20.04.09 GM will Opel verschenken - Fordert im Gegenzug Kapitalspritze |
Kategorie: Insolvenzverfahren, Opel |
Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) ist laut einem Pressebericht bereit, einen Teil der deutschen Tochter Opel abzugeben, ohne dafür einen Kaufpreis zu verlangen. Im Gegenzug müsste der Investor jedoch eine Kapitalspritze von mindestens 500 Millionen Euro mitbringen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD - Montagausgabe) mit Verweis auf Konzernkreise.
Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend vom Mutterkonzern abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten. GM-Chef Fritz Henderson hatte am Freitag von mehr als sechs an einem Einstieg bei Opel interessierten Investoren gesprochen. Namen nannte er aber nicht. Unter den "ernsthaften Interessenten" seien Finanzinvestoren und Branchenvertreter.
Die Bereitschaft der Amerikaner, einen maßgeblichen Teil von Opel ohne einen eigenen Erlös abzugeben, zeige die Schwierigkeiten bei der Suche nach einem privaten Investor für den deutschen Autobauer, schreibt nun die Zeitung. Experten bezweifeln, dass eine europäische Gesellschaft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall die erforderliche Größe hat, um sich am Markt zu behaupten. GM muss der US-Regierung bis Ende Mai einen Sanierungsplan vorlegen, um weitere staatliche Hilfen zu erhalten und damit der Insolvenz zu entgehen.
HAMBURG (dpa-AFX)

