Aufrechnung

Prüfen Sie, ob Ihnen Aufrechenmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Aufrechenbar sind nur die Forderungen, die im selben Zeitraum entstanden sind. Steht  z. B. eine Insolvenzforderung des Gläubigers gegen den Schuldner gegen eine Forderung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger aus dem Zeitraum vor Insolvenzeröffnung, so sind diese aufrechenbar.

 

Beispiel:

Sie haben vor der Insolvenzeröffnung eine Ware an den späteren Schuldner im Wert von 1.000,00 Euro geliefert, die noch nicht bezahlt ist. Im Gegenzug ist auch eine Dienstleistung des Schuldners gegen Sie in Höhe von 800,00 Euro geleistet worden.Wenn jede Leistung für sich betrachtet würde, dann müssten Sie jetzt 800,00 Euro an den Insolvenzverwalter bezahlen und bekämen eine Quote auch die Insolvenzforderung (z. B. 5 % Quote von 1.000,00 Euro = 50,00 Euro).Wenn Sie aber die Aufrechnung erklären, dann bleibt nur eine Insolvenzforderung i. H. v. 200,00 Euro übrig, auf die Sie dann noch die Quote bekommen.

 

 

Anders verhält es sich aber, wenn die Forderung des Schuldners gegen Sie erst nach der Insolvenzeröffnung entstanden ist. Dann ist die Aufrechnung ausgeschlossen (§ 96 Abs. 1 Satz 1 InsO).