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22.09.08 Schuldner als Dekorationen - Muss das sein, Herr Zwegat?

Kategorie: Peter Zwegat, Tipp


RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat ist mit einer neuen Staffel zurück. Wie immer gibt der stets korrekt gekleidete und eloquent auftretende Schuldnerberater und Sozialpädagoge das Ziel „Raus aus den Schulden“ vor.

 

Die erste Folge zeigte jedoch unverblümt, dass die Schuldner mehr und mehr zur Dekoration verkommen oder bestenfalls einen dramaturgischen Gegenpol zu Zwegart bilden dürfen. Ein schwules, arbeitsloses, lügendes Pärchen (David und Candy!) stellte Zwegart laut Drehbuch auf die Probe. Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Eltern - auch noch ein uneheliches Kind, komplettierten die Liste der Qualitäten, die die RTL- Macher bei einem Schuldner vermuten.

 

Zwegart drohte das Handtuch zu werfen. Drohte, denn die RTL-Macher wissen, was sie ihrem Stammpublikum von bis zu 5 Millionen Zuschauern schulden. An lebensechten Lösungen besteht hier kein Interesse mehr. Zwegat bringt selbstverständlich die Schuldenwelt wieder in Ordnung und führt David ins Arbeitsleben zurück.

 

Schade, da es Peter Zwegat in der früheren Staffel durchaus gelungen war, Schuldner nicht zu Comedy Figuren verkommen zu lassen. Seine Arbeitsweise die ihn mit Gläubigen, Banken aber auch keifenden Schwiegermüttern verhandeln lässt geht selbstverständlich weit über das hinaus, was normale Schuldnerberatungen leisten können. Zwegat konnte, bis lang zumindest, diesen Spagat zwischen Finanzexperten, Motivationstrainer und Unterhalter jedoch erstaunlich gut bewältigen.

 

Im Interesse der über 5 Millionen überschuldeten deutschen Verbraucher bleibt nur zu hoffen, dass in die Sendung wieder mehr Realität einkehrt. Doch wie hoch sind deren Chancen gegenüber der Einschaltquote?

 

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