustimmen. Die heutigen GM-Aktionäre würden dem Plan zufolge am Ende praktisch leer ausgehen.

 

Das neue Rettungskonzept sieht zudem in den USA einen noch massiveren Stellenabbau, mehr Werksschließungen und weitere drastische Kürzungen vor. GM konzentriert sich in Nordamerika künftig auf vier statt acht Marken: Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC. Die Sportwagenmarke Pontiac wird ganz eingestellt. Die Trennung von der schwedischen Tochter Saab sowie von Hummer und Saturn soll nun noch 2009 über die Bühne gehen.

 

GM hat bisher insgesamt 15,4 Milliarden Dollar an staatlichen Hilfen erhalten und will weitere 14,6 Milliarden. Bei seinen mehreren tausend privaten Gläubigern - von Banken bis zu Betriebsrentnern - steht der Konzern mit 27 Milliarden Dollar in der Kreide. Weitere Milliarden-Verbindlichkeiten bestehen gegenüber der Gewerkschaft für den Gesundheitsfonds der Betriebsrentner. Insgesamt will der Konzern durch die verschiedenen Maßnahmen den Schuldenberg um mindestens 44 Milliarden Dollar (33 Mrd Euro) abbauen.

Detroit/Rüsselsheim (dpa)

 

 

 

 

 

 

27.04.2009 Fiat garantiert Opel-Standorte

 

Fiat hat nach Informationen von «Spiegel Online» in den Verhandlungen über einen Einstieg beim Autohersteller Opel den Erhalt aller vier Opel-Montagestandorte in Deutschland garantiert. Das bedeute allerdings nicht, dass auch die aktuellen Kapazitäten der Werke garantiert werden könnten, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen ungenannten «Insider» im italienischen Turin. Fiat plane eine weitere Zusammenlegung der Produktion. Eine Bestätigung für die Informationen gab es am Abend zunächst nicht.

 

Opel produziert in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach Autos, in Kaiserslautern werden Einzelbestandteile der Wagen hergestellt.

 

Fiat habe zugesichert, dass alle Schulden der Turiner Gruppe aus einer Fusion herausgehalten werden sollten, schreibt «Spiegel Online» unter Bezug auf den Informanten, der unmittelbar mit der geplanten Übernahme vertraut sei. Das Unternehmen habe zudem zugesichert, dass alle Schulden der Gruppe aus einer Fusion herausgehalten werden sollten. Auch beim Namen des möglichen neuen Konzerns zeige sich Fiat kompromissbereit: Er könne FiatOpel heißen oder OpelFiat.

 

Im Ringen um die Opel-Rettung hatte die Bundesregierung von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze gefordert. Bei Opel befürchtet unter anderem der Betriebsrat, Fiat könnte nach einer Mehrheits-übernahme massive Einschnitte in Deutschland in Gang setzen. IG Metall-Chef Berthold Huber sprach sich am Sonntagabend im ZDF gegen einen Einstieg von Fiat aus, weil die Opel-Standorte in Bochum mit 4500 Beschäftigten und in Eisenach mit rund 2000 Beschäftigten dann wahrscheinlich nicht überleben würden. «Das können wir nicht akzeptieren.»

 

Als weiterer Kandidat für die Übernahme von Opel gilt der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will sich Anfang der Woche mit Magna-Vertretern treffen.

 

Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» hat sich auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier in die Gespräche über einen Magna-Einstieg bei Opel eingeschaltet. Unter Berufung auf das Umfeld des SPD-Kanzlerkandidaten berichtet die Zeitung (Montag), Steinmeier halte Magna für eine interessante Option für Opel. Er habe mehrfach mit Magna-Europachef Siegfried Wolf und dem Magna-Aufsichtsrat und früheren österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky geredet.

