Bewerben- Der Schritt zu neuen Ufern

Insolvenz ist leider auch oft mit dem Thema Kündigung verbunden. Dies trifft meist diejenigen besonders hart, die seit Jahrzehnten keine Bewerbung mehr schreiben mussten, und daher vielleicht auch nicht mehr vertraut sind mit den heutigen Anforderungen an eine Bewerbungsmappe. Bewerben heißt sich selbst zu präsentieren, zu vermarkten, und das mit den bestmöglichsten Mitteln.

Stellen Sie sich doch mal  eine Hochglanzwerbebroschüre einer x-beliebigen Automarke vor…und stellen Sie sich die gleiche Werbung auf der letzten Seite einer recycelten Wochenzeitung in Mausgraudruck vor! Der Unterschied liegt klar auf der Hand. Nicht nur der Inhalt ist wichtig, sondern auch die Art der Präsentation.

Der erste Schritt : Selbsteinschätzung (Selbstanalyse)

Werden Sie sich klar darüber, was für einen Job Sie anstreben, was Sie von dem neuen Job erwarten, was Sie eventuell bereit sind, dafür zu opfern und welche besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten Sie für diesen gewünschten Job mitbringen. Nur so können Sie bereits in Ihrem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sich selbst präsentieren und auch später bei einem eventuellen Bewerbungsgespräch sicher auftreten und beeindrucken.

 

 

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, setzen Sie sich mit Papier und Bleistift bewaffnet an ein schönes Plätzen und machen sich folgende Gedanken:

 

  • Welche speziellen beruflichen Kenntnisse/Fähigkeiten/Qualifikationen habe ich?

Machen Sie sich detailliert Gedanken zu Ihrer speziellen Berufserfahrung, eventuellen Fort- und Weiterbildungen und Seminare die Sie besucht haben.

 

  • Gibt es dazu noch spezielle Talente/Fähigkeiten, die ich in einem neuen Job einbringen kann?

Überlegen Sie, ob Sie Kenntnisse haben, die Sie zwar bisher in Ihrem Beruf nie anwenden mussten, die aber für einen neuen Job interessant und von Vorteil sein könnten, z.B. Sprachkenntnisse, besondere EDV-Kenntnisse, handwerkliche Fähigkeiten

 

  • Wo liegen meine Stärken?

Versuchen Sie hier objektiv Ihre eigene Person/Persönlichkeit im Hinblick auf einen Job zu beurteilen: z.B. teamfähig, stressresistent, lernbereit u.s.w.

Es nützt Ihnen nichts sich auf einen Job in einem Team zu bewerben, wenn Sie sich sicher sind, alleinverantwortlich arbeiten zu wollen. Sie werden wahrscheinlich nicht glücklich mit diesem Job und Ihr eventuell neuer Arbeitgeber mit Ihnen auch nicht.

 

  • Wo liegen meine Schwächen, wofür bin ich gar nicht geeignet?

Genau wie bei den Stärken sollten Sie auch hier objektiv Ihre Schwächen eingestehen: z.B. nicht konfliktfähig, niedrige Belastbarkeit in Stresssituationen.

Sehen Sie sich die Stellenangebote genau auf die gewünschten Fähigkeiten an und konzentrieren Sie sich auf die Jobs, die Ihnen auch dahingehend zusagen und liegen.

 

  • Welche Berufe kommen für mich in Frage/könnte ich mir vorstellen?

Machen Sie sich hier ernsthaft, vor allem anhand Ihrer vorherigen Aufzeichnungen, Gedanken, welche Jobs für Sie geeignet sein und Ihnen Spaß machen könnten. Nur weil man z.B. 20 Jahre lang in der Buchhaltung gearbeitet hat heißt das nicht, dass man ewig dort arbeiten muss. Spezielle EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse könnten z.B. auch einen Job im Sekretariat in Aussicht stellen.

 

  • Was bin ich bereit zu opfern für einen neuen Job?

Ja…ein neuer Job kann auch Opfer fordern. Mehr Arbeitszeit bedeutet weniger Freizeit, eventuell nicht mehr so viel Zeit für Hobbies. Schichtarbeiten mit Wochenende kann eine Umstellung der Freizeitgewohnheiten mit Familie bedeuten. Oder…könnten Sie sich vorstellen für einen Job umzuziehen…vielleicht sogar ins Ausland zu gehen? Auch finanzielle Abstriche zum vorhergehenden Job ist ein Opfer…das es sich aber manchmal lohnt zu erbringen!

 

 

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