Insolvenzgründe

Maßnahmen des Finanzamts abwehren

 

Oft führt die Unternehmenskrise dazu, dass das Unternehmen seiner Steuerpflicht nicht mehr nachkommen kann.


Liegt nur ein kurzfristiger Liquiditätsengpass vor, können die Steuerschulden gestundet werden. Auf Antrag kann auch die Einkommen- oder Gewerbesteuervorauszahlung herabgesetzt werden.  

 

 

 

TIPP: Ignorieren Sie Steuerschulden nicht, sondern sprechen Sie das Finanzamt frühzeitig auf Stundung, Reduzierung der Steuervorauszahlungen oder Aufschub an.

Vollstreckungsaufschub

Beantragen Sie bei der zuständigen Vollstreckungsstelle den Aufschub beziehungsweise die einstweilige Einstellung. Der Vollstreckungsaufschub verschafft Ihnen in der Regel  einen Aufschub von 2 bis 4 Wochen. Nach dessen Ablauf muss die Steuerschuld jedoch umgehend bezahlt werden.

Die Beantragung des Vollstreckungsaufschubs können Sie mit Hinweis auf die sog. „Unbilligkeit“ tun. Das bedeutet: Die Vollstreckung würde einen unangemessenen Nachteil bringen.
Beispiel: Ihr Unternehmen steht kurz vor der Vollstreckung eigener Forderungen gegen säumige Kunden.

Beachten Sie: Bei Steuerschulden von Selbständigen muss § 34c der Gewerbeordnung (GewO) berücksichtigt werden. Die Vollstreckungsstelle wird automatisch ein Verfahren auf Entsagung der Gewerbeerlaubnis wegen Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden einleiten.

Ist die Krise aber größer, können Steuerschulden schnell dazu führen, dass das Finanzamt einen Insolvenzantrag stellt.

Beachten Sie: Im Insolvenzverfahren nimmt das Finanzamt keine bevorzugte Stellung ein. Es hat auch keine Aus- oder Absonderungsrechte und ist somit ein ganz „normaler“ Gläubiger.

Der Insolvenzantrag des Finanzamts ist bereits erfolgt

Können Sie Raten zahlen, kann das  Finanzamt den  Insolvenzantrag zurücknehmen. Allerdings haben Sie dann die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Nimmt das Finanzamt  den Antrag nicht freiwillig zurück, können Sie als Schuldner einen Antrag auf Zurückweisung des Gläubigerantrages stellen.

Oder: Beantragen Sie beim zuständigen Finanzgericht den  Erlass „einer einstweiligen Anordnung der Rücknahme des Insolvenzantrages, um eine Verfahrenseröffnung zu verhindern.

Auch ein Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht bietet Pfändungsschutz.

Beachten Sie: Zuerst das Finanzgericht anrufen, dann der Schritt zum Insolvenzgericht; denn eine Klage vor dem Finanzgericht ist nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr zulässig.

 

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