voheriger Begriff

13. Gibt es eine Frist in der ich die Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden muss?

nächster Begriff

Der Insolvenzverwalter wird nach Insolvenzeröffnung sämtliche ihm bekannten Gläubiger anschreiben, die Eröffnung des Verfahrens schriftlich bekanntgeben und zur Anmeldung der Ansprüche auffordern. Im Eröffnungsbeschluß ist die vom Gericht festgesetzte Frist zur Anmeldung der Forderungen zu lesen. Falls Sie diese Frist versäumen können Sie auch nachträglich noch Ihre Forderung anmelden. Nachträglich angemeldete Forderungen können jedoch erst in einem nachträglichen Prüftermin geprüft werden und die Kosten für diesen Nachtermin tragen die Gläubiger, die verspätet angemeldet haben.

Regelmäßig auftretende Fragen zum Bereich

» Arbeitgeberpleite «

11. Was ist die Insolvenztabelle?

Der Insolvenzverwalter stellt die Insolvenztabelle anhand aller angemeldeten und von ihm geprüften Forderungen zusammen. Die Insolvenztabelle erfüllt gleich 2 Funktionen. Zum einen wird auf Grundlage der Insolvenztabelle am Ende des Verfahrens bei vorhandener Insolvenzmasse die Verteilung an die Gläubiger vorgenommen. Außerdem erhält der Gläubiger  auch auf Antrag einen vollstreckbaren Auszug aus der Insolvenztabelle. Damit hält der Gläubiger einen Titel in der Hand, der vergleichbar ist mit einem Urteil oder Vollstreckungsbescheid. Dies ist vor allem bei Insolvenzverfahren gegen natürliche Personen relevant, wenn für sie als Gläubiger ein Anspruch aus unerlaubter Handlung gegen den Schuldner festgestellt wurde. Diese Ansprüche werden nicht von der Restschuldbefreiung erfasst und sie können aus dem Titel bis zu 30 Jahre lang in das Vermögen des Schuldners vollstrecken.

12. Was kann ich zur Insolvenztabelle anmelden?

Sie können alle rückständigen Lohn- und Gehaltsbestandteile zur Tabelle anmelden die durch Ihren Arbeitgeber nicht mehr gezahlt wurden und die nicht durch die Agentur für Arbeit über Insolvenzgeld ausgezahlt werden. Guter Rat: Melden Sie lieber eine Forderung zu viel als zu wenig zur Tabelle an. Im schlimmsten Fall wird der Verwalter den Teil Ihrer Forderung bestreiten, der nicht zur Tabelle angemeldet werden kann. Lesen Sie in unserem Ratgeber mehr über den Insolvenzgeldzeitraum und welche Lohnbestandteile durch Insolvenzgeld gesichert sind: Ihr Geld - Lohnforderungen in der Insolvenz.

13. Gibt es eine Frist in der ich die Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden muss?

Der Insolvenzverwalter wird nach Insolvenzeröffnung sämtliche ihm bekannten Gläubiger anschreiben, die Eröffnung des Verfahrens schriftlich bekanntgeben und zur Anmeldung der Ansprüche auffordern. Im Eröffnungsbeschluß ist die vom Gericht festgesetzte Frist zur Anmeldung der Forderungen zu lesen. Falls Sie diese Frist versäumen können Sie auch nachträglich noch Ihre Forderung anmelden. Nachträglich angemeldete Forderungen können jedoch erst in einem nachträglichen Prüftermin geprüft werden und die Kosten für diesen Nachtermin tragen die Gläubiger, die verspätet angemeldet haben.

14.Gibt es ein Zeitlimit für die Dauer eines Insolvenzverfahrens?

Nein. Je nach Größe und Komplexität kann ein Insolvenzverfahren über mehrere Jahre andauern.

15. Müssen Gläubiger in einem Insolvenzverfahren vom Insolvenzverwalter über den Stand des Verfahrens informiert werden?

Der Insolvenzverwalter ist den Gläubigern nicht zur Auskunft verpflichtet. Jedoch haben bei der Gläubigerversammlung alle Gläubiger der insolventen Firma die Möglichkeit sich direkt beim Verwalter Informationen zum Stand des Insolvenzverfahrens einzuholen. Sie als Gläubiger sollen im Rahmen der Insolvenzordnung auf das Verfahren einwirken können. Nutzen Sie diese Chance und nehmen Sie an der Gläubigerversammlung teil ! Sehen Sie von häufigen Sachstandsanfragen ab, denn diese kosten den Insolvenzverwalter Zeit die er besser in eine schnelle Abwicklung des Verfahrens investiert. Sie werden über alle wesentlichen Ereignisse im Insolvenzverfahren ohnehin unaufgefordert informiert.

16. Wird mir der Insolvenzverwalter mitteilen, ob ich auf meine Forderung eine Quote erhalte?

In der Regel dauern Insolvenzverfahren mehrere Jahre. Meist werden Quoten auf Tabellenforderungen kurz vor Beendigung des Verfahrens ausgeschüttet, da auch erst zu diesem Zeitpunkt feststeht, ob eine Quote gezahlt werden kann. Wenn es eine solche gibt, findet wiederum eine Gläubigerversammlung, der sog. Schlusstermin statt in der über die Verteilung der Insolvenzmasse entschieden wird. Hier können Sie sich informieren. Solange dieses Insolvenzverfahren läuft sollten Sie den Verwalter über eventuelle Adressänderungen oder Änderungen Ihrer Bankverbindung informieren. Endlose Recherchen, die wiederum mit hohen Kosten verbunden sind, werden dadurch dem Insolvenzverwalter erspart.

