Frankreich -Insolvenz

  Insolvenz in Frankreich:

 

 

  • Für das Verfahren allgemein verlangt Art. L.330-1 des CdC eine Überschuldung wie im deutschem Recht.

 

 

  • Das französische Recht lässt die Entschuldung nicht zu, wenn die Überschuldung absichtlich herbeigeführt wurde.

 

 

  • Ein real existierender Wohnsitz in Frankreich ist nachzuweisen.

 

Mit dem Antrag müssen alle erforderlichen Unterlagen bei Gericht eingereicht werden. Ziel ist die Erstellung eines „plan conventionnel“ (einvernehmlicher Schuldenbereinigungsplan).Die Unterlagen werden geprüft und es wird festgestellt, ob wirklich die Überschuldung vorliegt. Anhand der vom Schuldner vorgelegten Unterlagen und Erklärungen bezüglich seiner Besitzverhältnisse und dem Gläubiger- und Schuldenverzeichnis entscheidet eine Kommission über die weiteren Maßnahmen. Diese Maßnahmen  können, vergleichbar zum deutschen Recht, unter anderem sein:

 

- Schuldenbereinigungspläne,

- Zahlungserleichterungen,

- Vollstreckungshemmungen,

- Stundung, Umschuldung und Erlass von Schulden.Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in der Regel in Abstimmung mit den Gläubigern.

 

Ein Richter setzt die Maßnahmen der Kommission in Kraft.

 

Sind alle Maßnahmen aussichtslos kann die Kommission auf Antrag des Schuldners und nach Feststellung seiner Redlichkeit ein Schuldenbereinigungsverfahren beim Richter beantragen. In einer Gläubigerversammlung wird erneut, in Anwesenheit des Schuldners, eine Einigung gesucht und die Redlichkeit des Schuldners überprüft und ggfs ein Entschuldungsverfahren eröffnet. Die Wohlverhaltsphase dauert 12 Monate.

 

Ein Liquidator (vergleichbar dem deutschen Gerichtsvollzieher)wird bestellt, der das Vermögen des Schuldners veräußert und die Gläubiger befriedigt

Bei Massearmut erfolgt durch richterlichen Beschluss sofort die Löschung der Schulden. 

Wie in Deutschland sind von dieser Löschung ausgenommen: 

Geldstrafen und Unterhaltsschulden.

 

Heimlich neu aufgenommene Kredite, der Verkauf von Vermögen, falsche Erklärungen, Vermögensverschleierungen oder Vermögensunterschlagungen führen zur Versagung der Restschuldbefreiung und können ggfs. strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

 

Während des Verfahrens in Frankreich dürfen Sie keiner selbständigen gewerblichen Tätigkeit nachgehen, auch nicht als Geschäftsführer einer Gesellschaft.

 

Dieses ganze Verfahren kann zwölf bis 20 Monate dauern. Es folgt eine Eintragung in eine Schuldnerliste für acht Jahre.

  

 

 

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