Arbeitsplatz & Kündigung in der Insolvenz

 

Betriebsrat muss angehört werden

Hat das Unternehmen einen Betriebsrat, so hat der Insolvenzverwalter diesen vor jeder Kündigung anzuhören, d. h. diesen umfassend zu informieren und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Unterlässt er dies, ist die ausgesprochene Kündigung unwirksam.  

 

Kündigungsschutzklage

Um eine Kündigung anzufechten, haben Sie das Recht, innerhalb einer Frist von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einzureichen.

Gegen wen die Klage zu richten ist, hängt davon ab, ob das Insolvenzverfahren bereits eröffnet ist. Vor Eröffnung ist die Klage gegen Ihren Arbeitgeber zu richten, auch wenn dieser die Kündigung mit Zustimmung des Insolvenzverwalters ausgesprochen hat. Etwas anderes gilt nur, wenn ein sog. starker Verwalter im Eröffnungsverfahren bestellt worden ist. Nach der Eröffnung ist die Klage grundsätzlich gegen den Insolvenzverwalter zu richten, egal wer die Kündigung ausgesprochen hat

 

 

Kündigung durch Sie als Arbeitnehmer

Bleibt drei Monate hintereinander das Gehalt aus, kann man fristlos kündigen Dies setzt jedoch mindestens voraus, dass der Rückstand erheblich ist und zuvor eine Abmahnung ausgesprochen wurde. In diesem Fall brauchen Sie eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld durch die Arbeitsagentur nicht zu befürchten. Wenn der Lohn drei Monate lang ausbleibt, gilt dies als wichtiger und anerkannter Kündigungsgrund.

 

Natürlich sind auch Sie als Arbeitnehmer berechtigt, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Auch Sie können sich nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf die Verkürzung der Kündigungsfrist auf 3 Monate berufen (s. Seite 1). Ist vertraglich eine kürzere Kündigungsfrist geregelt, so ist diese gültig.

Der Anspruch auf das Insolvenzgeld bleibt Ihnen für die Zeit vor der Kündigung jedoch in jedem Fall erhalten. Dies gilt auch dann, wenn Sie zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung oder der Abweisung des Verfahrens nicht mehr im Unternehmen tätig sind.

 

 

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Für weitere Informationen zu Lohn- und Gehaltsansprüchen lesen Sie weiter im Kapitel  "Ihr Geld".

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