 

Der US-Mutterkonzern von Opel, General Motors (GM), will laut Medienberichten möglicherweise bereits an diesem Montag ein neues Sanierungskonzept mit weiteren Werksschließungen und Entlassungen vorlegen. Es gab zunächst keine Informationen darüber, ob auch Europa von den neuen Maßnahmen betroffen sein könnte.

Berlin (dpa)

 

 

24.04.2009

 

Betriebsrat: Fiat will Mehrheit an Opel

 

Der angeschlagene Autobauer Opel steht vor einer Übernahme durch Fiat. Das sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der dpa am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von «Spiegel Online». Eine Absichtserklärung soll nach «Spiegel»- Informationen bereits am kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Franz konnte diesen Termin zwar nicht bestätigen: «Ich gehe aber davon aus, dass er stimmt.» Die Arbeitnehmervertreter sind gegen einen Einstieg der Italiener. Sie befürchten einen massiven Stellenabbau bei Opel in Deutschland. Auch Auto-Experten und Gewerkschaften warnen vor einer Allianz mit Fiat.

 

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestritt am Donnerstag, dass es bereits eine Vorentscheidung für Fiat als Opel-Mehrheitseigentümer gibt. «Die Bundesregierung führt Gespräche mit verschiedenen Interessenten ohne jede Vorfestlegung. Dabei geht es vor allem um eine gesunde Perspektive für die Arbeitnehmer und das Unternehmen», sagte Guttenberg in Berlin.

 

Das «Wall Street Journal» berichtete unterdessen in seiner Online-Ausgabe, Fiat-Chef Sergio Marchionne habe vergangene Woche in Berlin Gespräche mit Guttenberg geführt. Eine mögliche Partnerschaft mit Opel machten die Italiener aber abhängig vom Ausgang der Gespräche über einen Einstieg beim schwer angeschlagenen US-Hersteller Chrysler, schrieb das Blatt unter Berufung auf Insider. Denn Fiat wolle mit dem Doppel-Geschäft einer der weltgrößten Autobauer werden.

 

Fiat kommentierte die Meldungen am Donnerstag nicht. Vor wenigen Tagen hatte Fiat-Aufsichtsratschef Luca Cordero di Montezemolo jedes Interesse an Opel zurückgewiesen: «Nein, nein, gibt es nicht.» Auch bei Opel in Rüsselsheim gab es am Donnerstag keinen Kommentar: «Wir führen Gespräche mit möglichen Investoren, aber zu einzelnen Investoren sagen wir nichts.» Marchionne selbst sagte: «Ich widme mich gerade Chrysler und das hat heute Vorrang.» Er glaube, dass Fiat das Geschäft in den USA zum Stichtag 30. April abschließen könne.

 

Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz warf Fiat vor, keine strategische Partnerschaft anzustreben. Das Unternehmen wolle lediglich kurzfristig an Bürgschaften kommen. «Fiat hat 14,2 Milliarden Euro Schulden und richtig dicke Liquiditätsprobleme. Die kommen derzeit nicht an Geld», sagte Franz. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte einem möglichen Investor von Opel Ende März staatliche Unterstützung zugesagt.

 

Franz befürchtet, dass Fiat spätestens nach der Bundestagswahl in Deutschland massiv Stellen abbauen werde. Opel und Fiat machten sich in allen Segmenten «brutale Konkurrenz». «Für so ein durchsichtiges Konzept können die Regierungen keine Bürgschaften geben», forderte Franz, der auch stellvertretender Opel-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Die IG Metall befürchtet einen Kahlschlag bei Opel und rechnet mit Protesten der Belegschaft.

 

Auch Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hält eine Allianz zwischen den Rüsselsheimern und den Turinern für wenig erfolgversprechend. Zu «Bild.de» sagte er: «Opel und Fiat passen zusammen wie Feuer und Wasser. Die bauen gleiche Fahrzeuge für gleiche Märkte dann in gleichen Fabriken, die jetzt schon Überkapazitäten haben. Opel kann dabei nur verlieren, Werksschließungen sind zu vermuten.»

