2. Rückständige Beiträge vor dem Insolvenzgeldzeitraum

Alle rückständigen Beiträge die zwar vereinbarungsgemäß auf Ihrem „Gehaltszettel“ durch Gehaltsumwandlung abgerechnet, jedoch nicht wirklich von Ihrem Arbeitgeber an die Versicherung bzw. die entsprechende Versorgungseinrichtung abgeführt wurden, können Sie als Forderung gegen Ihren Arbeitgeber zur Insolvenztabelle anmelden. Dies betrifft alle Beiträge, die vor dem Insolvenzgeldzeitraum angefallen sind, sowie natürlich die Beiträge die, wie in oben aufgeführter Grafik dargestellt, nicht von der Agentur für Arbeit übernommen werden.

 

 

Sollten Sie arbeitgeberfinanzierte Beiträge zur Insolvenztabelle anmelden wird der Verwalter prüfen, inwieweit Sie einen Anspruch an der Versicherung bzw. Versorgungsleistung erworben haben (siehe hierzu Thema Nr. 3). Sollten Sie keine Ansprüche erworben haben, wird der Verwalter auch die Beiträge daraus nicht als Ihre Forderung anerkennen.

 

3. Anspruchsberechtigter an der Versicherung nach Insolvenzeröffnung

Dies ist wohl der schwierigste Teil zu diesem Thema, da aufgrund der Gesetzeslage, der unterschiedlichen Vertragsgestaltungen und der verschiedenen Arten der Insolvenzsicherung sicherlich von Fall zu Fall eine genaue Prüfung der Sachlage erfolgen muss, bevor mit Sicherheit gesagt werden kann, wer Anspruchsberechtigter an der Versicherung/Versorgungszusage ist.

 

 

Normalerweise wird die Versicherung bzw. Versorgungseinrichtung nach Insolvenzeröffnung den Insolvenzverwalter kontaktieren und ihn über bestehende Versicherungen oder Ansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge informieren. Entsprechend wird der Insolvenzverwalter die Ansprüche überprüfen.

 

 

 

Doch was wird genau geprüft?

 

Die unverfallbare Anwartschaft

 

Eine Betriebliche Altersvorsorge sollte dem Grunde nach ja ein Bonus für die Betriebstreue sein. Zumindest bei der arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge. Daher legte der Gesetzgeber Kriterien fest die ein Arbeitnehmer erfüllen muss, um den Anspruch (Anwartschaft) auf die Leistung aus der Betrieblichen Altersvorsorge zu erhalten. Scheidet der Arbeitnehmer vor Erreichen dieser Kriterien aus, hat er die Anwartschaft nicht erfüllt…die Betriebstreue sozusagen nicht erbracht…und hat daher keinen Anspruch auf die Leistungen.

 

 Im Gegensatz dazu steht die Betriebliche Altersvorsorge die der Arbeitnehmer selbst finanziert (Gehaltsumwandlung).

 

Ein Überblick über die Kriterien einer unverfallbaren Anwartschaft erhalten Sie in nachfolgender Grafik.

 

Grafik durch Klick vergrößern

zurück | 1 | 2 | 3 | 4 ... hier bitte weiterblättern

..................................................................................................................................................................

 

zurück zur Übersicht "Insolvenz des Arbeitgebers"