Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens

 

Forderungsanmeldung


Als Gläubiger müssen Sie Ihre Forderungen mit entsprechendem Nachweis in Form von Urkunden beim Insolvenzverwalter bis zum Ablauf der Anmeldefrist anmelden (§§ 174, 175 InsO). Die Frist wird öffentlich bekannt gemacht.

 


Wird die Anmeldefrist verpasst, ist die Anmeldung gleichwohl möglich, allerdings können durch einen dann evtl. zusätzlich notwendigen Prüfungstermin Kosten entstehen, die der Gläubiger zu tragen hat oder es wird die Prüfung im schriftlichen Verfahren angeordnet (§ 177 Abs. 1 InsO).

 

Prüfungstermin

Die formelle Prüfung der Forderungen findet im Prüfungstermin beim Insolvenzgericht statt. Der Insolvenzverwalter prüft die Forderungen auf  Grundlage der ihm vorgelegten Urkunden bereits vor, damit der Prüfungstermin zügig ablaufen kann.

Im Prüfungstermin werden daher in der Regel nur noch die Forderungen besprochen, die der Insolvenzverwalter oder ein anderer Gläubiger bestreitet.

 

Berichts- und Prüfungstermin können auch zusammenfallen.

 

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Hinweise:

 

Vollständigkeit Ihrer Unterlagen

Liefern Sie zur Anmeldung die notwendigen Urkunden mit. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass der Insolvenzverwalter die Forderung zunächst zumindest „vorläufig” bestreitet. Wird die Forderung bestritten, so nehmen Sie nicht an einer Auszahlung teil.


Rechtsmittel bei bestrittenen Forderungen

Falls Ihre Forderung vom Insolvenzverwalter dennoch bestritten wird und Sie sich auch nach dem Prüfungstermin nicht einigen können, steht Ihnen die Feststellungsklage (§ 179 ff. InsO) offen.

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Verwertung der Insolvenzmasse


Soweit sich die Gläubigerversammlung nicht für eine Fortführung entschieden hat, verwertet der Insolvenzverwalter die Masse  (§ 159 InsO).

Dafür kommen der freihändige Verkauf einzelner Vermögensgegenstände durch den Verwalter selber oder durch Verwerter , auch in Form von Versteigerungen, in Betracht.

Bei der Veräußerung des gesamten Unternehmens oder eines Betriebes des Unternehmens ist die Zustimmung von Gläubigerausschuss  oder Gläubigerversammlung erforderlich.

 

Forderungseinzug


Zur Verwertung der Insolvenzmasse gehört im weiteren Sinne auch der Forderungseinzug gegenüber Drittschuldnern bzw. Debitoren. Die Debitoren werden mit der Insolvenzeröffnung aufgerufen, nicht mehr an den Schuldner, sondern nur noch an den Insolvenzverwalter zu leisten.

 

Anfechtungen


Vermögensverschiebungen, die der Schuldner vor der Insolvenzeröffnung bewirkt oder erduldet hat, können durch eine Anfechtung (§§ 128 ff. InsO) des Insolvenzverwalters nach Insolvenzeröffnung rückgängig gemacht werden.
Beispiel: Der Schuldner hat vor Insolvenzeröffnung einen Gegenstand an eine ihm nahestehende Person verschenkt.

 

 

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