 

Zu den Interessenten an Opel soll auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna gehören. Ein Einstieg von Magna würde wegen der hohen Entwicklungskompetenz des Zulieferers nach «Spiegel»- Informationen von Opel-Management und -Arbeitnehmervertretern eher begrüßt als die Übernahme durch Fiat. Offenbar seien das Management der Opel-Mutter General Motors (GM) in Detroit und das Bundeswirtschaftsministerium aber an einer schnelleren Lösung mit Fiat interessiert. Franz sagte der dpa: «GM will Opel schnell abstoßen. Die Frage der Reorganisation soll dann Fiat übernehmen.»

 

Opel und Fiat hatten schon einmal zusammengearbeitet, aber mit wenig Erfolg. GM hatte sich vor neun Jahren mit zehn Prozent an Fiat beteiligt. Anstatt den italienischen Autobauer wie ursprünglich angestrebt ganz zu übernehmen, stieg GM aber Anfang 2005 wieder aus der Allianz aus - gegen eine Zahlung von 1,5 Milliarden Euro.

 

Fiat steht auch in Verhandlungen mit dem amerikanischen Hersteller Chrysler, der nach Einschätzung der US-Regierung allein nicht überlebensfähig ist. Die Fiat-Gruppe hatte im vergangenen Jahr 2,15 Millionen Fahrzeuge verkauft, Opel und die britische Schwester Vauxhall setzten 1,46 Millionen Autos ab. Im ersten Quartal 2009 rutschte Fiat nach Angaben vom Donnerstag in die roten Zahlen. Der Fehlbetrag erreichte 410 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte stark
von knapp 15,1 auf 11,27 Milliarden Euro.

 

Das Magazin «Automotive News» hatte jüngst auch über ein großes Bündnis aus Fiat, den GM-Geschäften in Europa und Lateinamerika sowie mit Chrysler spekuliert. Auch Franz hält einen derartigen Pakt für denkbar. Dieses Unternehmen wäre beim Autoabsatz zuletzt weltweit auf Platz zwei gekommen. Im vergangenen Jahr haben diese Hersteller demnach zusammen 7,05 Millionen Autos verkauft - nur der Branchenprimus Toyota aus Japan setzte noch mehr ab.


Rüsselsheim (dpa)

 

 

 

 

23.04.2009

 

Bei Opel steigen die Chancen auf Staats-bürgschaft

 

Die Chancen des Autobauers Opel auf staatliche Hilfe steigen nach einem Pressebericht. Innerhalb der Bundesregierung und der Koalitionsparteien wachse die Bereitschaft, beim Einstieg eines Investors eine Staatsbürgschaft zu geben, schreibt die "Bild" (Donnerstag) unter Berufung auf Koalitionskreise. "Es sieht viel besser aus als noch vor vier Wochen", wird eine mit den Vorgängen
vertraute Person zitiert.

 

Als Gründe für die wachsende Hilfsbereitschaft führt die Zeitung die konstruktiven Gespräche mit potentiellen Opel-Investoren sowie der wieder gestiegene Absatz von Opel-Modellen an. Die General-Motors-Tochter <GM.NYS> <GMC.FSE> profitiert mit ihren Kleinwagen stark von der Abwrackprämie.

 

Laut "Bild" ist auch eine Bürgschaft möglich, die den Käufer gegen einen möglichen Verlust beispielsweise bei einer späteren Insolvenz absichert. GM-Chef Fritz Henderson hatte vor einer Woche von mehr als sechs Interessenten für Opel berichtet. Immer wieder werden in Medien die Namen des italienischen Autobauers Fiat <F.AFF> <FIAT.FSE>, des Finanzinvestors Cerberus und des Emirats Abu Dhabi genannt. Alle äußerten sich jedoch bislang sehr zurückhaltend bis ablehnend.

