Insolvenz in England

  England

Auch hier benötigen Sie einen real existierenden englischen Wohnsitz und ein englisches Bankkonto, Sozialversicherungsnummer,  Arbeitgeber, etc. Nachzuweisen ist, dass der Schwerpunkt  Ihrer wirtschaftlichen Interessen in England liegt. Hier wird oft eine Aufenthaltsrate von deutlich mehr als der Hälfte des Jahres in England vorausgesetzt.

 

Der Insolvenzantrag kann erst nach einer gewissen Aufenthaltszeit in England gestellt werden, während der die o.g. Voraussetzungen bestehen müssen.

 

Analog zum deutschen und französischen Verfahren müssen alle Unterlagen vollständig eingereicht werden. Dieser Antragstellung folgen Gespräche mit dem zuständigen Insolvenzrichter und dem staatlichen Konkursverwalter.

 

Danach werden vom Official Receiver alle Gläubiger angeschrieben und zur Anmeldung ihrer Forderungen in die Insolvenztabelle aufgefordert.

 

Nach Feststellung der Verbindlichkeiten wird die Insolvenzmasse festgestellt. Die Gläubiger erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme und können gegebenenfalls den Stand Ihrer Forderung berichtigen. Der Insolvenzverwalter legt danach die Maßnahmen fest. Pfändungsfreigrenzen kennt das englische Gesetz nicht. Pfändungssummen müssen in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter festgelegt werden.Die Zahlungspflicht über die Erteilung der Restschuldbefreiung hinaus gilt für insgesamt drei Jahre.

 

Wird Massearmut bescheinigt, wird das Verfahren sofort eingestellt alle Schulden werden erlassen.

 

Wie im deutschen Recht  sind alle Forderungen aus unerlaubter Handlung (z.B. Schadensersatz aufgrund eines Strafurteils, Ordnungswidrigkeiten aus dem Straßenverkehr) von der Restschuldbefreiung ausgenommen.

 

Unterhaltsrückstände können nur mit Erlaubnis des Gerichts in die Restschuldbefreiung mit einbezogen werden.

 

Die Pflichten im Insolvenzverfahren sind vergleichbar dem des deutschen Rechts;

 

Sie dürfen vorerst keine neuen Schulden machen, das Vermögensverzeichnis muss wahrheitsgemäß sein und Sie müssen dem Insolvenzverwalter zur Verfügung stehen.

Das Insolvenz-Ratgeber.de Fazit:          

Zu nicht-deutschen EU Insolvenzverfahren kann gesagt werden, dass diese nicht grundsätzlich schuldnerfreundlicher als die neuere deutsche Insolvenzordnung sind.

Die Verfahren in England und Frankreich erscheinen wegen ihrer Kürze auf den ersten Blick vorteilhafter. Bedacht werden sollte dabei, dass Beratung und Lebensmittelpunktverlagerung mit erheblichen Kosten verbunden sind. diese Kosten müssen teilweise vorfinanziert werden

Fachleute sprechen davon, dass sich die EU-Insolvenz erst ab Summen von über 90.000€ lohne.

In aller Regel stellt sich heraus, dass das für die überwiegende Zahl der Schuldner, insbesondere der Verbraucher, das deutsche Insolvenzverfahren die beste Lösung ist.

 

 

In jedem Fall sollten Sie sich vorher bei einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle informieren oder hier weiterlesen, wenn Sie Verbraucher sind
Informationen für Unternehmer finden Sie hier

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lesen Sie mehr: Konzerninsolvenz- die Inlandswirkung einer Auslandsinsolvenz

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