Lieferant in der Insolvenz

Lieferanten-Insolvenz

Meldet ein Lieferant Insolvenz an, hat dies für das Unternehmen weitreichende Folgen. Um zu verhindern, dass Sie eine Lieferanteninsolvenz eiskalt erwischt, beantworten wir Ihnen hier die wichtigsten Fragen.

 

 

 

Sammeln Sie Informationen 

Oft kündigt sich eine Lieferanteninsolvenz durch wiederholte Lieferverzögerungen oder Rückmeldung von Vorlieferanten über Zahlungsschwierigkeiten an - meist bleiben die Zeichen jedoch  unbemerkt. 

Tipp: Erstellen Sie ein Profil für Ihre Lieferanten, in dem Sie Rückmeldungen Ihrer Mitarbeiter oder anderer vertrauenswürdiger Quellen eintragen.

Wie läuft das Insolvenzverfahren ab?

 

1. Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

2. Vorläufiges Insolvenzverfahren; Dauer ca 3 Monate

3. Eröffnung des Verfahrens; alle Befugnisse gehen auf den Insolvenzverwalter über; Dauer unbestimmt.

 

Wie erhalten Sie Ihre beim insolventen Lieferanten vorhandenen Unterlagen, Material und Maschinen zurück?

 

Informieren Sie den Insolvenzverwalter umgehend und vollständig über Ihr beim Schuldner vorhandenes Eigentum. Bereiten Sie eine Liste mit Nachweisen Ihrer Eigentumsrechte vor, da der Insolvenzverwalter zunächst davon ausgeht, dass alles zum Besitz des insolventen Unternehmens gehört. Verlassen Sie sich nicht auf die Buchhaltung des Lieferanten.

 

Wann können Sie Insolvenzforderungen anmelden?

 

Erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das zuständige Gericht können Sie Ihre Forderung anmelden. Eine rechtssichere Forderungsanmeldung erstellen Sie bspw. Kostenfrei mit unserem Assistenten.

 

LieferanteninsolvenzKönnen Sie bestehende Verträge kündigen?

 

Die Insolvenz des Lieferanten ist kein Kündigungsgrund. Das Wahlrecht zur Erfüllung oder Ablehnung bestehender Verträge liegt nach der Eröffnung alleine beim Insolvenzverwalter (§ 103 InsO). Kündigungsgründe sind ggfs. andere Vertragsverstöße.

 

Welche Fachleute stehen Ihnen zur Seite?

 

Informieren Sie den Firmen-Rechtsanwalt und den Steuerberater. Benennen Sie einen Verantwortlichen (z.B. aus dem Rechnungswesen), der alle Vorgänge zur Insolvenz des Lieferanten überwacht und koordiniert. Denken sie auch an Garantie- und Gewährleitungsansprüche, die Sie gegen den insolventen Lieferanten haben.

 

Abwicklung laufender Aufträge

 

Versuchen Sie im Gespräch mit dem Insolvenzverwalter zu klären, ob laufende Aufträge fertig abgewickelt werden. Im Laufe des Insolvenzeröffnungsverfahrens kann er Ihnen dann auch seine Pläne für die Zukunft des insolventen Unternehmens darlegen.

 

Zahlungen an den insolventen Lieferanten

 

Beachten Sie unbedingt die evtl. geänderte Bankverbindung im Insolvenzverfahren. Zahlungen, die an ein falsches üblicherweise das bisherige Konto des insolventen Unternehmens geleistet werden, sind meist komplett verloren. Die Zahlung gilt als nicht geleistet – Sie zahlen doppelt.

 

Informationsfluss im eigenen Unternehmen

 

Informieren Sie alle betroffenen Gruppen in Ihrem Unternehmen (z.B. Geschäftsleitung. Entwicklung, Produktion, Rechnungswesen). Stellen Sie sicher, dass Rückmeldungen und neue Informationen an den Verantwortlichen weiter geleitet werden. Sondieren Sie den Markt nach Ersatzlieferanten Müssen Geschäftspartner informiert werden?