Massearmut

Was heißt Massearmut?

Stellt sich nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens heraus, dass die Insolvenzmasse, also das verfügbare Vermögen und Geld des schuldnerischen Unternehmens, nicht einmal ausreichend ist, um die Kosten des Insolvenzverfahrens (das sind die Gerichtskosten, die Vergütungen und Auslagen der Insolvenzverwaltung sowie die Vergütungen und Auslagen der Mitglieder des Gläubigerausschusses) zu decken, liegt eine Massearmut vor. Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet diese Situation dem Gericht mitzuteilen. Können nämlich selbst die Kosten des Gerichts und des Insolvenzverwalters nicht mehr gezahlt werrden, wird das Verfahren gemäß § InsO 207 eingestellt. Das Verfahren läuft weiter, wenn ein Gläubiger oder sonstiger Beteiligter den notwendigen Betrag, um die Kosten des Gerichts und des Verwalters zu decken, vorstreckt. Teilweise werden die Kosten auch gestundet, sprich nicht direkt fällig, wenn es sich um ein Regelinsolvenzverfahren einer natürlichen Person beispielsweise einer zuvor selbstständig tätigen Person handelt.

 

Vor der Einstellung ist die Gläubigerversammlung einzuberufen und der Insolvenzverwalter und die Massegläubiger anzuhören.

Massearmut im Insolvenzlexikon nachschlagen

Die rechtlichen Folgen

  • Zur Verwertung der Massegegenständen ist der Insolvenzverwalter nicht mehr verpflichtet. Die unverwerteten Teile des Unternehmens gehen nach Einstellung wieder an den Schuldner zurück.
  • Noch vorhandenes Geld verteilt der Insolvenzverwalter wie folgt: zunächst werden die Auslagen des Gerichts, des Insolvenzverwalters und, wenn vorhanden, des Gläubigerausschusses erstattet. Danach, wenn noch Geld übrig ist, werden die Kosten des Gerichts und die Vergütung des Insolvenzverwalters gezahlt.
  • Die Insolvenzgläubiger erhalten im massearmen Insolvenzverfahren  keine Zahlungen, da es aufgrund der fehlenden Insolvenzmasse nicht zur Ausschüttung von Geld kommt
  • Nach der Einstellung erhält der Schuldner die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über sein Vermögen zurück.

 

Zur Abgrenzung: Bei Masseunzulänglichkeit deckt die Masse zwar die Kosten des Verfahrens, nicht aber die Kosten, die während des laufenden Insolvenzverfahrens entstanden sind (auch Masseverbindlichkeiten. )


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direkt zum Ablauf des Insolvenzverfahrens

direkt zu Anfechtung und Rückschlagsperre

direkt zum Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens

direkt zu Verbraucherinsolvenzverfahren

direkt zu Ausschüttung im Insolvenzverfahren

direkt zu Auszahlung an die Gläubiger

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