Sofortmaßnahmen bei der Arbeitgeberpleite

 

Gerät Ihr Arbeitgeber jedoch mit den Lohn- oder Gehaltszahlungen stark in Verzug, so überlegen Sie, ob Sie von Ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen wollen. Unter Zurückbehaltungsrecht versteht man Ihr Recht als Arbeitnehmer, unter bestimmten Voraussetzungen die Arbeitsleistung zu verweigern.

 

Voraussetzung hierzu ist, dass Sie Ihren Arbeitgeber mit Frist zur Zahlung des rückständigen Lohns/Gehalts aufgefordert haben und Ihr Fernbleiben aus diesem Grund ankündigen.

 

Legen Sie genau dar, warum Sie die Arbeitsleistung zurückbehalten und was der Arbeitgeber leisten muss, damit Sie die Arbeit wieder aufnehmen. Sie können die Weiterarbeit so lange verweigern, bis alle Rückstände ausgeglichen sind.

 

Während der Zeit, in der Sie das Zurückbehaltungsrecht ausüben, haben Sie weiterhin Anspruch auf Ihren Lohn. Sie können deswegen nicht zu einer Nachleistung verpflichtet werden. Angerechnet wird hier lediglich der Wert von Leistungen, welche z. B. durch andere Tätigkeiten in dieser Zeit erworben wurden.

 

Ein Zurückbehaltungsrecht darf nicht ausgeübt werden, wenn

 

  • die ausstehende Vergütung weniger als zwei Monatslöhne beträgt
  • nur eine kurzfristige Zahlungsverzögerung zu erwarten ist
  • dem Arbeitgeber durch die Verweigerung ein verhältnismäßig hoher Schaden entsteht

 

 

Hinweis:

Machen zur gleichen Zeit mehrere Kollegen von dem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch, kann dies unter Umständen als Streik ausgelegt werden.

 

Dieser darf in Deutschland lediglich von einer Gewerkschaft ausgerufen werden. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen und reichen dann, jeder individuell, die Schreiben zur Ausübung des Zurückbehaltungsrechts beim Arbeitgeber ein.

 

 

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