Letzte Alternative -

Letzte Alternative - "Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens"

Lassen sich die Gläubiger nicht auf die finanziell noch erfüllbaren Kompromissvorschläge ein, bleibt häufig nur  der Gang zum Insolvenzgericht.

Wer den Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens (sowie den 11 Seiten dicken Erläuterungsbogen) zum  ersten Mal liest, fühlt sich erschlagen von einer Unmenge bisher unbekannter Rechtsbegriffe (was sind eigentlich „Sicherungsrechte“?) und schwieriger Detailfragen (z.B. was ist der Unterschied zwischen „Hauptforderung“ und „Gesamtforderung“ und was bedeutet „berechnet bis“?).

 

Selbst für einen nicht ganz finanzunkundigen Laien ist es schier unmöglich, sich in diesen Bürokratie-Dschungel zurechtzufinden, er braucht dazu einen kenntnisreichen „Lotsen“. Ansonsten verheddern sich Schuldner ohne sachkundige Hilfe häufig in Detailfragen (z.B. was bedeuteten „Sicherungsrechte Dritter“ beim Bargeld, wo liegt der Unterschied zwischen „gepfändet“ und „verpfändet“?) – oder sie geben einfach mittendrin auf. Die vollständige und korrekte Antragfertigstellung erfordert häufig einen abschließenden Kraftakt in der Zusammenarbeit zwischen Berater und Schuldner. Schließlich müssen alle Angaben perfekt stimmen, um die geplante Restschuldbefreiung nicht zu gefährden.

 

Wird das Verfahren dann eröffnet und ein Treuhänder eingesetzt, ist i.d.R. die Hauptarbeit für den Schuldnerberater erledigt. Er wird sich an seinem Schreibtisch seinem nächsten Insolvenzfall zuwenden. Infolge der hohen Nachfrage wird ihm die Arbeit auch auf lange Sicht nicht ausgehen.

 

Den Reichstag sieht er höchstens, falls er mal Urlaub in Berlin macht. Zur Konfirmation von Schuldner-Kindern wird er auch nie eingeladen. Und  da sein Job nur im Mittelbereich des TVöD entlohnt wird, braucht er  auch sein Sparschwein für sich selbst.

 

(Kontaktaufnahme zum Autor dieses Artikels über Rainermesch@gmx.de)

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