BERLIN (dpa-AFX)

 

22.04.2009

 

Am Autobauer Opel sind einem Zeitungsberichte zufolge vor allem Finanz-investoren interessiert.


Unter den mindestens sechs Interessenten seien nur zwei strategische Investoren, der Rest seien Finanzinvestoren, berichtet das "Handelsblatt" (Dienstag) mit Verweis auf mit der Situation vertraute
Personen.

 

Der Opel-Aufsichtsrat und Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild äußerte sich gegenüber der Zeitung zuversichtlich: "Ich denke, es wird eine Lösung mit Schmerzen für GM und ebenso für Opel geben", sagte er. Der Chef des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) <GM.NYS> <GMC.FSE> Fritz Henderson hatte am vergangenen Freitag von mehr als sechs an einem Einstieg bei Opel interessierten Investoren gesprochen. Namen nannte er aber keine. Die zwei aus der Branche stammenden Investoren kommen unterdessen offenbar aus dem Ausland, heißt es in dem Artikel weiter. Fiat sei dem Vernehmen nach nicht darunter, obwohl die Italiener in Medienberichten jüngst als mögliche Partner ins Gespräch gebracht worden waren.

 

Opel braucht früheren Angaben zufolge 3,3 Milliarden Euro, um überleben zu können. Am Montag berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Konzernkreise, GM könne einen Teil von Opel abgeben, ohne dafür einen Kaufpreis zu verlangen. Im Gegenzug sollte ein möglicher Investor jedoch mindestens 500 Millionen Euro mitbringen. Opel-Aufsichtsrat Schild sieht angesichts der offenbar bestehenden Bereitschaft von GM, auf einen Erlös aus der Transaktion zu verzichten, die Chancen für Opel weiter steigen. "Das gilt besonders, wenn es für dieses Engagement Sicherheiten von Dritten geben würde", sagte er dem "Handelsblatt". Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zugesagt, einen neuen Investor mit Bürgschaften zu unterstützen.

 

Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend vom Mutterkonzern abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll der Mutterkonzern nur eine Minderheitsbeteiligung halten. GM muss der US-Regierung bis Ende Mai einen Sanierungsplan vorlegen, um weitere staatliche Hilfen zu erhalten. Daneben ist aber auch eine Insolvenz
des ehemals größten Autobauers der Welt im Gespräch.

FRANKFURT (dpa-AFX)

 

02.04.2009 Frage und Antwort zur Blitz-Insolvenz

 

New York (dpa) - Zur Rettung der Opel-Mutter General Motors (GM) und des Wettbewerbers Chrysler wird zunehmend über ein schnelles kontrolliertes Insolvenzverfahren spekuliert. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur möglichen «Blitz-Insolvenz» von GM:

 

Warum kann eine Insolvenz die Rettung sein?

 

In einem gerichtlichen Insolvenzverfahren können US-Unternehmen zunächst geschützt vor Gläubigern weiterarbeiten, Ballast abwerfen und sich so womöglich sanieren. Das Problem dieser Variante des US-Insolvenzrechts (Chapter 11): Sie kann sich über Monate oder gar Jahre hinziehen. Diese Zeit hat GM nicht - und Opel genauso wenig.

 

Was ist eine «Blitz-Insolvenz»?

 

Bei einem von US-Präsident Barack Obama ins Gespräch gebrachten Verfahren im Schnelldurchgang («quick-rinse-bankruptcy») würden schon vor dem Gang zum Insolvenzrichter die Rahmenbedingungen der Sanierung zumindest grob festgelegt. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht.

 

Was ist dafür nötig?

 

Viel Geld. Die US-Regierung müsste den Überlegungen zufolge der wesentliche Kapitalgeber über Finanzspritzen und Garantien sein. Die nötigen Summen wären laut Schätzungen noch höher als die bisher von GM erhaltenen und geforderten insgesamt 30 Milliarden Dollar. 

 

Was wäre der erste Schritt?

