Vorschuss auf das Insolvenzgeld

Welche Möglichkeiten gibt es, bereits vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Geld über einen Vorschuss auf das Insolvenzgeld zu erhalten? Diese Thematik behandeln wir hier.

 

Da das Insolvenzgeld erst bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens bzw. Abweisung mangels Masse ausgezahlt wird, gibt es für die Zeit zwischen Insolvenzantrag und Eröffnungs-/Abweisungsbeschluss die Möglichkeit, bei der Agentur für Arbeit einen Vorschuss auf das Insolvenzgeld zu beantragen. Dazu muss das Arbeitsverhältnis aber tatsächlich und rechtskräftig beendet, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt und die Voraussetzungen zur Entstehung des Anspruchs auf Insolvenzgeld müssen wahrscheinlich erfüllt sein. Zur Bearbeitung müssen der Agentur für Arbeit folgende Unterlagen vorliegen:

 

  1. die letzte vollständige Arbeitsentgeltabrechnung oder eine gleichwertige Bescheinigung,

  2. eine schriftliche Erklärung über den Zeitraum und der Höhe des Arbeitsentgeltes, welches der Arbeitgeber Ihnen noch schuldet. Diese Erklärung kann vom Arbeitgeber, dem vorläufigen Insolvenzverwalter, einem für die Lohnabrechnung zuständigen Arbeitnehmer oder dem Betriebsrat verfasst worden sein.

 

 

Neben dem Vorschuss werden regelmäßig noch zwei weitere Möglichkeiten der Vorfinanzierung genutzt:

 

  1. Durch den Insolvenzverwalter: Bei der "kollektiven" Vorfinanzierung, die in der Regel im Zeitraum der vorläufigen Insolvenzverwaltung stattfindet, nimmt das Unternehmen in Absprache mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter bei einer Bank einen Kredit auf. Damit werden die anstehenden Löhne und Gehälter finanziert, die während des Insolvenzgeldzeitraums entstehen. Sie als Arbeitnehmer erhalten Ihr Arbeitsentgelt dadurch zur gewohnten Zeit. Zur Kreditaufnahme bedarf es jedoch der Zustimmung der zuständigen Agentur für Arbeit. Diese richtet sich meist nach den Erfolgsaussichten zur Sicherung der Arbeitsplätze im Unternehmen.

  2. Durch Sie: Bei der individuellen Vorfinanzierung nehmen Sie selbst einen Kredit über die Höhe der ausstehenden Nettogehälter bei Ihrer Hausbank auf. Der vorläufige Insolvenzverwalter informiert die Hausbank über den Zeitraum und die Höhe der ausstehenden Gehälter. Er verweist zudem auf die Absicherung durch das Insolvenzgeld, sodass  diese Art der Vorfinanzierung meist als sehr unproblematisch erweist. Die Bank ist jedoch nicht dazu verpflichtet, den Kredit zu gewähren.

 

 

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