Was macht eigentlich der PSV (Pensionssicherungsverein)?

Was macht der PSV (Pensionssicherungsverein)?

In vielen großen Insolvenzverfahren sitzt er in der ersten Reihe oder im Gläubigerausschuss: der Vertreter des Pensionssicherungsvereines (PSV). Aktuell war die Zustimmung des PSV entscheidend für die vorläufige Rettung des insolventen Modellbauers Faller. Wer ist dieser Verein, und welche Aufgaben erfüllt er?

Was macht eigentlich der PSV (Pensionssicherungsverein)?

 

In vielen großen Insolvenzverfahren sitzt er in der ersten Reihe oder im Gläubigerausschuss: der Vertreter des Pensionssicherungsvereines (PSV). Aktuell war die Zustimmung des PSV entscheidend für die vorläufige Rettung des insolventen Modellbauers Faller. Wer ist dieser Verein, und welche Aufgaben erfüllt er?

 

Die Organisation

 

Der PSV - Pensions-Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - wurde 1974 von den großen Industrieverbänden und der Versicherungswirtschaft gegründet. Mitglieder sind rund 73.000 Unternehmen, die für 10 Millionen Arbeitnehmer Betriebsrenten über 277 Milliarden Euro abgesichert haben.

 

Die Aufgabe

 

Der PSV sichert die Betriebsrenten im Insolvenzfall. Er übernimmt im Falle der Unternehmensinsolvenz die bereits laufenden Betriebsrenten.

 

Wie funktioniert der PSV?

 

Der Pensionssicherungsverein und die InsolvenzDie Beiträge zum PSV werden vom Arbeitgeber gezahlt. Der PSV verwaltet die Gelder und zahlt sie dann bei Renteneintritt aus. Der Beitragssatz richtet sich nach der Anzahl der erfolgten Insolvenzen. So lag der bislang niedrigste Beitragssatz 1990 bei 0,3 Promille; der Höchststand war 6,9 Promille im Jahr 1982. Im Jahr der Insolvenz eines Unternehmens, muss der PSV die gesamten über ihn abgesicherten Rentenzusagen mit einer Einmalzahlung bei einer Lebensversicherung versichern. Die Abwicklung der Rentenzahlungen erfolgt durch ein Konsortium von 54 Lebensversicherungsunternehmen unter der Geschäftsführung der Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, die auch die Renten auszahlt.

 

Kann dem PSV das Geld ausgehen?

 

Nein, da sich der PSV in diesem Fall Sonderumlagen von den abgesicherten Mitglieds- Unternehmen holen würde. Dieser Fall könnte durch die Arcandor-Insolvenz eintreten. Den finanziellen Reserven des PSV von rund 700 Millionen Euro stehen Ansprüche der Arcandor-Betriebsrentner von geschätzten 2 Milliarden Euro gegenüber.

 

Könnte die Zahlung der Betriebsrente in einem solchen Fall ausgesetzt werden?  

 

Nein. Die Auszahlung ist sicher.

 

Wann zahlt der PSV?

 

Erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens, d.h. in der Regel rund 3 Monate nach Stellung des Insolvenzantrags. So erhielten 2009 rund 454.200 Rentenempfänger ca. 59,8 Mio. € monatlich. Das sind im Durchschnitt monatlich 132 € je Rentner.

 

Zahlt der PSV auch rückwirkend?

 

Der Pensions-Sicherungs-Verein zahlt nur sechs Monate rückwirkend. Zieht sich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens länger hin, kann es daher Monate geben, in denen weder der Arbeitgeber noch der Verein zahlt.

 

Kann der Arbeitgeber Betriebsrenten kürzen?

 

Was der Arbeitnehmer erarbeitet hat, dass darf ihm niemand mehr nehmen, lautet hier der Grundsatz. Versorgungszusagen, wie die Betriebsrente, dürfen nicht widerrufen werden. Der Arbeitgeber kann die Betriebsrente allerdings einfrieren, indem er Lohnsteigerungen nicht berücksichtigt.

 

Die Homepage des Pensionssicherungsvereins