 

Voraussichtlich die Aufspaltung des Konzerns in einen «guten» und einen «schlechten» Teil. Das als lebensfähig erachtete Kerngeschäft mit den Marken Chevrolet und Cadillac soll die Insolvenz schnell wieder verlassen. Die Altlasten wie ein Großteil des Schuldenbergs würden schrittweise entsorgt oder wie beispielsweise die Marke Hummer verkauft.

 

Was sind die größten Hürden?

 

Gläubigerforderungen von 27 Milliarden Dollar und Ansprüche der Gewerkschaft UAW (20 Mrd Dollar) zur Krankenversicherung von GM- Rentnern. Die Regierung verlangt, dass zwei Drittel der Schulden und die Hälfte der UAW-Summe in GM-Akten umgewandelt werden. Beide sperren sich bisher, bei einer Pleite müssten sie aber womöglich noch mehr bluten.

 

Wie dicht steht eine Insolvenz bevor?

 

Offiziell hat Obama von GM bis Ende Mai einen neuen Rettungsplan gefordert. Spekuliert wird aber bereits über eine schnellere Insolvenz.  

 

Was bedeutet das alles für Opel? 

 

Die Experten streiten über die juristisch verzwickte Frage, welche Opel-Vermögenswerte bei einer Pleite der Mutter den Bach runtergehen würden. Darum der Zeitdruck: Opel will so schnell wie möglich von GM rechtlich unabhängiger werden. Noch aber fehlt der nötige Investor.

 

Was passiert, wenn eine Sanierung schiefgeht?

 

Bei einem Scheitern droht ein Dominoeffekt. Außer GM und womöglich Opel stünden tausende Händler, Zulieferer und andere abhängige Firmen vor dem Aus. Und damit Millionen von Jobs in den USA und Europa.

 

 

 

30.03.2009 Verschnaufpause für Opel 

 

Die Abwrackprämie verschafft dem schwer angeschlagenen Autobauer Opel die dringend benötigte Liquidität. Experten waren bislang davon ausgegangen, dass Opel ab Mitte April Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden müsse.

 

Opel hat  im ersten Quartal dieses Jahres 120.000 Fahrzeuge verkauft, das sind 60 Prozent mehr als in den drei Monaten des Vorjahres.  Allein vom neuen „Insignia“ seien laut Opel europaweit 80.000 Fahrzeuge geordert worden. Dies wäre damit das stärkste erste Quartal Opels seit einem Jahrzehnt.

 

 

 

17.03.2009 Guttenberg: GM-Management bewegt sich

 

Washington (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich mit der Spitze des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) auf ein Vorgehen nach Vorlage eines Sanierungskonzeptes verständigt.

 

Allerdings gebe es in zentralen Fragen des Sanierungskonzeptes weiterhin keine neuen Erkenntnisse, machte der Minister deutlich. Fragen der Patentrechte, der Anteile und des Mitteleinsatzes hingen von der Entscheidung der US-Regierung ab. GM soll der Regierung in Washington bis 31. März ein Sanierungskonzept vorlegen. Ein Teil der Patentrechte und der Anteile sind verpfändet. 

 

 

06.03.2009 Schäuble: 'Opel sollte über Insolvenz nachdenken' 

 

Berlin (dpa-AFX) - Der um seine Existenz ringende Autobauer Opel sollte nach Auffassung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Insolvenz prüfen.

 

"Unser modernes Insolvenzrecht ist ja gerade nicht auf die Zerstörung, sondern den Erhalt von wirtschaftlichen Werten ausgerichtet", sagte der Politiker dem "Handelsblatt" (Freitag).

 

Dass in der öffentlichen Wahrnehmung bei einer Insolvenz von Pleite oder Bankrott die Rede sei, sei falsch. "Wir müssen begreifen, dass für das Durchstehen einer solchen Krise ein modernes Insolvenzrecht eine bessere Lösung ist als die Staatsbeteiligung."