17. Ich habe schon vor Insolvenzeröffnung gegen den Arbeitgeber Klage erhoben. Was geschieht jetzt ?

Mit Eröffnung der Insolvenz werden alle Gerichtsverfahren unterbrochen. Ist der Schuldner Beklagter, so können der Insolvenzverwalter aber auch sie selbst den Prozess wieder aufnehmen. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Lassen Sie am besten durch einen Anwalt prüfen, ob die Voraussetzungen zur Prozessaufnahme gegeben sind und wie Ihre Erfolgschancen unter den neuen Voraussetzungen sind. Gegebenenfalls gibt es auch die Möglichkeit, sich mit dem Insolvenzverwalter zu verständigen

In einem normalen Zivilprozess vor dem Amts- oder Landgericht werden die Kosten so verteilt:

Erkennt der Insolvenzverwalter an, so trägt in der Regel die Masse die Kosten. Ihren eigenen Kostenerstattungsanspruch können sie allerdings nur als Insolvenzforderung geltend machen. Erklären Sie gemeinsam mit ihm die Sache für erledigt werden die Kosten im Normalfall gesplittet.

Besteht seitens des insolventen Unternehmens Massearmut (d.h. die Masseunzulänglichkeit wurde angezeigt), müssen Sie, auch bei anerkanntem Anspruch oder gewonnenem Prozess, die vollen Kosten allein tragen. Hier greift der Grundsatz der gesamtschuldnerischen Haftung.

Beachten Sie: In einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit ist es so, dass unabhängig vom Obsiegen im Prozess jede Partei ihre Anwaltskosten in der 1. Instanz selbst trägt!

18. Steht mir eine Abfindung zu, wenn mir aufgrund der Insolvenz gekündigt wird?

Ob Ihnen eine Abfindung zusteht oder nicht hat nichts mit der Insolvenz zu tun. D.h. wenn Ihnen bei einer Kündigung z.B. nach dem Kündigungsschutzgesetz oder nach dem für Ihre Branche geltenden Tarifvertrag eine Abfindung zusteht so steht Ihnen diese auch im Insolvenzfall zu – allerdings können Sie diese lediglich zur Tabelle anmelden.

Es gibt also keinen Abfindungsanspruch gerade wegen der Insolvenz.

In der Praxis kommen in Firmen mit Betriebsrat häufig Sozialplanvereinbarungen vor, Diesen müssen  zwischen Verwalter und Betriebsrat bei Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern vor Ausspruch der Kündigungen  abgeschlossen werden. Ihr Anspruch aus solch einem Sozialplan steht einer Abfindung gleich.

19. Kann der Insolvenzverwalter mein Gehalt kürzen wenn er mich nach Insolvenzeröffnung weiterbeschäftigt?

Grundsätzlich nein, denn der Insolvenzverwalter muss Sie zu den bisherigen Bedingungen weiterbeschäftigen, also alle Lohnbestandteile wie bisher zahlen. Hierzu gehören z.B. auch Direktversicherungsbeiträge, vermögenswirksame Leistungen, Überstunden etc. Der Verwalter wird dies in der Regel auch tun. Es gibt natürlich Fälle, in denen der Verwalter nur dann Weiterbeschäftigungen durchführen kann, wenn die Arbeitnehmer teilweise auf Lohnbestandteile verzichten. Wenn einfach nicht genug Geld da ist wäre ansonsten die Konsequenz gleich den Betrieb stillzulegen und keinen weiter zu beschäftigen. In diesem Falle sollten Sie abwägen, inwieweit eine zunächst sichere Weiterbeschäftigung mit einem eventuell etwas niedrigeren Einkommen im Gegensatz zur Arbeitslosigkeit vielleicht das kleinere Übel wäre.

Beachten Sie, dass dies nicht nur eine Änderung Ihres Arbeitsvertrags darstellt – sie können also im Falle eines Betriebsübergangs nicht einfach wieder ihr altes Gehalt beanspruchen – sondern dass sie auch ggf. weniger Arbeitslosengeld erhalten wenn es nicht klappt.

20. Was passiert mit meinen Urlaubsanspruch in der Weiterbeschäftigung?

Grundsätzlich erwerben Sie für die Zeit der Weiterbeschäftigung nur einen anteiligen Urlaubsanspruch, d.h. Ihr Jahresurlaubsanspruch wird ins Verhältnis zur Zeit der Weiterbeschäftigung gesetzt. Alte bereits erworbene und noch nicht genommene Urlaubsansprüche muss der Verwalter Ihnen in der Weiterbeschäftigungszeit also nicht gewähren.

Die Praxis zeigt jedoch, dass situationsbedingt und in Absprache mit dem Insolvenzverwalter hiervon auch abgewichen werden kann.

Ratgeber & Musterbriefe

 

Kompaktes Wissen im PDF-Format. Laden Sie sich noch heute unsere Ratgeber und Vorlagen für Gläubiger und Arbeitnehmer herunter:

 

Ratgeber & Vorlagen

Newsletter zur "Insolvenz"

Newsletter abonnieren

 Informativ.  Interessant.  Kostenlos. 

Unser monatlicher Newsletter.

 

zur Registrierung

zum Newsletter-Archiv