 

 

05.03.2009 IG Metall: Insolvenz von Opel gefährdet 400.000 Arbeitsplätze 

 

Berlin (dpa) - Eine Insolvenz des angeschlagenen Autobauers Opel würde laut der IG Metall europaweit rund 400.000 Arbeitsplätze gefährden. Nach Angaben des Gewerkschafts-Bezirksleiters Frankfurt, Armin Schild, wären Auto- und Zuliefererbranche gleichermaßen von einem Zusammenbruch betroffen.

 

Die Bundesregierung müsse Opel dringend finanziell unterstützen, sagte Schild der «Berliner Zeitung» (Donnerstag). Alle Folgen, die aus einer möglichen Insolvenz entstünden, seien teurer als die Hilfen, die Opel aktuell brauche. Schild, in dessen Zuständigkeitsbereich drei Opel-Werke liegen, sitzt bei dem Rüsselsheimer Autobauer im Aufsichtsrat.

 

 

26.02.2009 Was passiert bei einer Insolvenz der Opel-Mutter General Motors? 

 

Wie unmittelbar steht eine Insolvenz bevor?

 

Die bisherigen Kredite von 13,4 Milliarden Dollar reichen laut GM nur noch bis Ende März. Dann steht die US-Regierung vor der Wahl:

Will sie die Hilfen auf die insgesamt geforderten 30 Milliarden Dollar aufstocken? Oder schickt sie GM mit dem ebenfalls bedrohten Hersteller Chrysler zur Sanierung in eine geordnete Insolvenz.

 

Welche Arten der Insolvenz sind grundsätzlich möglich?

 

Das US-Recht kennt zwei Hauptformen der Insolvenz. Unternehmen mit Überlebenschancen beantragen meist ein Verfahren nach Kapitel elf des Insolvenzrechts (Chapter Eleven). Sie können unter Aufsicht eines Richters zunächst geschützt vor Gläubigern weiterarbeiten, Ballast abwerfen und sich so womöglich sanieren. Kapitel sieben des Gesetzes (Chapter Seven) regelt dagegen die endgültige Abwicklung von zu schwachen Unternehmen.

 

Welchen Insolvenzweg würde GM gehen?

 

Fast alle großen US-Airlines machten zur Sanierung bereits eine Insolvenz mit Gläubigerschutz durch. Auch für GM wird für den Fall einer Insolvenz in aller Regel über diesen rettenden Weg diskutiert - allein schon wegen der je nach Schätzung drei bis gut vier Millionen Jobs, die von der gesamten Branche abhängen. Das Verfahren kann sich jedoch über Jahre hinziehen, so steckt die einstige GM-Zuliefertocher Delphi bereits seit 2005 in der Insolvenz.

 

Was spricht für eine Insolvenz als Sanierungsweg?

 

Die größten Belastungen der Autobauer sind riesige Schuldenberge, nicht wettbewerbsfähige Löhne und hohe Sozialkosten. Zwar laufen schon jetzt Verhandlungen mit Gewerkschaft und Gläubigern. Unter dem Druck eines Insolvenzverfahrens könnten aber Experten zufolge weit größere Zugeständnisse erreicht werden.

 

Was spricht gegen diese Variante zur Rettung?

 

Manche Branchenkenner bezweifeln, dass die Hersteller überhaupt sanierbar sind und eine Insolvenz jemals wieder verlassen könnten. Auch GM-Chef Rick Wagoner meint zum Gläubigerschutzverfahren: «Das käme einer Abwicklung gleich.» Verbraucher würden keine Autos eines Herstellers kaufen, den es morgen vielleicht nicht mehr gibt.

 

Was kostet ein Insolvenzverfahren?

 

GM hat für den Fall einer Pleite eine Rechnung von 100 Milliarden Dollar aufgemacht. Das wäre gut dreimal so viel wie die verlangten Kredite und bei weitem eine Rekordsumme in einem solchen Fall. Viele Experten und Politiker werfen GM daher überhöhte Horrorzahlen vor, um neue Darlehen durchzusetzen. Sie warnen vor einem Fass ohne Boden. 

 

 

Woher kommt das Geld für eine geordnete Insolvenz? 

 

Auch unter US-Gläubigerschutz ist zur Sanierung natürlich frisches Geld nötig. Diese speziellen Darlehen sind aber für neue Kreditgeber laut Experten vergleichsweise sicher, weil sie in jedem Fall als erste ihr Geld zurückbekommen - vor allen alten Gläubigern. Nicht wenige  Fachleute glauben daher, dass sich dafür anders als in der jetzigen Lage von GM auch Banken finden ließen. 

 

 

Was passiert, wenn eine Sanierung schiefgeht?

 

Bei einem Scheitern droht ein Dominoeffekt. Außer GM selbst stünden sofort tausende Händler, Zulieferer und andere abhängige Firmen vor dem Aus und mit ihnen womöglich Millionen von Jobs. Auch die übrigen US-Hersteller und ausländische Autobauer etwa aus Deutschland bekämen große Probleme, weil sie zum Beispiel mit denselben Zulieferern zusammenarbeiten. Allenfalls auf lange Sicht könnten sie vom Untergang eines Konkurrenten profitieren. 

 

Quelle: dpa

 

 

24.02.2009 Mitarbeiter demonstrieren für Opel-Zukunft: Kundgebung am Donnerstag

 

Rüsselsheim (dpa/lrs) - Mit europaweiten Aktionen wollen Opel-Mitarbeiter an diesem Donnerstag (26.2.) für eine eigenständige Zukunft des Autobauers demonstrieren.

 

Die Belegschaften der europäischen Standorte des angeschlagenen US-Konzerns General Motors (GM) wollen «ein Zeichen setzen für ihre Zukunft in einem eigenständigen Unternehmen Opel/Vauxhall und eine tragfähige separate Lösung für Saab», wie der Gesamtbetriebsrat am Dienstag in Rüsselsheim mitteilte.

 

Als Redner bei der zentralen Kundgebung am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim werden neben anderen Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und IG-Metall-Chef Berthold Huber erwartet. Opel bemüht sich derzeit um staatliche Hilfe und erwägt eine Abtrennung von der Mutter GM, der die Insolvenz droht.

 

 

22.02.2009 Opel hat Liquiditätsprobleme

 

Berlin/Düsseldorf (dpa) - NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat in einem Interview ein Liquiditätsproblem beim Automobilhersteller Opel bestätigt. «Ich weiß, dass es Probleme mit der Liquidität gibt», sagte Rüttgers dem ARD-Magazin «Bericht aus Berlin» (Sendung am Sonntag, 18.30 Uhr). Eine im Mai oder Juni drohende Insolvenz wollte der CDU-Politiker nicht bestätigen. Was passiere, hängt davon ab, ob es ein vernünftiges Konzept und die notwendigen Hilfen gebe.

 

 

17.02.2009 GM prüft mögliche Schließung von Opel-Werken 

 

 

New York (dpa) - Der schwer angeschlagene Auto-Konzern General Motors (GM) prüft einem Medienbericht zufolge die Schließung oder den Verkauf von drei Opel-Werken in Europa. Die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf jemanden meldete, der mit den Plänen vertraut ist. 

 

In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 25.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. 

 

Dem Bloomberg-Bericht zufolge soll die schwedische Tochter Saab ebenfalls verkauft oder ganz geschlossen werden, wodurch ein weiteres Werk wegfallen könnte. Die Überlegungen seien Teil des Rettungsplans, den General Motors am (heutigen) Dienstag der US-Regierung für weitere Milliardenkredite vorlegen wollte. Die Opel-Mutter ist nach dramatischen Absatzeinbrüchen von der Insolvenz bedroht.

 

 

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